Bei diesen Auktionen sind auch die Ergebnislisten nicht weniger beeindruckend als die Kataloge an sich, denn viele der angebotenen historischen und militärhistorischen Raritäten konnten ihre vorab der Versteigerungen festgelegten Startpreise weit hinter sich lassen.

Eines dieser Highlights dieser Lose setzt der Überflügelung des Startpreises wahrlich die Krone auf. Tatsächlich handelt es sich dabei um genau eine solche, genauer gesagt, um eine französische Reisekrone aus dem 15. Jahrhundert. Die goldene Krone mit Zacken in Fleur-de-Lys-Form - das Symbol des französischen Königtums - ist mit Cabochons und Silberbeschlägen in Niellotechnik verziert. Ersteigert wurde das interessante Stück von einem renommierten deutschen Museum für 40.000 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 8.000 Euro).
Weiß man heute auch nicht mehr, welchem französischen Herrscher die Reisekrone gehörte, ist dies bei folgendem Helm gewiss: Kaiser Wilhem II. Es ist ein Paradehelm aus vergoldetem Tombak, den der Kaiser in seiner Funktion als Generalfeldmarschall und Chef des Regiments Garde du Corps trug. Versteigert wurde das von einem versilberten Adler gekrönte Stück für 70.000 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 12.000 Euro).

Der hervorragende Erhaltungszustand eines assyrischen Bronzehelms aus dem 8.-7. Jahrhundert v. Chr. führte zu einem Preis von 20.000 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 7.000 Euro).
Auf mehr als nur einen Helm durfte sich der Höchstbietende auf einen schwarz-weißen Kürassier-Harnisch aus dem frühen 17. Jahrhundert freuen. Dafür zu zahlen hatte er allerdings stolze 37.500 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 30.000 Euro).

Auch aus dem Osmanischen Reich hat es ein Objekt unter die Highlights der November-Auktionen der Hermann Historica geschafft: der Prunk-Kilic des Sultans Gazi Selim Khan von 1794, der für 62.500 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 40.000 Euro) einen neuen Besitzer fand.
Über einen enormen Preisanstieg durfte sich eine venezianische Parade-Fußstreitaxt von ca. 1500-1510 freuen. Für das interessante Stück, dessen Dekor mit Tritonen und Seeungeheuern an Venedigs damals bereits im Schwinden begriffene Seemacht erinnert, wurden 62.500 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 15.000 Euro) gezahlt.

Auch ein vierzehn Jahre jüngerer Prunksäbel, der dem schottischen Major David Ogilvy von seinem Brechin Volunteer Infantry Corps überreicht worden war, blieb natürlich auch nicht ohne Käufer. Die vergoldete Blankwaffe mit Löwenkopfdekor und Elfenbeingriff wurde für 21.250 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 17.000 Euro) versteigert.

Unter den historischen Schusswaffen ist vor allem eine goldeingelegte Luxus-Perkussions-Doppelbüchse zu nennen, die der Prager Büchsenmacher Anton Vinzent Lebeda um 1850 für Kaiser Franz Joseph I. ausgeführt hat. Einem Sammler war das gute Stück 65.000 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 39.000 Euro) wert.

Nicht nur auf Erinnerungsstücke des österreichischen Kaisers, auch auf solche von dessen legendärer Gemahlin Elisabeth ("Sisi") durfte mitgeboten werden, u.a. auf ein rosa Sommerkleid, das sich die Kaiserin für Aufenthalte auf ihrer Lieblingsinsel Korfu hatte schneidern lassen. Verkauft wurde das zweiteilige Ensemble für 35.000 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 9.500 Euro).

Ein Highlight unter den Orden der Auktion ist ein Kreuz 1. Klasse mit Krone des Kaiserlich-russischen St. Anna-Ordens von 1867, bei dem das sonst übliche rote durch schwarzes Emaille ersetzt worden war. Für das ungewöhnliche Stück mussten schließlich 23.750 Euro (Startpreis: 12.500 Euro) gezahlt werden.

Viele Stücke der Auktionen waren von musealer Qualität, so auch ein Ebenholz-Kabinett, das Mitte des 17. Jahrhunderts in Antwerpen ausgeführt wurde. Das hat natürlich seinen Preis. Bei dem schönen Barockschrank mit Dekor aus feinster Seidenstickerei betrug dieser 31.250 Euro inkl. Aufgeld (Startpreis: 25.000 Euro).
In eine amerikanische Privatsammlung ging ein großer Buddha-Kopf aus Vulkangestein, der im 9. Jahrhundert auf der indonesischen Insel Java eine Statue bekrönte. Für den 41 cm hohen Kopf wurden 72.500 Euro bezahlt.

Abschließend sei noch auf einen weiteren sensationellen Preisanstieg hingewiesen. Eine japanische Mokkogata Tsuba mit bezauberndem Kranich- und Wellendekor ging mit 1.200 Euro an den Start. Am Ende war sie einem Sammler stolze 23.750 Euro inkl. Aufgeld wert.
Wir sind gespannt, welche sensationellen Ergebnisse die kommenden Auktionen der Hermann Historica bereithalten.



