Anfang Oktober präsentierte Sotheby’s in Hongkong eine Reihe mit Spannung erwarteter Auktionen, bei denen chinesische Kunst im Mittelpunkt stand; und dabei ganz besonders die Schätze, die von zwei bedeutenden Sammlern des 20. Jahrhunderts zusammengetragen wurden.
Am 7. Oktober standen jedoch Schmuck und Edelsteine auf dem Programm, wobei ein ganz besonderes Los sogar seine eigene Auktion erhielt: Der Williamson Pink Star, einer der reinsten und farbintensivsten rosa Diamanten der Auktionsgeschichte.

Der Fancy Vivid Pink Internally Flawless-Diamant von 11,15 Karat im Kissenschliff löste ein Bietergefecht aus, das fast fünfzig Gebote umfasste und zwanzig Minuten andauerte, bis Privatsammler aus den USA schließlich bei 453,2 Millionen HKD (ca. 58,9 Millionen Euro) den Zuschlag erhielt. Die Summe stellt einen Weltrekordpreis pro Karat für einen Diamanten oder Edelstein dar und macht den Williamson Pink Star zudem zum zweitteuersten Juwel, das jemals versteigert wurde.
Ähnlich spektakulär ging es am 8. Oktober weiter, als der erste Teil der fantastischen Sammlung des Hongkonger Geschäftsmanns und Philanthropen Sir Joseph Hotung versteigert wurde. Eines der Top-Lose dieser Offerte war ein herausragender und überaus seltener Faltsessel mit hufeisenförmiger Rückenlehne der Ming-Dynastie aus Huanghuali-Holz, der mit einem Schätzpreis von 10-15 Millionen HKD (1,3-1,9 Millionen Euro) aufgerufen wurde.
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Die im Chinesischen aufgrund ihres Aussehens Jiaoyi („gekreuzter Stuhl“) genannten Möbelstücke wurden für den einfachen Transport auf dem Pferderücken erfunden und verfügten zunächst über eine gerade, ab dem 12. Jahrhundert über die bequemere hufeisenförmige Rückenlehne. Bei Sammlern besonders begehrt sind die herausragenden Exemplare der Ming-Dynastie (1368-1644), von denen weniger als dreißig Stück die Zeiten überdauert haben.
Entsprechend heiß umkämpft war der Huanghuali-Sessel aus der Hotung-Sammlung: 15 Minuten dauerte der Bieterkampf, bei dem mehr als sechzig Gebote den Preis schließlich auf 124,6 Millionen HKD (ca. 16,2 Millionen Euro) ansteigen ließen – ein neuer Weltrekord für ein solches Möbelstück.
Auch wenn am Ende kein neuer Auktionsrekord erzielt wurde, überstieg der Kampf um eine vermutlich einzigartige Yangcai-„Trigramm“-Vase die beiden oben beschriebenen Bietergefechte: mehr als 80 Gebote wurden in 30 nervenaufreibenden Minuten abgeben. Als Sieger ging schließlich ein Telefonbieter hervor, der für die Vase insgesamt 177,5 Millionen HKD (ca. 23,1 Millionen Euro) bezahlte.
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Die Vase kam als Teil ein weiteren bedeutenden Sammlung von chinesischer Kunst zum Aufruf, nämlich der des Diplomaten Dr. Wou Kiuan, der in den 1960er Jahren das Wou Lien-Pai Museum gegründet hatte. Der zweite Teil seiner Sammlung kam am 9. Oktober bei Sotheby’s in Hongkong zum Aufruf, mit der außergewöhnlichen Vase, die vorab der Auktion auf 60-120 Millionen HKD (7,8-15,6 Millionen Euro) geschätzt worden war, als eines der Highlights.
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Die Vase der Qianlong-Periode ist ein „Zeugnis für den beispiellosen und unvergleichlichen Höhepunkt technischer Virtuosität in der Porzellanherstellung zwischen 1741 und 1743“. Zuvor hatte sich der Kaiser über die zunehmende mangelnde Qualität der Porzellanerzeugnisse beschwert, woraufhin sich die Meister der kaiserlichen Brennöfen in Jingdezhen mächtig ins Zeug legten, um das Wohlwollen ihres Herrschers zurückzuerobern. Ein Ergebnis dieser neuen Blütezeit war die vorliegende rubingrundige Yangcai-Vase, die mit mit feinem Sgraffiato und acht in die Wandung geschnittene Trigramme begeistert.
Die acht Trigramme, die aus drei durchgezogenen oder durchbrochenen Linien bestehen, sind altchinesische Orakelzeichen, die unterschiedliche Bedeutungen haben, etwa in der Natur oder in der Familie.
„Wir fühlen uns geehrt, mit den illustren Sammlungen einiger der weltgrößten chinesischen Kunstsammler betraut zu sein. Die starken Verkaufsergebnisse zeugen von der steigenden Nachfrage einer wachsenden Sammlerbasis für diese Kategorie, da wir aktive Gebote aus der ganzen Region und darüber hinaus beobachten konnten“, fasste Nicolas Chow, Vorsitzender Asien und Chinesische Kunst bei Sotheby’s, die beiden Auktionstage mit chinesischer Kunst zusammen, die insgesamt 918 Millionen HKD (ca. 119 Millionen Euro) erzielten.
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