Vom 11.-14. Juni präsentiert die Uppsala Auktionskammare seine hervorragend bestückte Auktionswoche mit 1199 ausgewählten Losen. An jeweils zwei Tagen kommen Klassische Kunst (11./12. Juni) sowie Moderne und Zeitgenössische Kunst (13./14. Juni) zum Aufruf. Den Auftakt gibt jedoch die Auktion mit asiatischen Kostbarkeiten.
Hochinteressant ist hier ein blauweißer chinesischer Porzellantopf aus der Shunzhi- oder frühen Kangxi-Periode (1644-1680). Im Zentrum der aufgemalten Dekoration steht die Darstellung der Waschung eines Elefanten. Zu sehen ist ein Elefant, der von drei Pflegern mit Besen abgeschrubbt wird während sein Elefantenführer, in Indien Mahut genannt, alles überwacht. Elefanten waren bis ins 17. Jahrhundert auch in China weit verbreitet.

Neben der offensichtlichen hat das Motiv allerdings auch eine übertragene Bedeutung: Waschung des Elefanten heißt auf Chinesisch "saoxiang", wobei das Wort "xiang" gleichermaßen Elefant und Illusion bedeuten kann. Das Motiv kann daher auch als piktografisches Wortspiel für das "Wegwaschen von Illusionen" gedeutet werden.

In der Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst begegnet man einem Eckpfeiler im Œuvre Fernand Légers: die Darstellung der starken Frau, in diesem Fall La grande Margot. Die Abgebildete ist frontal dem Betrachter zugewandt dargestellt, umrahmt von den Léger typischen schwarzen Linien. Ebenfalls typisch für den französischen Künstler ist die völlige Abkehr von jeder Natürlichkeit, ihm ging es um die Stilisierung der natürlichen Form, nicht um deren Imitation.
Eine herausragende Arbeit des Augsburger Silberschmieds David Bessmann wird in der Auktion mit klassischer Kunst angeboten. Der vergoldete, aus getriebenen und ziseliertem Silber gefertigte Präsentierteller zeigt als zentrales Motiv den Edelmut des Scipio.

Gemeint ist Publius Cornelius Scipio Africanus (235-283 v. Chr.), der ein bedeutender Kommandant der Streitkräfte der Römischen Republik war und im Zweiten Punischen Krieg den legendären Hannibal besiegte. Darüberhinaus galt er auch als edelmütig. In der Kunst wiederholt aufgegriffen, so wie auch durch Bessmann für den vorliegenden Teller, ist jene Szene, in der Scipio einem besiegten keltischen Krieger die Verlobte zurückgibt.
Von einem der Gemälde der Offerte blickt uns eine junge Dame mit großen braunen Augen an. Sie ist gekleidet in eine rosa robe à la française und trägt eine der erhöhten Lockenfrisuren der 1770er Jahre zur Schau. Vermutlich handelt es sich um ein Portrait der Prinzessin Sophie Friederike von Mecklenburg-Schwerin, die 1774 mit dem dänischen Erbprinzen Friedrich verheiratet wurde.

In jener Zeit entstand ein weiteres Portrait der damals 16-jährigen Sophie Friedrike, das zur Identifizierung der Person auf dem vorliegenden Bildnis herangezogen werden kann. Beide Gemälde stammen von Georg David Matthieu, der Hofmaler bei den Großherzögen von Mecklenburg-Schwerin war und einer Familie von Hofmalern entstammte. Sein Vater war Hofmaler in Preußen gewesen, seine Stiefmutter Anna Rosina de Gasc arbeitete an den Höfen in Zerbst und Braunschweig.
Des Weiteren ist mit Jan Davidszoon de Heem einer der bedeutendsten niederländischen Stilllebenmaler des 17. Jahrhunderts in der Auktion vertreten. De Heems Spezialgebiet waren Blumen- und Früchtearrangements, die durch ihre Farbigkeit und Feinheit der Darstellung beeindrucken, die auch im vorliegenden Fall bei den Spiegelungen der abgebildeten Gläser zum Ausdruck kommt.

Im Zentrum des Stilllebens ist eine chinesische Wanli-Schale abgebildet, also eine Porzellanschale, die während der Herrschaft von Kaiser Wanli (1572-1620) hergestellt worden war. In der Wanli-Periode begann China im großen Maßstab sein Porzellan nach Europa zu exportieren, wo es ein absolutes Statussymbol war - perfekt als Motiv für ein repräsentatives Stillleben.
Die Versteigerungen finden im Auktionshaus in Uppsala statt. Natürlich sind auch Gebotsabgaben über den Auktionskatalog, schriftlich oder telefonisch möglich. Auch Live-Gebote während der Auktion sind möglich.
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