Tove Jansson, Alvar Aalto und Märta Blomstedt sind einige der Star der Winter-Auktion, die Bukowskis am 13. Dezember in Helsinki abhalten wird. Aus insgesamt 289 Losen haben wir für Sie einmal einige Highlights und deren Geschichten herausgesucht.

Farbe und Textur spielten eine zentrale Rolle in Ahti Lavonens Œuvre. Der Vertreter des finnischen Informel war stets auf der Suche nach Erneuerung und wandte sich von repräsentativeren Kunstrichtungen ab, um stattdessen abstrakt zu malen. Lavonen teilte seine Arbeit in verschiedene, jeweils einer anderen Farbe gewidmete Perioden ein. Die Wahl der Farbe beruhte auf dem spirituellen Zustand, in dem sich Lavonen gerade befand. Sein spirituelles Erwachen hatte in den frühen 1960er Jahren stattgefunden und war der Startschuss für seine schwarze Periode. Nach einer Weile versprühte Lavonen den Wunsch, sich selbst zu erneuern, was zu seiner weißen Periode führte, in der silberne Farbe allerdings auch eine große Rolle auf der weißen Leinwand spielte. Nach einem weiteren Wandel nahm die Bedeutung der silbernen Farbe zu, die die Gemälde nun dominierte. Laut Lavonen, waren es die Entwicklungen der Raumfahrt in den 1960er Jahren, die sein Werk beeinflusst hatten.

Auf dem von Weiß und Silber dominierten Gemälde Lavonens in der Auktion, befindet sich ein gelbes Quadrat am linken Bildrand. Lavonen hatte die Farbe Gelb während eines Waldspaziergangs, bei dem er an einigen alten Barracken vorbeigekommen war, für sich entdeckt. Die kräftige Farbe, die auf eine der braunen Wände der Barracken gemalt worden war, hinterließ einen starken Eindruck bei ihm. Er sagte: "In dem Moment wusste ich, dass ich diese Farbe in meinem eigenen Gemälde verwenden musste, das damit ein für allemal vollendet sein würde. Und genau das geschah. Als ich wieder zuhause war, malte ich einen kleinen gelben Fleck auf mein Gemälde, wodurch es zum Leben erwachte. Danach wurden gelbe, rote und blaue Akzente für mich zu Symbolen des Lebens."

Kühnheit, Individualität und ein starker Glaube in die eigene Designsprache beschreiben die Kunst von Lars-Gunnar Nordström am besten. Der finnische Künstler hatte immer wieder Studienreisen unternommen, um die zeitgenössischen Strömungen der Kunstszene nicht aus den Augen zu verlieren.
Als Nordström 1949 seine erste Soloausstellung hatte, war es das erste Mal, das abstrakte Kunst in Finnland zu sehen war. Im selben Jahr reiste Nordström nach Paris, wo er die Kunst von Victor Vasarely kennenlernte. Nordström war fasziniert von Vasarelys rhythmischen Kompositionen und strebte fortan ein ähnliches Gefühl in seinen eigenen Werken an. Sechs Jahre später waren Nordströms neue Arbeiten auf der Artek-Austellung zu sehen: Diese waren nun größer und die Farben besaßen einen transzendenten Effekt. Trotz der Kritik, seine Werke seien emotionslos und kalt, fuhr Nordström mit der Arbeit an seinen rhythmischen Werken fort.

Der Maler, Grafiker und Professor Unto Koistinen spielte eine zentrale Rolle in der finnischen Moderne. Nachdem sein Frühwerk noch vom nationalen Expressionismus geprägt war, entwickelte er mit der Zeit, so wie Lavonen und Nordström, eine einzigartige Ausdrucksweise. Seine atmosphärischen Landschaften und figürlichen Gemälde sind Zeugnisse von Koistinens Sinn für Farbe und Form.
In den 1960er Jahren konzentrierte sich Koistinen auf menschliche Studien und die Brauntöne seiner frühen Werke wurden durch Blau und Grün ersetzt. Eine seiner wichtigsten Inspirationsquellen waren italienische Fresken, in denen Frauen so dargestellt wurden, dass sie vor einem dunklen Hintergrund wie durchsichtig erscheinen. Das Gemälde Sininen tyttö ("Blaues Mädchen") von 1975, das in der Auktion zum Aufruf kommt, zeigt klare Verbindungen zu den weiblichen Figuren der Antike und der Renaissance. Tatsächlich leibte Koistinen das Gemälde so sehr, dass er es nicht verkaufen wollte. Nach seinem Tod im Jahr 1994 geschah es dann aber doch. Und jetzt haben Sie die Gelegenheit, es zu kaufen und es an des Künstlers statt in Ehren zu halten.

Eines seiner letzten Gemälde nannte Albert Edelfelt Paris à vos pieds ("Paris zu Ihren Füßen"). Das Werk zeigt die finnische Opernsängerin Aino Ackté, wie sie gemeinsam mit ihrer Tochter Glory, deren Patenonkel Edelfelt war, in einer sommerlichen Landschaft sitzt, mit Paris im Hintergrund. Das Gemälde entstand nach einer Aquarellstudie, die Edelfelt während eines Aufenthaltes in Meudon im Frühling 1904 angefertigt hatte.

Aino stand ab 1897 auf der Bühne der Pariser Oper und war als Sopranistin besonders berühmt für ihre Auftritte in Charles Gounods Faust, Richard Strauss' Salome und Puccinis Tosca. Auch an der Metropolitan Opera in New York sowie in Covent Garden in London feierte sie Erfolge. Edelfelt malte mehrere Porträts von Aino, mit der ihn mehr als nur Freundschaft verbunden haben soll. Das vorliegende Porträt war ein Geschenk des Malers, das er nachträglich noch signieren wollte. Durch seinen plötzlichen Tod im Jahr 1905 kam es jedoch nicht mehr dazu.

Für eines seiner ersten Werke, Devil's Cradle ("Teufelswiege") von 1951, ließ sich Timo Sarpaneva von seiner Kindheit und Spielen im Schnee inspirieren. Gegenüber The New York Times sagte er: "Im Alter von acht oder neun hielt ich einmal einen Eiswürfel in meiner Hand, in den ich mit meinem warmen Finger ein Loch hinein schmolz." Als Sarpaneva erwachsen war, genauer gesagt 24 Jahre alt, wurde er bei Iittala eingestellt, wo er sechs Jahre später das Firmenlogo entwarf. Ein war ein vielseitiger Designer und schuf alles, vom Kunstglas über Textilien bis hin zur Grafik.
Das gläserne Kunstwerk von Sarpaneva aus dem Jahr 1956, das in der Auktion angeboten wird, ist eine Variation von Hiidennyrkki ("Teufelsfaust") aus der Serie Hiidenkirnu ("Teufelskanne"), die Iittala von 1952 bis 1960 produzierte. Die vorliegende Skulptur befand sich früher im Besitz von Helge Nieminen, der als Glasbläser für Iittala gearbeitet hat. Nieminen war ein Meister seines Fachs und arbeitete mit Sarpaneva über mehrere Jahre zusammen.

Rut Bryk nahm 1936 ihr Studium an der heutigen Aalto-Universität in Helsinki auf. Sie nahm an verschiedenen Wettbewerben teil, bei denen ihre Arbeiten ausgestellt wurden. Dadurch wurden Mitarbeiter der Porzellanfabrik Arabia auf die junge Künstlerin aufmerksam. 1942 wurde Bryk bei Arabia eingestellt, obwohl sie von Keramik keine Ahnung hatte. Ihr Vorgesetzter war Birger Kaipianinen.
Es dauerte nicht lange und Bryk beherrschte das Material und die Technik perfekt. In den 1940/50er Jahren schuf sie figürliche Arbeiten mit Menschen und Tieren, bei denen die Farbe im Mittelpunkt stand. Doch mit den Jahren wurde sie immer abstrakter und die Farben verloren an Bedeutung. Ihre Arbeiten waren nun geprägt von glänzenden Oberflächen auf dreidimensionalen Gebilden. In den 1970er Jahren unterzog Bryk ihre Kunst einem weiteren Wandel, als sie an Reliefs zu arbeiten begann. Diese waren abstrakt und skulptural und bestanden aus Keramikfliesen. Bukowskis hat diesen Monat von Rut Bryk sowohl ein vergoldetes Relief als auch ein Tischchen von 1945 und einen dekorativen Teller im Angebot.

Birger Kaipianinen hatte im Alter von 22 Jahren angefangen für Arabia zu arbeiten. In den darauffolgenden fünfzig Jahren designte er für das Unternehmen alles von der Skulptur über Tischgeschirr bis zum Wandrelief. Am bekanntesten sind jedoch seine dekorativen Teller, die oft mit Blumen- oder Fruchtmotiven verziert sind. Doch war es nicht nur die Natur, die Kaipiainen inspirierte, sondern auch die Byzantinische Kirchenkunst und die Traumwelten von Marc Chagall.
Und obwohl der Minimalismus der größte Trend in der finnischen Keramikszene war, blieb Kaipiainen seinen romantischen Kreationen treu. Ein schönes Beispiel dafür ist dieser dekorative Teller, dessen Motiv den Garten von Bökars, ein Haus bei Porvoo an der Nordküste des Finnischen Meerbusens. Dort lebte Kaipiainens Freundin Armi Ratia, die die ikonische Marke Marimekko gründete.
Entdecken Sie alle aktuellen Lose von Bukowskis hier bei Barnebys!


