Zwischen Jesus und den Beatles befindet sich Napoleon.
Egal, ob aus Frankreich oder aus einer anderen Ecke des Globus: jeder Napoleon-Fan hat seine Gründe, einen Teil des Mythos besitzen zu wollen. Bei einen mag es ein Interesse für seine Geschichte sein, andere bewundern seinen strategischen Geist, und dann gibt es noch jene, bei denen der patriotische Aspekt die entscheidende Rolle spielt.

Die Begeisterung der breiten Öffentlichkeit für den Kriegsherrn und Kaiser ist ungebrochen, wie die Versteigerung eines seiner Thronsessel bei Osenat im April 2019 für 500.000 Euro belegt. Ein weiteres gutes Beispiel ist der im Mai 2018 bei Christie’s aufgestellte Rekord für ein Porzellanservice aus Sèvres, das für 1,5 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Es war Teil der bedeutenden Rockefeller-Auktion und das Auktionshaus erklärte, dass dieser illustre Familienname die Gebote zumindest teilweise in die Höhe getrieben hätte. Das Hauptargument sei jedoch die napoleonische Provenienz gewesen.
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Interessant ist auch die Vielfalt der in den Auktionssälen auftauchenden Objekte, wenn es um eine historischen Persönlichkeit vom Kaliber Napoleons geht – geschichtsträchtige Lose, die zu einer Zeitreise in das Leben ihres ehemaligen Besitzers einladen. Der Verlobungsring, den Napoleon 1796 seiner Josephine an den Finger steckte ist beispielsweise ein direktes Zeugnis der sentimentalen Seite des Strategen, das 2013 bei Osenat für 730.000 Euro einen Käufer fand. Die Régente-Perle, die Napoleon 1811 seiner zweiten Ehefrau, Marie-Louise von Österreich, schenkte, brachte 2005 bei Christie’s 2,9 Millionen Euro ein und wurde damit zu einer der teuersten Perlen der Welt.
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„Zwischen Jesus und den Beatles befindet sich Napoleon“, scherzte Maître Osenat vom gleichnamigen Aktionshaus in Fontainebleau während eines Interviews. Napoleon ist eine eher moderne Persönlichkeit, von der sich auch jüngere Generationen angezogen fühlen. „Sein Leben ist symbolisch, es ist die Geschichte eines intelligenten Mannes, der bei Null anfing und für kurze Zeit Herr der Welt wurde.“ Während Napoleons Aufstieg und seine Herrschaft spektakulär waren, tragen sein Sturz und sein Exil zusätzlich zur Legende bei. „Wir haben es nicht mit der Nostalgie des etablierten Adels zu tun, sondern mit den Erinnerungen an einen aktiven Menschen, der bis heute wirkt und mit dem wir uns identifizieren können“, führte der Auktionator weiter aus. Darüber hinaus gibt es Geschäftsleute, die sich von Napoleons unermüdlichen Geist inspirieren lassen.
Bei Osenat hat man sich ganz besonders der Aufrechterhaltung der "Faszination Napoleon“ verschrieben. Für seine regelmäßigen Verkäufe mit dem Titel „Empire à Fontainebleau“ bietet das Auktionshaus regelmäßig Memorabilia, Manuskripte und Militaria an – sehr zur Freude jener Enthusiasten, die sich für diese Epoche begeistern.

2007 präsentierte Sotheby’s einen Säulentisch aus Sèvres-Porzellan, den Napoleon 1811 in Auftrag gegeben hatte, der während seiner Regierungszeit jedoch nicht fertiggestellt wurde. Laut Alexandre Brogniart, Leiter der Manufaktur von Sèvres, sollte die Porzellandekoration des Tisches Ansichten der kaiserlichen Paläste im Zusammenhang mit Ereignissen aus dem Leben Napoleons und seiner Familie zeigen. insgesamt zieren sechs Schlösser in Paris und Umgebung den Tisch, der für 4,3 Millionen Euro versteigert wurde.
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Egal, ob Zweispitz, Säbel, Ehevertrag oder Totenmaske (die 2017 bei Couteau-Bégarie für 290.000 Euro versteigert wurde), napoleonische Schätze lösen auf dem Auktionsmarkt immer eine Welle der Emotionen aus, die die Gebote in die Höhe treibt.
Sein Kampfgeist und seine Regentschaft, aber auch sein Scheitern und sein Exil sind alles Elemente, die den „kleinen Korporal“ und seine Geschichte so faszinierend machen und seine Bewunderer – sowohl französische als auch internationale – bisweilen dazu bringen, Millionenbeträge zu zahlen, um ein Stück Napoleon ihr Eigen nennen zu dürfen.
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