Sie lieben Gemälde Alter Meister oder doch eher deren moderne Nachfolger? Oder schlägt ihr Herz für Antiquitäten und feines Kunsthandwerk? Egal, was davon auf Sie zutrifft, im Auktionshaus Hampel sind Sie am 24. und 25. Juni an der richtigen Adresse, wenn über 1.600 Lose aus acht hervorragend bestückten Katalogen versteigert werden.

Zum Auftakt kommen am 24. Juni Möbel, Kunstobjekte, Uhren und Einrichtung unter den Hammer. Um die Arbeit eines Pariser Goldschmieds handelt es sich bei diesem um 1750 ausgeführten Schwanenpaar. Sein Schöpfer gestaltete es in Anlehnung an das von Johann Joachim Kaendler in der Porzellanmanufaktur Meissen geschaffene Schwanenservice für den Grafen von Brühl.

Hervorgehoben werden muss auch dieser italienische Tisch aus dem 19. Jahrhundert, dessen runde Deckplatte mit Mikromosaiken belegt ist, die verschiedene Bauwerke in Rom zeigen, wie den Petersdom, das Kolosseum und die Engelsburg. Solche Mikromosaiken waren damals bei Italienreisenden sehr beliebt, schufen diese Souvenirs durch die Technik ihrer Ausführung doch eine direkte Verbindung zu der Zeit, in der die meist antiken Bauwerke errichtet worden waren.

Italienische Ansichten, allen voran natürlich aus Venedig, sind auch in der darauffolgenden Kategorie „Gemälde Alter Meister“ anzutreffen. Das Top-Los dieser Offerte ist jedoch von gänzlich anderer thematisch und stammt von Pieter Brueghel dem Jüngeren. Der Bauernadvokat war eines der beliebtesten Motive aus Brueghels Werkstatt. Fünfundzwanzig Versionen in unterschiedlichen Größen sind von der von Brueghel erdachten Komposition bekannt.

Auf einer nur 48 x 45,5 cm messenden Holztafel hielt man in der Werkstatt von Lucas Cranach dem Älteren die Legende vom Heiligen Georg fest, der eine Königstochter von einem Drachen befreite und so eine ganze Stadt zum Christentum bekehrte. Das mehrfach eingefügte Monogramm „MI“ könnte darauf hinweisen, dass Cranach hier zudem Kaiser Maximilian I., den „letzten Ritter“, und dessen erste Gemahlin Maria von Burgund allegorisch darstellte.

Unter den Stillleben der Offerte sei auf dieses im Jahr 1640 von der niederländischen Malerin Rachel Ruysch ausgeführte Exemplar hingewiesen, das den Blick des Betrachters zunächst auf ein beleuchtetes Arrangement mit einer weißen Kamelie, Ringelblumen, Vergissmeinnicht und Insekten lenkt. Erst auf den zweiten Blick bemerkt man die Spinne, die, ganz in Memento mori-Manier, im Halbschatten lauert.

Eine Kleinbronze von höchstem europäischen Rang liegt in der Offerte „Skulpturen & Kunsthandwerk“ vor. Die Gestaltung der Statuette deutet auf einen namentlich nicht bekannten Nachfolger Benvenuto Cellinis aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts hin. Cellini war einhundert Jahre zuvor vom französischen König François I, auf den die Statuette sich bezieht, an die Schule von Fontainebleau berufen worden.

Dass die moderne Kunst den Alten Meistern in der Anzahl der Motive in nichts nachstehen, beweist der zweite Auktionstag (25. Juni), der sich zunächst den Impressionisten und modernen Meistern widmet. In seinem unverkennbaren Stil malte Bernard Buffet in seinen späten Jahren dieses Stillleben mit zwei Sonnenblumen.

Was für viele Alte Meister Venedig war, war für Maurice Utrillo seine Heimatstadt Paris, genauer gesagt das Künstlerviertel Montmartre, wo er als Sohn der Malerin Suzanne Valadon zur Welt gekommen war. Immer wieder dienten ihm die Häuser, Gassen und Plätze des Stadtviertels als Motiv. So auch für vier der sechs bei Hampel angebotenen Werke von seiner Hand.

Auch A. R. Penck ist mit sechs Arbeiten in der Auktion vertreten. Besonders hervorgehoben werden muss das Acrylgemälde Üb mal Got. „Got“ bezieht sich auf Pencks Kollegen Gottfried Bräunling, dessen Bild Penck teilweise übermalte. Das war jedoch keine Bösartigkeit, sondern gängige Praxis zwischen den beiden Künstlern.

In ihrer ganzen Vielfältigkeit präsentiert sich auch die Kunst des 19./20. Jahrhunderts, die Klassizismus, Realismus und Orientalismus im Angebot hat. Eine großformatige Leinwand widmete Gustave Courbet 1862 der Darstellung eines herannahenden Gewitters an der Küste. So liegt ein Teil der Landschaft bereits in der Dämmerung, während das Meer noch von den letzten Sonnenstrahlen in ein dramatisches Licht getaucht wird.

Mit der afrikanischen Stammeskunst machen wir einen kleinen Abstecher vom europäischen Kontinent und bewundern die Figuren, Gefäße und Maske verschiedener Ethnien, die der Katalog präsentiert. Um ein Stück von seltener Feinheit handelt es sich bei dieser Holzmaske der Baule. Diese idealisierten Mblo-Masken zählen zu den ältesten Kunstobjekten des im heutigen Staat Elfenbeinküste ansässigen Volkes.

Den Abschluss bildet schließlich die Auktion „Living“, die in vier Abschnitte unterteilt ist: Parkdekorationen, Porzellan & Silber, Golddosen & Schmuck sowie dekorativen Objekten. Hier kommt auch ein ganz außergewöhnliches Unikat zum Aufruf: die Armbanduhr Big Bang Unico Shiny Gold Sapphire Usain Bolt von Hublot, die die renommierte Uhrenmanufaktur dem aktuell schnellsten Mann der Welt gewidmet hat. Der Uhr beigegeben sind eine dekorative Schatulle, ein Paar goldfarbene Laufschuhe und ein von Bolt handsigniertes T-Shirt.
Die Auktionen finden im Auktionshaus Hampel, Schellingstraße 44, in München statt. Auktionsbeginn ist an beiden Tagen um 10 Uhr. Ein Besuch der Ausstellung ist vom 19. bis 23. Juni möglich.



