"Wildheit von Schönheit gezähmt": Die Frühlingsauktion bei Bukowskis

Wenn das Stockholmer Auktionshaus Bukowskis zur Frühjahrsauktion bittet, darf man davon ausgehen, dass die Offerte exquisit sein wird. Wie wäre es zum Beispiel mit einer bedeutenden Skulptur des deutschen Klassizismus?

"Wildheit von Schönheit gezähmt": Die Frühlingsauktion bei Bukowskis

Am 4. und 5. Juni findet in Stockholm die große Frühjahrsauktion des Auktionshauses Bukowskis statt. Die Offerte mit über 1100 Losen umfasst Möbel und Kunsthandwerk, Silber und Objets de vertu, Teppiche und Textilien, Glas, Keramik und Kunst sowie Asiatika und Schmuck. Entdecken Sie mit uns im Folgenden einige der Highlights der Auktion!

Unter den Kunstwerken der Auktion befindet sich auch eine hervorragende Kopie eines Meisterwerks des deutschen Klassizismus: Ariadne auf dem Panther des Stuttgarter Bildhauers Johann Heinrich von Dannecker.

Ariadne auf dem Panther, Marmorkopie nach dem Original von Johann Heinrich von Dannecker (1758-1841) | Foto: Bukowskis
Ariadne auf dem Panther, Marmorkopie nach dem Original von Johann Heinrich von Dannecker (1758-1841) | Foto: Bukowskis

Dannecker, der in Paris und Rom studiert hatte, wurde nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt Hofbildhauer am württembergischen Hof. Zwischen 1803 und 1814 arbeitete er an der Marmorgruppe Ariadne auf dem Panther, wobei es sich allerdings um keine Auftragsarbeit handelte. Er ließ sich bei der Ausführung von einer persönlichen Vision leiten, bei "Wildheit von Schönheit gezähmt" wird. Ariadne ist eine Figur der griechischen Mythologie, die vor allem für den roten Faden bekannt ist, den sie dem Helden Theseus reichte, und diesen so bei seinem Sieg über den Minotauros unterstützte.

Foto: Bukowskis
Foto: Bukowskis

Ariadne auf dem Panther wurde schnell als Meisterwerk Danneckers anerkannt. Noch vor der Fertigstellung der Marmorskulptur wurde das werk vom Frankfurter Bankier und Philanthropen Simon Moritz von Bethmann gekauft. Seitdem befindet sich das Original in der Stadt am Main und wird dort heute im Liebieghaus ausgestellt.

Von einem anderen Hofkünstler stammt diese herausragende Kommode im schwedisch-gustaviansichen Stil, der andernorts als Louis XVI-Stil bekannt ist. Erschaffer war Gottlieb Iwersson, seines Zeichens Meister in Stockholm von 1778-1813 und königlicher Hoftischler. Wie für die Epoche üblich ist auch bei der aufwändig mit Intarsien verzierten Kommode das Herannahen des Klassizismus spürbar.

Gottlieb Iwersson, Kommode im gustavianischen Stil, 1780er Jahre | Foto: Bukowskis
Gottlieb Iwersson, Kommode im gustavianischen Stil, 1780er Jahre | Foto: Bukowskis

Der bekannteste Hofkünstler überhaupt bleibt jedoch der Juwelier Fabergé. Aus dessen Atelier stammen mehrere Lose der Auktion, darunter dieser Platinanhänger mit Bergkristall und Diamanten. Entworfen wurde er von Alma Pihl, der einzigen Frau unter den Werkmeistern des Unternehmens.

Fabergé, Platinanhänger mit Bergkristall und Diamanten | Foto: Bukowskis
Fabergé, Platinanhänger mit Bergkristall und Diamanten | Foto: Bukowskis

Man mag es aufgrund der Ähnlichkeit bereits ahnen: Pihl schuf auch das berühmte Winter-Ei, jenes Fabergé-Ei, das Zar Nikolaus II. 1913 seiner Mutter zu Ostern schenkte.

Das Winter-Ei von Fabergé | Foto via All About History
Das Winter-Ei von Fabergé | Foto via All About History

Firmengründer Peter Carl Fabergé hatte sich, in seinen Anfangszeiten intensiv mit der traditionellen russischen Kunst beschäftigt, deren Elemente er immer wieder in die Produkte seines Betriebes einfließen ließ. Dies ist auch bei dem vorliegenden Salzschälchen aus Silber und Purpurit deutlich.

Fabergé, Salzschälchen aus Silber, Purpurit und Rubinen, Sankt Petersburg vor 1896 | Foto: Bukowskis
Fabergé, Salzschälchen aus Silber, Purpurit und Rubinen, Sankt Petersburg vor 1896 | Foto: Bukowskis

Hochinteressant ist auch ein auf Spiegelglas ausgeführtes Portrait der Königin Luise Ulrike von Schweden, eine geborene Prinzessin von Preußen und Schwester Friedrichs des Großen.

Portrait auf Spiegelglas von Luise Ulrike von Schweden, China, Qing-Dynastie, Qianlong (1736-95) | Foto: Bukowskis
Portrait auf Spiegelglas von Luise Ulrike von Schweden, China, Qing-Dynastie, Qianlong (1736-95) | Foto: Bukowskis

Das zeitgenössische Portrait stammt jedoch nicht von einem Hofmaler sondern aus China. Durch die schwedische Ostindien-Compagnie existierten gute Handelsbeziehungen nach Fernost. 1753 erhielt die Königin, die chinesische Kunst sehr schätzte, von ihrem Gemahl, König Adolf Friedrich, ein ganz besonderes Geschenk: Den Chinesischen Pavillion, den man auch heute noch im Park von Schloss Drottningholm bewundern kann.

Die Auktion findet am 4. und 5. Juni bei Bukowskis in der Arsenalsgatan 2 in Stockholm statt. Die Ausstellung zur Auktion ist vom 29. Mai bis 3. Juni im Berzelii Park 1 geöffnet.

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