Wannenes eröffnet die Auktionssaison mit den beiden Auktionen "Alte Meister und Gemälde des 19. Jahrhunderts" (24. September in Genua) sowie "Antike Teppiche und Textilien" (28. September in Mailand). Die Kataloge sind eine wahre Fundgrube für Sammler und Liebhaber alter Kunst.
ALTE MEISTER UND GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS (24. SEPTEMBER)
In der Auktion mit Alten Meistern und Gemälden des 19. Jahrhunderts versammeln sich Porträts, Stillleben, religiöse Themen und Landschaften. Besonders hervorzuheben sind die Auswahl italiensicher Gemälde des 16.-19. Jahrhunderts sowie die Werke flämischer Meister.

Zugeschrieben an den flämischen Maler Joachim Beuckelaer (ca. 1530 Antwerpen 1573), besticht diese Marktszene durch die präzise Wiedergabe der Waren, vor allem in Hinblick auf die perspektivische Genauigkeit und Darstellung der Nägel, an denen das Fleisch aufgehängt wurde. Rechts im Hintergrund ist die Verleugnung des Petrus dargestellt, doch wird der Blick des Betrachters ganz auf die Pracht der ausgebreiteten Waren gelenkt, die auf der linken Seite von einem Blumenarrangement und auf der rechten Seite von einer Figurengruppe begleitet werden. Joachim Beuckelaer lernte bei seinem Onkel Pieter Aertsen, als des bester Schüler und Nachfolger er gilt. 1560 wurde er in die Lukasgilde in Antwerpen aufgenommen. Sein Œuvre umfasst große Landschaften mit Personenstaffagen und Marktszenen, wie die vorliegende.

In der Auswahl der Werke von nordeuropäischen Malern, die in Italien tätig waren, ist besonders Porträt eines jungen Mannes am Brunnen des berühmten dänischen Malers Bernhard Keil hervorzuheben. Bevor Keil nach Italien ging, lebte und arbeite er in Amsterdam, wo er von 1642-44 ein Schüler Rembrandts war. Die Ausführung des Dargestellten zeichnet sich durch eine weiche und fließende Wiedergabe aus, die nicht die Grenze zur groben Realität überschreitet.

Im Stil von Tizian malte der junge italienische Maler Paris Bordone das nur selten verwendete Thema der Jagd auf den Kalydonischen Eber. Der ochsengroße wilde Eber war von der Göttin Artemis aus Rache in das Reich von König Oineus geschickt worden, um es zu verwüsten. Oineus ließ die besten Jäger Griechenlands kommen, um den Eber zu erlegen. 1952 befand sich das Gemälde im Besitz der Wildenstein Gallery in New York.

Von den Gemälden des 19. Jahrhunderts dürfen das große Leinwandgemälde Samson und Delilah des österreichischen Malers Carl Rahl (1812 Wien 1865) sowie das Gustavo Mancinelli zugeschriebene Werk Mädchen, Mandoline spielend nicht unerwähnt bleiben.
ANTIKE TEPPICHE & TEXTILIEN (28. SEPTEMBER)
Die antiken Teppichen und Textilien gewidmete Auktion dürfen sich Freunde dieser Sparte auf keinen Fall entgehen lassen, denn die Offerte besticht mit internationalen Stücken, die gleichermaßen qualitativ als auch abwechslungsreich sind.

Zunächst muss hier dieser elegante chinesische Teppich erwähnt werden, dem um 1900, am Ende der Qing-Dynastie, in Peking angefertigt wurde. Das zentrale Bild zeigt einen fliegenden Drachen mit langem Schnurrbart im Wanli-Stil (1573-1619). Der Bewahrer der flammenden Perle auf weißem Grund wird mit spiritueller Energie, Weisheit, Wohlstand, Unsterblichkeit, Donner und den Mond assoziiert und diente den chinesischen Kaisern über viele Dynastien hinweg als Symbol. Traditionell symbolisieren Drachen viele mächtige Eigenschaften, vor allem die Kontrolle über Wasser, Regen, Taifune und Fluten, aber auch Stärke und Glück.

Mit diesem wundervollen großen Serapi (584 x 434 cm) bewegen wir uns von China nach Persien. Geknüpft in der nordwestiranischen Heris-Region, datiert der Teppich in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und besticht mit klaren, leuchtenden Farben und harmonisch angeordneten Elementen.

Dieser schöne surrealistische Teppich basiert auf Joan Mirós Werk Soirée snob chez la princesse von 1944. Entstanden in der Mitte des 20. Jahrhunderts ist dieser Teppich ein originelles dekoratives Stück mit hohen ästhetischen Anspruch.
Die Offerte umfasst außerdem einige elegante Kimonos, darunter dieser Furisode mit den typischen flatternden Ärmeln aus der späten Edo-Zeit. Ein Furisode war ausschließlich unverheirateten Frauen vorbehalten und wurde von diesen hauptsächlich auf der Feier zu ihrem 20. Geburtstag getragen, mit dem sie die Volljährigkeit erreichten.
Die Auktion finden am 24. September ("Alte Meister und Gemälde des 19. Jahrhunderts") und 28. September ("Antike Teppiche und Textilien") in Genua bzw. Mailand statt.
Entdecken Sie bis dahin alle Lose der beiden Kataloge gleich hier!



