In den mehr als fünfzig Jahren, die sie als eigenständige Designerin und Architektin unterwegs gewesen war, hat Cini Boeri (1924-2020) Häuser und Möbel entworfen, die unser aller Leben verbessern und angenehmer machen sollten. Lernen Sie die italienischen Innovatorin kennen, die ihre unauslöschlichen Spuren in der Designgeschichte hinterlassen und mittlerweile Kultstatus erworben hat.
1. Eine Frau in einer Männerwelt
1951 war Cini Boeri eine von nur drei Frauen, die ihr Studium am Politecnico in Mailand abschlossen. Die Branche der Architektur und des Designs wurde klar von Männern dominiert. Doch nach und nach konnten auch weibliche Kollegen auf internationaler Ebene Fuß fassen, darunter auch Gae Aulenti (1927-2012), die drei Jahre nach Boeri ihr Studium an derselben Hochschule abschloss.

2. Beim Meister der Moderne
Kurz nach ihrem Studienabschluss begann Cini Boeri für Italiens führenden Architekten, Gio Ponti, zu arbeiten. Es folgte eine lange Zusammenarbeit mit dem ebenfalls bedeutenden Architekten und Designer Marco Zanuso.
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3. Selbstständig
Schließlich wagte Boeri den großen Schritt und eröffnete 1963 ihr eigenes Studio in Mailand, wo sie Häuser, Büro, Wohnungen und Geschäfte entwarf. Dabei blieb es jedoch nicht. Stattdessen kamen Designentwürfe für Gläser, Stühle, Sofas, Betten und Lampen hinzu. Boeris Kreationen waren erfolgreich und machten sie nicht nur in ihrem Heimatland, sondern auch auf internationaler Ebene bekannt.
4. Die Beziehung zwischen Mensch und Raum
Bei ihren architektonischen Entwürfen hat sich Boeri immer auf die Funktionalität konzentriert - sowohl in Bezug auf den Menschen als auch auf den Raum. Sie wollte jedem Raum zum Nachdenken geben, was ihr den Spitznamen "Homewrecker" (engl. Ausdruck für jene Person, die eine Ehe zerstört) einbrachte. Nach Boeris Ansicht ist die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt bei der Gestaltung von Wohnungen, Geschäften oder Büros von grundlegender Bedeutung.
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5. Würde und Qualität
Zusammen mit der Organisation LiveinSlums entwarf Cini Boeri eine Reihe von Möbeln für das Gefängnis Bollate in Mailand, die von den Insassen in der gefängniseigenen Werkstatt hergestellt wurden. Boeris Ziel bei dem Projekt war es, einen persönlichen Raum von hoher Qualität und Würde zu schaffen, der in einem Gefängnis häufig verloren geht.

6. Moderne Klassiker
Im Laufe ihrer Karriere hat Cini Boeri so manches Möbelstück entworfen, das heute als moderner Klassiker bezeichnet wird. Dazu zählt das Sofa Serpentone von 1971, das pro Meter verkauft wird und aus geklebtem Polyurethanschaum besteht. Mit dem von Artflex hergestellten Modularen Sofa Strips gewann Boeri 1979 den italienischen Industriedesignpreis Compasso d'Oro. Ihr vielleicht berühmtestes Möbelstück ist jedoch der Stuhl Ghost von 1987. Zusammen mit dem japanischen Designer Tomu Katayanagi gelang es Boeri einen Stuhl aus einem einzigen, nur 12 Millimeter dicken Stück Glas zu schaffen. Ghost fügt sich in seine Umgebung ein, während er die Qualität des Raums gleichzeitig verbessert - Eigenschaften, die auf viele von Boeris Möbeln zutreffen.

7. Nachahmer
Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Designer voneinander inspirieren lassen. Als Cini Boeri 1967 den rollenden Sessel Bobo aus Kunststoffschaum entwarf, ahmte der Designer Joe Colombo diesen mit seinem zwei Jahre später veröffentlichten Tube Chair nach.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 9. Juni 2020




