Die Auktionswochen, die das Dorotheum jedes Jahr im Frühling und Herbst präsentiert, zählen stets zu den Highlights der Saison. Diesen Monat ist es wieder soweit und die Classic Week im führenden Auktionshaus Mitteleuropas vereint große Kunst mit qualitätsvollen Antiquitäten und Schmuck der Sonderklasse.
Den Auftakt zur Auktionswoche bildet am 20. Oktober um 14 Uhr die Offerte „Möbel, Antiquitäten, Glas & Porzellan“, die von einem Paar dreiflammiger Kandelaber im ägyptisierenden Stil von Francesco Righetti, einem seltenen und hervorragenden Paar kleiner Louis XV-Kommoden sowie einer thronenden Madonna mit Kind des Augsburger Meisters Gregor Erhart angeführt wird.
Weiter geht es am 21. Oktober um 18 Uhr mit der Abendauktion „Alte Meister“, zu deren Top-Losen einige spannende Neuentdeckungen und -zuschreibungen gehören: eine Kopfstudie von Raffaels Lehrmeister Perugino sowie Paolo Veroneses Gemälde Madonna mit Kind in einer architektonischen Nische, das erst vor Kurzem in einer Privatsammlung zum Vorschein kam.

Eine weitere Neuentdeckung ist eine Wiener Ansicht des venezianischen Vedutenmalers Bernardo Bellotto. Bellotto hielt sich von Ende 1758 bis Anfang 1761 in der Hauptstadt Österreichs auf, wo mit Wien, vom Belvedere aus gesehen eines seiner berühmtesten Werke entstand. Im linken Teil jenes Gemäldes ist die 1739 fertiggestellte Karlskirche mit ihrer prägnanten Kuppel zu sehen, die in dem neuentdeckten Werk das Hauptmotiv bildet. Insgesamt vier Versionen des Gemäldes sind bekannt, wobei davon ausgegangen wird, dass es sich bei der vorliegenden um die erste handelt, die, gemalt vom Meister persönlich, als Vorlage für die anderen verwendet wurde, die in Details abweichen.

Ebenfalls hervorgehoben werden muss dieses äußerst qualitätsvolle Porträt eines Kindes, dessen Signatur es als Werk des flämischen Malers Frans Pourbus des Jüngeren ausweist. Pourbus wurde 1609 als Hofmaler nach Paris berufen – eine Position, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1622 innehatte. Die Kleidung des Kindes deutet auf dessen Herkunft aus höchsten Kreisen hin. Vermutlich handelt es sich um eines der Kinder von Timoléon d’Espinay Saint-Luc, Marquis de Saint-Luc, dem potenziellen Auftraggeber des Porträts, der als Marschall von Frankreich eine bedeutende Rolle am französischen Königshof bekleidete.
Am darauffolgenden Abend, ebenfalls um 18 Uhr, findet die Auktion „Gemälde des 19. Jahrhunderts“ statt, deren Lose uns sowohl hinauf in die Berge, als auch hinaus in die Lagune von Venedig reisen lassen.

Mit zwei hervorragenden Werken ist der österreichische Biedermeiermaler Ferdinand Georg Waldmüller in der Auktion vertreten. Neben Im Ziegenstall von 1858 handelt es sich dabei um Kindliche Neugierde, das sieben Jahren früher entstand. Mit der für seine Genreszenen typischen Liebe zum Detail stellte Waldmüller hier eine hauptsächlich aus Kindern bestehende Personengruppe dar, die sich um ein Mädchen versammelt, in dessen blauer Schürze sich etwas verbirgt, das die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Waldmüllers durchdachte Komposition wirkt so lebendig, dass man nur zu gerne wüsste, was sich in der Schürze befindet.

Friedrich Gauermann war einer der ersten Maler Österreichs, die die Landschaftsmalerei zu einem eigenständigen Genre weiterentwickelten. Seine Motive, die er mit Tier- und Jagddarstellungen kombinierte, fand er in ausgedehnten Studienreisen, die ihn in die Alpen und deren angrenzenden Regionen führten. Sein Talent für die gekonnte Wiedergabe von Licht- und Stimmungseffekten wird auch in dem vorliegenden Werk deutlich, das 1849 als Auftragsarbeit für den Unternehmer Rudolf Edler von Arthaber entstand. Von Arthaber war ein bedeutender Förderer der Wiener Kunstszene und ab 1836 Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste. Er besaß eine hervorragende Sammlung von Werken des Wiener Biedermeier, zu denen auch das vorliegende Gemälde zählte.
Bevor die Kunst des 19. Jahrhunderts am 22. Oktober ins Rampenlicht gerückt wird, präsentiert das Dorotheum am Nachmittag um 14 Uhr ein ganz besonderes Highlight der Classic Week: „The Art of Luxury“ lautet der Name der Auktion, die einhundert Lose mit Schmuckstücken und Accessoires aus einer bedeutenden deutschen Privatsammlung vereint. Die Sammlung wurde ab den späten 1990er Jahren mit viel Sorgfalt und Leidenschaft aufgebaut und umfasst neben Schmuck von Bulgari und Taschen von Hermès vor allem funkelnde Kreationen aus dem Hause Cartier.

Besonders hervorzuheben sind die Stücke aus Cartiers Panthère-Kollektion, darunter dieser imposante Weißgoldarmreif mit Smaragden, Onyx und einem Brillantbesatz von ca. 4,33 ct.

Ein weiterer Fokus liegt auf Cartier-Kreationen mit Farbedelsteinen von hoher Qualität und gesuchter Herkunft. Zu den Highlights zählt hier dieser Platinring mit unbehandeltem Vietnam-Rubin von 5,50 ct.
Die Auktionen der Classic Week finden vom 20.-22. Oktober im Palais Dorotheum, Dorotheergasse 17, in Wien statt. Vorbesichtiungen sind dort ab dem 10. Oktober („The Art of Luxury" seit dem 3. Oktober) möglich.
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