89% der Lose, die Christie’s in der von seiner Pariser Niederlassung aus organisierten Schmuckauktion vom 21. Juni bis 7. Juli online versteigerte, wurden verkauft und erzielten dabei ein Gesamtergebnis von knapp 7 Millionen Euro. Die Gebote kamen von Sammlern und Schmuckliebhabern aus 36 Ländern. Etwa ein Siebtel des Gesamtergebnisses wurde mit einem Collier des bedeutenden Pariser Juweliers Jean Fouquet (1899-1984) erzielt, dessen geometrische Formen sowohl vom Konstruktivismus, als auch vom Kubismus und Futurismus inspiriert wurden. Das Art déco-Collier wechselte für 980.000 Euro den Besitzer, was einen neuen Auktionsrekord für ein Schmuckstück von Fouquet darstellt.

Violaine d’Astorg, Leiterin der Schmuckabteilung bei Christie’s France, kommentierte: „Bei unserer Frühjahrs-Onlineauktion in Paris wurden sehr gute Ergebnisse erzielt. Eine ikonische Halskette von Jean Fouquet (1899-1984) wurde für fast eine Million Euro an einen europäischen Privatsammler verkauft, was mehr als dem Doppelten der ursprünglichen Schätzung entspricht.“
Das Collier aus Metall und Lack ziert ein rechteckig geschliffener Aquamarin von fast 90 ct. Angefertigt wurde es zwischen 1925 und 1930, einer interessanten Phase in Fouquets Karriere, nachdem er 1925 auf der für das Art déco richtungsweisenden Exposition internationale des Arts décoratifs et industriels modernes einen Preis hatte gewinnen können.
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Jean Fouquet bildete die dritte Generation der bedeutenden französischen Juweliersfamilie, deren Unternehmen mit seinem Eintritt 1919 einen neuen Aufschwung erlebte. Die Fouquets hatten sich schon immer durch Dynamik und Wagemut ausgezeichnet und kooperierten für ihre Disziplin immer wieder mit anderen künstlerischen Feldern. Jean war der Sohn von dem großen Jugendstil-Juwelier Georges Fouquet (1862-1957) und der Enkel des nicht weniger berühmten Alphonse Fouquet (1828-1911), dessen illustres Geschäft um 1900 von Alfons Mucha dekoriert worden war und heute im Musée Carnavalet (Museum für die Stadtgeschichte von Paris) ausgestellt wird.
Jean Fouquet hatte eigentlich eine Karriere als Schriftsteller oder Anwalt vorgeschwebt, als er 1919 begann, mit seinem Vater zusammenzuarbeiten und weitere Talente offenbarte. Er schuf avantgardistischen Schmuck mit Materialien, die damals in der Juwelierszene kaum oder noch nicht verwendet wurden: Ebenholz, Silber, Chromstahl, Weißgold. Inspiriert von den künstlerischen Strömungen seiner Zeit, entwickelte Jean Fouquet einen einfachen Stil, in dem geometrische Formen wie Dreiecke, Halbkreise und Pyramiden dominierten.
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Für seine Kreationen aus Silber und Weißgold zog er Lack dem Emaille vor und mischte glänzende und matte sowie ebene und ziselierte Oberflächen, die er mit Halbedelsteinen ergänzte. Mit seiner gerillten Scheibe und dem imposanten rechteckigen Aquamarin verkörpert das bei Christie’s angebotene Collier das perfekte Beispiel für den kreativen Höhepunkt Jean Fouquets.
„10.480 Zuschauer verfolgten die Auktion online. Die registrierten Bieter kam aus 36 Ländern, 17% von ihnen waren neue Käufer“, berichtet Violaine d’Astorg. „Diese phänomenale Demonstration der Stärke des Schmuckmarktes wurde auf der ganzen Welt gesehen […]. Das Leben eines Schmuckstücks ist bei Christie’s nie zu Ende.“
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