Diesen Monat präsentiert das Kölner Auktionshaus Lempertz an drei Tagen Alte Kunst und Kunsthandwerk von höchster Qualität. Von den mehr als 1300 Losen möchten wir Ihnen 6 Highlights nun näher vorstellen.
Eröffnet wird die Auktionsreihe am 19. Mai um 14 Uhr mit der Offerte „Schmuck und Uhren“, in der uns einige Highlights in die Belle Époque entführen.

Neben einem bedeutendem Rivière-Collier mit Diamanten im Alt- und Übergangsschliff von zusammen ca. 42,41 ct muss an dieser Stelle auf ein um 1910 geschaffenes Anhängercollier aus Platin hingewiesen werden, das mit seinem üppigen Diamantbesatz dem damals so beliebten Weißen Stil entspricht. Schleifenförmig und mit einem beweglichen Element ausgestattet, wurde das außergewöhnliche Stück sehr fein in der Art von Klöppelspitze gestaltet.

Wie sehr um die Jahrhundertwende klassische und neue Stile miteinander konkurrierten, wird durch ein weiteres herausragendes Los der Offerte verdeutlicht. Der bedeutende Anhänger aus Gold und Emaille mit Schwanenmotiv wurde noch vor 1899 in Paris ausgeführt. Sein Schöpfer war Marcel Bing, Sohn des aus Hamburg stammenden Händlers Siegfried/Samuel Bing, der den Japonismus in Europa begründet hatte und ein Wegbereiter des Art Nouveau war. Marcel Bing war gelernter Goldschmied und fertigte neben Schmuck auch Vasenfassungen für die Galerie seines Vaters an.

Weitere Highlights der Auktion sind ein Multicolor-Collier mit Ceylon-Saphiren, Armbanduhren von Audemars Piguet und Breguet sowie eine Kelly Bag von Hermès aus schwarzem Eidechsenleder.
Der 20. Mai ist ganz dem vielfältigen Kunsthandwerk gewidmet. Um 11 Uhr stehen Silber und Kunstgewerbe sowie Mörser aus der bedeutenden Sammlung von Ralf Jena auf dem Programm.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen hier eine bedeutende Rosenwasserschüssel für die Grafen v. Preysing, Keramik von Lucie Rie und eine Brüsseler Tapisserie mit dem Urteil des Paris.

Ein weiteres Highlight ist dieser seltene Verwandlungstisch, der um 1775-80 von David Roentgen ausgeführt wurde. Als typisch für eine Arbeit aus der Neuwieder Werkstatt sind auch hier die makellose Handwerkskunst und mechanische Überraschungen hervorzuheben. Der Tisch, einst Teil eines Paares, kann erweitert und für unterschiedliche Dinge genutzt werden: zum Schach-, Karten- oder Trictracspielen, aber auch zum Lesen.
Um 14 Uhr ziehen Keramik und Porzellan alle Aufmerksamkeit auf sich. Zum Aufruf kommen zwei weitere spannende Sammlungen sowie frühe Stücke aus Meissen, darunter ein musealer Walzenkrug mit Vermeilmontierung, dessen Dekor dem bedeutenden Porzellanmaler Johann Gregorius Hoeroldt zugeschrieben wird.
Am 21. Mai steht schließlich die Auktion „Alter Meister und 19. Jahrhundert“ auf dem Programm, die in zwei Sitzungen (11 Uhr und 14 Uhr) abgehalten wird.

Unter den Gemälden Alter Meister sind Werke von Künstlern wie Bernard von Orley, Pieter de Hooch, Jacob van Ruisdael und Giovanni Battista Tiepolo hervorzuheben.

Als Top-Los der Offerte kommt jedoch ein Prunkstillleben von Jan Davidsz. de Heem zum Aufruf, das an jene sehr erfolgreiche Versteigerung eines Blumenstilllebens des Barockmalers anknüpft, die vor einem Jahr bei Lempertz stattfand. Auf dem vorliegenden Werk bilden Silberschmiedekunst, Glas und chinesisches Porzellan zusammen mit verlockenden Früchten und Austern sowie einer Laute im Vordergrund eine ausgefeilte Komposition, die alle Sinne anspricht. Zudem symbolisieren die dargestellten Gegenstände und Naturalien die vier Elemente, wobei die Luft durch die am hohen Fenster vorbeiziehen Wolken repräsentiert wird.

Ebenfalls hervorgehoben werden muss das dem italienischen Barockmaler Domenico Fetti zugeschriebene Werk Melancholie, das aus einer Mailänder Privatsammlung zur Auktion eingeliefert wurde. Neben der vorliegenden sind drei weitere, leicht variierende Versionen bekannt, die sich in in Venedig, Paris und Chicago befinden. Fettis Komposition entstand in der Folge des rund 100 Jahre älteren Stichs Melencolia I von Albrecht Dürer, fügt mit dem Schädel jedoch ein Element hinzu, das zum zentralen Gegenstand der schwer greifbaren Melancholie wird. Die Weinranken, aber auch der Schädel (man denke an die büßende Maria Magdalena) fügen dem Werk ein religiöse Lesart hinzu.

Die Auswahl an Werken des 19. Jahrhunderts, die Arbeiten von Künstlern wie Franz Stuck, Francesco Hayez und Peder Mørk Mønsted umfasst, wird angeführt von Carl Blechens Felslandschaft mit einem Einsiedler (Abendstimmung), das erst vor Kurzem wiederentdeckt wurde. Eine weitere Variante befindet sich auf Schloss Branitz (wo Fürst Hermann von Pückler-Muskau seine späteren Jahre verbrachte), zeigt dasselbe Motiv jedoch bei Tageslicht. Beide Gemälde sind dem Frühwerk Blechens zuzuordnen und widerspiegeln mit ihrer Vielzahl an Details dessen Bestreben, sein ganzes Können in nur einem Werk unter Beweis zu stellen.
Die Versteigerungen finden vom 19.-21. Mai im Kunsthaus Lempertz, Neumarkt 3, in Köln statt. Vorbesichtigungen sind dort ab dem 15. Mai möglich.




