Das Auktionsjahr 2023 ist noch nicht ganz zu Ende, da kündigen sich bereits die ersten Highlights des Auktionsjahres 2024 an. Anfang Februar hat Sotheby’s New York die Ehre, ein Werk des spanischen Barockmeisters Diego Velázquez anbieten zu können, wie es so gut wie niemals auf dem Auktionsmarkt anzutreffen ist. Die 2 Meter hohe Leinwand zeigt ein prachtvolles Porträt der spanischen Königin Isabel de Borbón, das in den 1620er Jahren entstand, vermutlich kurz nachdem Velázquez 1623 von Isabels Gemahl, König Philipp IV. von Spanien, zum Hofmaler ernannt worden war.
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Isabel war 1602 als Tochter des französischen Königs Heinrich IV. und dessen zweiter Gemahlin Maria de’ Medici zur Welt gekommen. Ihr Taufname war Élisabeth und als älteste Tochter des Königs erhielt sie den Ehrentitel Madame Royale. Nachdem eine erste Eheanbahnung mit dem Haus Savoyen gescheitert war, wurde Élisabeth mit dem spanischen Kronprinzen Philipp verlobt. Ihr Bruder, Ludwig XIII., wiederum sollte eine Schwester Philipps, Anna von Österreich (Spanien wurde damals von den Habsburgern regiert), ehelichen. Im Alter von nur 13 Jahren machte sich Élisabeth auf den Weg nach Spanien, wo sie mit dem sogar erst 10-jährigen Philipp vermählt wurde. 1621 bestiegen Philipp IV. und Isabel (wie die französische Prinzessin in ihrer neuen Heimat hieß), den spanischen Thron. Isabel war musisch interessiert und eine Fördern der spanischen Literatur, erst später engagierte sie sich auch politisch. Viel Zeit blieb ihr jedoch nicht, denn Königin Isabel starb bereits 1644 im Alter von nur 41 Jahren. Von ihren acht Kindern erreichte nur die jüngste Tochter, Maria Teresa, das Erwachsenenalter und heiratete den französischen Sonnenkönig Ludwig XIV.
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Die meisten der Porträts, die Diego Velázquez von den Mitgliedern der königlichen Familie malte, sind aufgrund ihrer Bedeutung in Museen zu finden. Das vorliegende Bildnis hing laut Sotheby’s ursprünglich im Buen Retiro Palast in Madrid (als Gegenstück zu einem Porträt Philipps IV., das heute im Prado zu sehen ist), bevor es im Zuge von Napoleons Invasion Spaniens nach Frankreich kam, wo es später in König Louis Philippes Galerie espagnole im Louvre ausgestellt wurde. Anschließend kam das Gemälde nach England, wo es bis 1950 im Besitz derselben Familie verblieb, die es öffentlich versteigern ließ. Seit 1978 ist es Teil der Sammlung der nunmehrigen Einlieferer.
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Das Porträt der Isabel de Borbón wird am 1. Februar 2024 als Top-Los der „Master Paintings & Sculpture“-Auktion von Sotheby’s in New York versteigert, der erwartete Preis soll sich im Bereich von 35 Millionen US-Dollar bewegen. Hinsichtlich der Bedeutung des Gemäldes und der Seltenheit eines solchen Werks von Velázquez auf dem Auktionsmarkt, scheint die stolze Summe nicht zu hoch gegriffen, auch wenn sie den aktuellen Auktionsrekord des Künstlers weit übersteigt.
Dieser war 2007 ebenfalls bei Sotheby’s, allerdings in London, aufgestellt worden, als Velázquez’ Darstellung der Heiligen Rufina für 8,42 Millionen GBP (ca. 12,5 Millionen Euro bzw. 16,9 Millionen USD) einen neuen Besitzer fand.
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Tatsächlich neigen Velázquez-Gemälde vom Kaliber des vorliegenden Königinnen-Porträts dazu, für Furore zu sorgen, wenn sie denn mal auf dem Auktionsmarkt angeboten werden. Das letzte Mal geschah dies im Jahr 1970, als bei Christie’s in London Velázquez’ Porträt des Juan de Pareja versteigert wurde. Dabei handelte es sich jedoch um keine höfische Auftragsarbeit, sondern um ein Porträt aus dem Umfeld des Malers, denn Pareja war Sklave in Velázquez' Haushalt sowie Mitarbeiter in seiner Werkstadt. Velázquez vollendete das herausragende Porträt in Rom, wo es bei seiner Ausstellung viel Aufmerksamkeit erhielt und seinem Schöpfer den Auftrag für ein Porträt des Papstes einbrachte. Juan de Pareja erhielt acht Monate nach Vollendung seines Bildnisses die Freiheit.
Das Porträt des Juan de Pareja wurde 1970 für 2,3 Millionen GBP (rund 44 Millionen GBP nach heutiger Kaufkraft) versteigert, was dem Dreifachen des bis dahin gültigen Auktionsrekordes für ein Gemälde entsprach. Betrachtet man die Tatsache, dass der aktuelle Auktionsrekord für ein Gemälde bei 450,3 Millionen US-Dollar liegt, wird sich ein solches Ereignis kommenden Februar wohl kaum wiederholen.
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