Wenn jeder Ukulele spielen würde, wäre die Welt ein besserer Ort.
Kleiner als eine Gitarre, leicht zu erlernen und zu transportieren und ausgestattet mit einem fröhlichen Klang: In den letzten Jahren hat die Ukulele sich verstärkt in die Herzen der Menschen gespielt. Schon ihr Name ist einfach nur bezaubernd: „Hüpfender Floh“ lautet die Übersetzung des hawaiianischen Namens, der vermutlich auf der Tatsache basiert, das sich die Finger des Spielers mit hoher Geschwindigkeit über die Saiten bewegen. Doch wie fing alles an?

Die Vorläufer der Ukulele wurden um 1879 von portugiesischen Einwanderern von der Insel Madeira mitgebracht, die ihre Heimat verlassen hatten, um auf den entfernten Eilanden Zuckerrohr zu ernten. Einige von ihnen waren eigentlich erfahrene Gitarrenbauer, die nun ein neues Instrument schufen, das eine Mischung der madeirischen Saiteninstrumente Braguinha und Rajão war. Von Hawai aus verbreitete sich die Ukulele in Amerika, wo Musiker wie Roy Smeck (1900-1994), Spitzname The Wizard of the Strings, sie populär machten. Während die USA in den 1930er Jahren von der Weltwirtschaftskrise stark gebeutelt waren, erlebte die Ukulele in Großbritannien eine Glanzzeit. Der Schauspieler, Songwriter und Komiker George Formby (1904-1961) spielte in seinen Filmen leichte und komische Lieder auf der Ukulele oder Banjolele. Von den späten 1940er bis zu den späten 1960er Jahren verkaufte der italienische Gitarrenbauer Mario Maccaferri (1900-1993) etwa 9 Millionen Ukulelen zu einem ausgesprochen niedrigen Preis und trug so zur Verbreitung des Instruments bei.
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In den 1960er Jahren erlebte die Ukulele in den Vereinigten Staaten eine Renaissance, auch dank Bands wie den Beach Boys, in deren Liedern sie manchmal zum Einsatz kam. Zeitgleich entstanden auf der ganzen Welt Fanclubs dieser netten kleinen Gitarre.
Doch war die Popularität der Ukulele schon bald wieder rückläufig. Dies änderte sich erneut in den 1990er Jahren, als einige Musiker das Instrument wieder verwendeten. Besonders berühmt wurde das Medley mit den Liedern What a Wonderful World und Somewhere over the Rainbow des hawaiianischen Sängers Israel Kamakawiwoʻole. Leider verstarb Kamakawiwoʻole 1997 im Alter von nur 38 Jahren, doch der verträumte Geist seiner Stimme, begleitet von den unbeschwerten Melodien seiner Ukulele, regt auch heute noch zum Träumen an.
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Die Interpretation der unterschiedlichsten Lieder gehört zum festen Bestandteil der YouTube-Videos und nicht selten begleiten sich die Sänger und Sängerinnen auf einer Ukulele. Unter anderem ging das Video des Songs While My Guitar Gently Wespe von George Harrison, gespielt vom amerikanischen Komponisten Jake Shimabukuro mit über 17 Millionen Aufrufen viral. Fast genauso bekannt wie das Video ist Shimabukuros Äußerung „Wenn jeder Ukulele spielen würde, wäre die Welt ein besserer Ort“, die die fröhliche Natur der Ukulele perfekt zusammenfasst.

Apropos YouTube: Dort wimmelt es nicht nur so vor Coverversionen bekannter Songs mit Ukulele-Begleitung, es gibt auch zahllose Tutorials und Ratgeber darüber, wie man lernt, Ukulele zu spielen, welche Ukulele am besten für Anfänger geeignet ist usw. Nicht wenige Menschen haben während der Pandemie mit dem Ukulelespielen angefangen, zum einen wegen des relativ einfachen Erlernens, zum anderen wegen des fröhlichen Charakters des Instruments, das hervorragend dazu geeignet ist, die Stimmung zu heben.

Einige Ukulelen unterstreichen ihr fröhliches Image mit einer bunten Farbe. Außerdem gibt es auch welche aus Kunststoff, die den Vorteil haben, wasserdicht und widerstandsfähiger zu sein und daher auch wunderbare Reisebegleiter sind. Aus klanglicher Sicht sind die Ukulelen aus Holz wegen ihrer besseren Resonanz vorzuziehen.
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Aber wie viele verschiedene Arten von Ukulelen gibt es denn nun eigentlich?
Die Antwort lautet: sechs. Die Sopranino gilt als die „Kleine“ in der Familie und ist nicht sehr verbreitet. Die Sopran ist hingegen eine der häufigsten und perfekt als Anfängerinstrument geeignet. Mit seiner Länge von nur 50 cm ist sie auch für Kinder geeignet. Die Concerto ist mit ihren 60 cm etwas größer und hat einen besseren Klang, aber auch einen höheren Preis. Dann haben wir dir Tenor, die bei Solisten und erfahrenen Spielern sehr beliebt ist. Sie ist rund 65 cm lang, verfügt über ein wärmeres und tieferes Klangbild und ist sowohl zum Spielen von Akkorden als auch von Einzelnoten geeignet. Die Bariton ist wieder seltener, vermutlich wegen ihrer Größe von 75 cm und der Tatsache, dass ihr Klang der einer Gitarre ähnelt. Schließlich mag es bei der Bass, der größten Ukulele, an ihrer Unhandlichkeit liegen, dass sie eher selten anzutreffen ist.
Und wie sieht es auf dem Vintage-Markt aus?

Unter Sammlern und Liebhabern scheint es ein gewisses Interesse an Ukulelen der Marke Martin zu geben, insbesondere an der Variante Sopran und Instrumenten der 1920er Jahre. Martin & Co. ist der älteste noch produzierende Ukulele-Hersteller der Welt und ist seit dem frühen 20. Jahrhundert im Geschäft. Ukulelen von Martin werden für ihre hohe Handwerkskunst und ihren Klang gelobt, insbesondere die Modelle aus Koa-Holz, die auch besser zum Sammeln geeignet sind, als die Mahagoni-Modelle.
Wer wissen möchte, wie alt die Martin-Ukulele ist, mit der er es zu tun hat, sollte Folgendes beachten: Die frühesten Exemplare, die vor 1916 gebaut wurden, haben Seriennummern von 1 bis kleiner als 200; diejenigen, die nach 1916 gebaut wurden verfügen nicht mehr über Seriennummern, können aber anhand ihrer Spezifikationen datiert werden. Zum Beispiel trugen die Ukulelen bis 1935 das Martin-Markenzeichen auf der Rückseite des Kopfes; Aufkleber auf dem Kopf tauchen erst auf Katalogfotos nach dem Zweiten Weltkrieg auf. 1962 fügte Martin & Co. im Inneren das Etikett „Made in USA“ hinzu.
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Die fröhliche kleine Gitarre ist auch bestens für Kinder geeignet, da es recht einfach ist, die ersten drei Grundakkorde zu lernen und man sofort mit dem Spielen beginnen kann. Diese Vorteile haben es mit sich geführt, das einige Schulen den Klassiker Blockflöte durch die Ukulele ersetzt haben, was es natürlich zudem ermöglicht, gleichzeitig zu spielen und zu singen.
Falls Sie sich bis jetzt noch nicht in die Ukulele verliebt haben, sind hier noch einige Informationen, die Sie schließlich doch noch überzeugen werden: In manchen Krankenhäusern greifen die Stationsclowns, die den Patienten Freude und Abwechslung bringen sollen, in die Saiten einer Ukulele. Der Resonanzkörper dieses Instruments schwingt wie eine kleine Trommel, weshalb es auch von Sehbehinderten geschätzt wird. Außerdem kommt die Ukulele auch in der Musiktherapie zum Einsatz, um die Interaktion zwischen Therapeut und Patient zu fördern.
Die Ukulele bietet unzählige soziale Möglichkeiten, aber auch die perfekte Gesellschaft, wenn man alleine ist. Ausgehend von Hawaii, ihrer unbestrittenen Heimat, verbreitete sich die Ukulele auf dem gesamten Globus und eroberte die Herzen von Millionen Menschen. Und wir sind uns sicher, dass dieser viersaitige „kleine Kerl“, mit dem sich jeder wieder ein wenig wie ein Kind fühlt, in Zukunft noch mehr Erfolg haben wird.





