Auf 2.000.000 – 4.000.000 Euro hatten die Experten vom Auktionshaus Artcurial Guido Renis Gemälde David und Goliath geschätzt, bevor es am Dienstag in Paris unter den Hammer kam. Als Orientierungshilfe hatte Renis bisheriger Auktionsrekord gedient, der 2008 bei Sotheby’s in London aufgestellt worden war, als Das Martyrium der heiligen Apollonia 1.833.250 GBP (2.315.395 Euro) erzielte. Doch wurde dieser Rekord weit in den Schatten gestellt, als der Hammer in Paris erst bei 10.100.000 Euro fiel. Inklusive Aufgeld beläuft sich das Ergebnis auf 12.386.600 Euro.

Der Grund für den markanten Preisanstieg ist in der Bedeutung des Gemäldes begründet, das bereits kurz nach seiner Entstehung Berühmtheit erlangte und vielen weiteren Künstlern als Inspiration diente. Es entstammt jener kurzen Phase zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als sich der von Raffael und Michelangelo beeinflusste Reni darin versuchte, seinen sonst von den Idealen der Antike beeinflussten Klassizismus mit dem Realismus Caravaggios zu verbinden – was ihm auf vortreffliche Weise gelungen ist.
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Das vorliegende Gemälde David und Goliath ist nicht das einzige, in dem sich Reni mit dem Motiv eigenhändig auseinandersetzte. Ein in nur kleinen Details abweichendes Werk hängt im Pariser Louvre, eine weitere Version im Musée des Beaux-Arts in Orléans. Von dieser sind einige Werkstattkopien bekannt, die in bedeutenden Museen wie den Uffizien in Florenz und der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden bewundert werden können. Eine weitere Kompositionsart wird unter anderem in der Galleria Nazionale delle Marche in Urbino ausgestellt. Eine Kopie des Rekordwerks wurde 2012 bei Sotheby’s versteigert.

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Spannend und am nun erzielten Preis beteiligt ist auch die Provenienz des Gemäldes. 1633 wurde es in Bologna vom Herzog von Modena, Francesco I. d’Este, über einen Mittelsmann beim Künstler erworben. Später war es Teil der Sammlung des berühmten Feldherren Prinz Eugen von Savoyen im Wiener Belvedere, wie eine nach dem Tod des Prinzen 1736 erstellte Inventarliste belegt. Die Sammlung wurde gänzlich von Karl Emanuel III. von Savoyen erworben und nach Turin gebracht, wo sie in die Kunstsammlung im Palazzo Reale integriert wurde. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, während der Napoleonischen Zeit, nahm der „Provisorische Außerordentliche Minister der französischen Regierung in Piemont“, General Pierre-Antoine Dupont de l’Etang, David und Goliath mit nach Paris. Es verlieb im Besitz seiner Familie und verschwand aus dem öffentlichen Bewusstsein, bis es nach 220 Jahren wiederentdeckt wurde, um schließlich einen neuen Auktionsrekord für seinen Schöpfer aufzustellen.
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