Es zeigt einfach, dass es Dinge in unserem Alltag geben kann, die ein Geheimnis in sich tragen, das sie ein kleines Vermögen wert sein lässt.
Wie so manch anderes gekröntes Haupt ist auch Marie Antoinette eine historische Figur, die in der Sammlerwelt auf großes Interesse stößt. Taucht ein mit ihrer Geschichte verbundenes Objekt oder gar eines aus ihrem persönlichen Besitz auf dem Auktionsmarkt auf, lassen hohe Gebote nicht lange auf sich warten.

Am 14. November, zwölf Tage nach Marie Antoinettes 265. Geburtstag, wurde ein Schuh, in dem einst der Fuß der Königin steckte für 43.750 Euro verkauft. Verkäufer war das Auktionshaus Osenat, das auf Historika aus der Zeit des Empire spezialisiert ist. Der Schuh weist zwar einige altersbedingte Beschädigungen auf, war aber von derselben Familie seit dem späten 18. Jahrhundert in Ehren gehalten und von Generation zu Generation weitervererbt worden.
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Gefertigt aus Ziegenleder und Seide, misst der Absatzschuh 22,5 cm, was der heutigen Größe 36 entspricht. Laut eines Experten des Auktionshauses steht die königliche Provenienz völlig außer Frage: Der Schuh war in den Besitz von Marie-Émilie Leschevin, einer engen Freundin von Madame Campan, ihres Zeichens erste Kammerfrau Marie Antoinettes, gelangt, die eine Vorfahrin der Familie ist, die den Schuh nun versteigern ließ.

Der Schuh war mit einem Schätzpreis von 8.000-10.000 Euro zum Aufruf gekommen und vervierfachte diesen somit. Der erzielte Preis entspricht zudem jenem, der für eine Reisetruhe aus Marie Antoinettes Besitz im Mai bei Osenat gezahlt worden war.

Bereits am 13. November war ein weiteres Objekt aus dem ehemaligen Besitz Marie Antoinettes versteigert worden, dessen weitere Provenienzgeschichte auch Napoleon III. und dessen Frau Eugène umfasst. Die Kaiserin der Franzosen war eine große Bewunderin ihrer Vorgängerin und sammelte Erinnerungsstücke an sie.

Das Objekt, ein französischer Spiegel, war seinen letzten Besitzern in den 1980er Jahren von einem Verwandten geschenkt worden. In seinem Rahmen befindet sich eine gravierte Silberplakette, die Auskunft über seine Herkunft gibt: "Dieser Spiegel gehörte Marie Antoinette und wurde beim Verkauf der persönlichen Gegenstände Napoleons [III., Anm. d. Red.] erworben". Die nun ehemaligen Besitzer schienen diesen Hinweis jedenfalls nicht ernst genommen zu haben und hängten den Spiegel im Badezimmer auf, wo er vierzig Jahre zubrachte.

"[Sie] dachten, es wäre ein kleiner Scherz und vermutlich nicht wahr", kommentierte Andy Stowe, Auktionator bei East Bristol Auctions, wo der Spiegel versteigert wurde. Dessen Authentizität konnte allerdings durch einen Katalog von Christie's aus dem Jahr 1889 bestätigt werden, in dem er als Eigentum von Napoleon III. aufgeführt war. Es war der Katalog zu der bereits erwähnten Napoleon III.-Auktion. Laut der Experten war der 50 x 40 cm messende Spiegel einst Teil eines größeren Spiegelarrangements, das sich in einem der Schlösser Marie Antoinettes befunden hatte.
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Gefasst in einen aufwändig geschnitzten Walnussholzrahmen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (vor der Auktion von 1889), wechselte der Spiegel für 11.200 Euro (inkl. Aufgeld) den Besitzer. "Die Vorstellung, das Marie Antoinette in diesen Spiegel geschaut hatte, ist einfach wundervoll", fügte Andy Stowe hinzu. "Es zeigt einfach, dass es Dinge in unserem Alltag geben kann, die ein Geheimnis in sich tragen, das sie ein kleines Vermögen wert sein lässt."
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