1,34 Millionen Euro wurden insgesamt erwartet, 2,64 Millionen Euro waren es schließlich, als der Hammer bei Lempertz am Dienstag zum letzten Mal fiel und die Auktion mit asiatischer Kunst zu Ende ging.
Von der Gesamtsumme entfielen 705.600 Euro (inkl.Aufgeld) auf eines der Top-Lose der Offerte, ein herausragendes Paar Jadesiegel, die in den 1780er Jahren für den kunstsinnigen Qianlong-Kaiser anlässlich seines 70. Geburtstag angefertigt wurden. Ein eifriger Wettstreit zwischen Bietern im Saal und am Telefon führte dazu, dass der Schätzpreis in Höhe von 100.000-150.000 Euro weit überboten wurde.

Passend dazu kam ein Paar seladonfarbener Jadesiegel zum Aufruf, die anlässlich des 80. Geburtstag des Qianlong-Kaisers geschnitzt worden waren. Geschätzt auf 60.000-100.000 Euro war es schließlich ein Privatsammler aus China, der den Zuschlag erhielt: 113.400 Euro (inkl. Aufgeld).
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Ein weiteres Highlight der Auktion war ein hochbedeutender kaiserlicher Chengni-Tuschereibstein in Form eines Tigers, dessen Datierung auf das Jahr 1778 ihn ebenfalls als ein Objekt der Qianlong-Ära ausweist. In seinem Inneren ist ein Gedicht des Kaisers eingraviert. Für dieses besondere Stück wurden 100.000-150.000 Euro erwartet, 100.800 Euro (inkl. Aufgeld) wurden schließlich von einem Interessenten aus Hongkong gezahlt.
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Alle genannten Objekte stammten aus einer westfälischen Privatsammlung. Jeweils eines der Siegel und der Tuschereibstein befanden sich seit 1990 als Dauerleihgabe im Berliner Museum für Asiatische Kunst und wurden dort zweitweise ausgestellt.

Aus dem 17. Jahrhundert stammte ein Paar Stühle mit hufeisenförmiger Lehne aus Huanghuali-Holz. Die auf 80.000-90.000 Euro geschätzten dekorativen Sitzmöbel werden nun eine chinesische Privatsammlung bereichern (Ergebnis: 144.900 Euro inkl. Aufgeld).
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Ebenfalls nach China geht ein Stellschirm des frühen 20. Jahrhunderts, dessen sechs Paneele mit Jadearbeiten aus der Ming- und Qing-Dynastie bestückt wurden. Diese kreative Art, die Schätze seiner Sammlung auszustellen, war im China des 18. Jahrhunderts entstanden. Der vorliegende Stellschirm war vorab der Auktion auf 55.000-65.000 Euro geschätzt worden und wurde schließlich, von mehreren Bietern begehrt, für 119.700 Euro (inkl. Aufgeld) verkauft.

Aus der bedeutenden Privatsammlung der westfälischen Familie Scheiwe kamen fünfzehn japanische Holzschnitte des bedeutenden Shin-hanga-Künstlers Itō Shinsui zum Aufruf. Shin-hanga („Neuer Druck“) entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seine Vertreter griffen dabei die Traditionen des Ukiyo-e auf und kombinierten sie mit modernen Themen und westlichen Einflüssen. Den höchsten Preis der Kollektion erzielte mit 7.560 Euro (inkl. Aufgeld) der Druck Augenbrauenstift, der eine Frau beim Schwärzen der Augenbrauen darstellt (Schätzpreis: 2.500-5.000 Euro).
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Als äußerst begehrt erwiesen sich auch die Netsuke der Auktion, die fast ausnahmslos einen neuen Besitzer fanden und zusammen 304.000 Euro erwirtschafteten. Fünfstellige Summen erzielten das Netsuke eines als Bauern getarnten Ronin (30.240 Euro inkl. Aufgeld; Schätzpreis: 2.200-2.800 Euro), das außergewöhnliche Netsuke der gähnenden Okame mit Baby (12.600 Euro inkl. Aufgeld; Schätzpreis: 2.800-3.200 Euro) sowie das Netsuke eines liegenden Oni (13.860 Euro inkl. Aufgeld; Schätzpreis: 2.400-2.800 Euro).
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