Mehr als 40 Jahre waren Eric Meletta und seine Frau Jutta eine feste Größe des Kunst- und Antiquitätenhandels in München. Der gelernte Hotelkaufmann entdeckte seine Leidenschaft für schöne alte Dinge in den 1960er Jahren auf seinen beruflichen Stationen in London und Paris. Was zunächst nur eine Hobby war, wurde 1976 zum Beruf, als Meletta 1976 sein erstes Antiquitätengeschäft in der Münchener Amalienstraße eröffnete, wo er englische Möbel, französische objets d'art und internationales Kunsthandwerk vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert anbietet. Auch auf die ein oder andere Skurrilität kann man bei Eric Meletta Kunst und Antiquitäten stoßen.

Bereits fünf Jahre später folgt der Ortswechsel in größere Geschäftsräume im Arco-Palais am Wittelsbachplatz, wo Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Politik zu seinen Kunden zählen. Mit Mitte 70 entschied sich Eric Meletta 2016 für eine Verkleinerung seines Geschäfts und zog erneut um - dieses Mal in die Baaderstraße 45, wo am 3. Juli auch der endgültige Schlussstrich seiner beruflichen Laufbahn im Kunst- und Antiquitätenhandel stattfinden soll, wenn das Auktionshaus Neumeister vor Ort die mit viel Liebe und Sachverstand zusammengetragene Sammlung Meletta versteigern wird. Vom 27. Juni bis 1. Juli können dort zudem alle Objekte der Auktion besichtigt werden. Die Versteigerung beginnt am 3. Juni um 14 Uhr.

Die interessanten Stücke der Sammlung Meletta sind jedoch nicht das einzige, das am 3. Juli bei Neumeister versteigert wird. Passend zu jener Offerte, versteigert das Auktionshaus ab 18 Uhr in seinen Räumen in der Münchener Barerstraße 37 Alte Kunst in über 350 Losen, bestehend aus Gemälden, Mobiliar und Kunsthandwerk.

Ein schönes Stück Rokoko hat es mit diesem Damensekretär aus furniertem Nussbaum und Rosenholz des Bayreuther Hofschreiners Johann Jakob Spindler in die Auktion geschafft. Die Markgrafschaft Bayreuth entwickelte sich ab den 1730er Jahren zu einer echten Perle des Rokoko. Zu verdanken hatte es das der älteren Schwester Friedrichs des Großen, Wilhelme, die mit dem Markgrafen Friedrich verheiratet war.

Ebenfalls aus jener Epoche, jedoch aus dem Einflussbereich von Friedrichs d. Gr. Erzfeindin Maria Theresia, stammt dieses Damenportrait des österreichischen Malers Johann Karl Auerbach. Dargestellt ist Erzherzogin Maria Elisabeth Josefa, die fünfte Tochter der Kaiserin. Elisabeth galt als die schönste Tochter Maria Theresias. Eheschließungen mit den Königen von Polen oder Frankreich wurden angestrebt, kamen aber nie zustande. Nicht zuletzt, weil die schöne Elisabeth durch eine Pockenerkrankung ihre Attraktivität einbüßte. Später, sie war mittlerweile Äbtissin in Innsbruck, kam eine Deformierung des Halses hinzu, wodurch sie von der Bevölkerung nur noch "kropferte Liesl" genannt wurde.

Das mit einem Schätzpreis von 120.000-150.000 Euro am höchsten bewertete Objekt der Auktion ist Die Predigt des Hl. Paulus auf dem Areopag in Athen. Dargestellt ist jene Begebenheit, bei der Paulus vor dem höchsten Rat der Athener über die überall in der Stadt sichtbaren "Götzenbilder" sprach. Schöpfer des Gemäldes war der italienische Renaissancemaler Benvenuto Tisi, genannt Il Garofalo, der vor allem in seiner Geburtsstadt Ferrara und in Rom tätig war, wo er sich in seinem Stil an dem Raffaels orientierte. Eine kompositorische Inspirationsquelle für das vorliegende Werk, das vermutlich 1535-40 entstand, könnte Raffaels berühmte Schule von Athen gedient haben.

Zu den jüngeren Gemälden der Auktion zählt Der Stelzenläufer des Münchener Malers Hermann Kaulbach. Neben Historiengemälden war und ist Kaulbach vor allem für seine lebendigen Szenen aus dem Leben von Kindern bekannt. In dem vorliegenden Werk ist es ihm hervorragend gelungen, die unterschiedlichen Charaktere der Kinder mit herzlichem Humor und Blick für Details einzufangen.

In insgesamt vier Positionen kommen Entwürfe des Keramikers Theodor Bogler zum Aufruf, darunter diese Kombinations-Teekanne und ein Tee-Extraktkännchen. Sie stammen aus der Anfangszeit Boglers an den Steingutfabriken Velten-Vordamm, wo er ab 1925, nach seinem Studium am Bauhaus, tätig war. Das Erbe des Bauhauses kommt vor allem in der ungewöhnlichen Form der Stücke zum tragen.
Bereits am 2. Juni versteigert Neumeister Schmuck in knapp 200 Positionen. Das Top-Los dieser Offerte ist ein wunderschönes Collier aus Gelbgold, das mit etwa 216 naturfarbenen "Fancy Brownish"-Diamanten im Brioletteschliff besetzt ist. Passend dazu kommt ein Paar Ohrgehänge ebenfalls zum Aufruf.

Wer Weißgold bevorzugt, auf die Farbe Gelb dennoch nicht verzichten möchte, ist mit diesem Ring gut beraten, der von einem kissenförmigen Diamanten in "Fancy Light Yellow" bekrönt wird.

Auch die Herren müssen hier nicht zu kurz kommen. Dafür sorgt nicht zuletzt diese gelbgoldene Herrenuhr aus Gelbgold, die über 200 Brillanten zum funkeln bringen. Das Exemplar des Modells Crosswind von Breitling wurde in den 1990er Jahren in der Schweiz hergestellt.
Auch diese Auktion findet in der Barerstraße 37 in München statt (16 Uhr). Die Ausstellung zu dieser Auktion sowie zu der Auktion "Alte Kunst" ist dort vom 27. Juni bis 1. Juli geöffnet.
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