George Grosz kam am 26. Juli 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin zur Welt. Seine Eltern waren Gastwirte, weshalb ihm Szenen aus diesem Milieu, das sich später oft in seinen Arbeiten wiederfand, von Kindesbein an kannte. Im Jahr 1900 starb sein Vater und Georg zog mit seiner Mutter ins pommersche Stolp (heute Słupsk in Polen), wo er bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr die Schule besuchte. In diesen Jahren zeigte er bereits großes künstlerisches Talent und wurde von seinem Kunstlehrer entsprechend gefördert.

Entgegen dem Wunsch seiner Mutter studierte er ab 1909 an der Königlich Sächsische Kunstgewerbeschule in Dresden und ab 1912 an der Kunstgewerbeschule in Berlin, wo er sein Studium mit einem Staatsdiplom abschloss. 1913 ging er nach Paris und ließ sich von japansicher Holzschnitten und dem Realismus Toulouse-Lautrecs inspirieren. Georg selbst fertigte, wie bereits in Berlin, mit Vorliebe Karikaturen nach dem Vorbild der Satirezeitschrift Simplicissimus an und skizzierte die Menschen an vergnüglichen Orten, wie beispielsweise Jahrmärkten.
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Einen entscheidenen Einfluss auf die Fortentwicklung von Georgs Arbeit hatte der Erste Weltkrieg, den er als "Grauen, Verstümmelung und Vernichtung" erlebte, wie er später in seiner Autobiografie Ein kleines Ja und ein großes Nein. Sein Leben von ihm selbst erzählt berichtete. Er begann damit, die Kriegsversehrten zu zeichnen und schreckte auch nicht vor der Darstellung der schlimmsten Verletzungen zurück. Georg war zum Kriegsgegner geworden, nachdem er ein Jahr lang Soldat gewesen war. Er stellte sich gegen den Patriotismus des Kaiserreiches und nannte sich ab 1916 anglisierend George Grosz.
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Nachdem er zum erneuten Kriegsdienst eingezogen und wieder wegen Dienstuntauglichkeit entlassen worden war, kehrte er nach Berlin zurück, das er in einer Art apokalyptischen Zustand vorfand, was er in seinem Werk Metropolis festhielt. Er wurde zum Mitbegründer der Berliner DADA-Szene, die sich überall in Europa mit ihrer oft unlogischen Kunst gegen den Krieg richtete. Seine Arbeiten weisen in dieser Zeit surrealistische, fauvistische und kubistische Einflüsse auf.
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Nach Ende des Ersten Weltkriegs sympathisierte Grosz mit dem Kommunismus und stellte einen Teil seiner Arbeiten in den Dienst seiner politischen Gesinnung. Ein Besuch in der Sowjetunion 1922, bei dem er sowohl Lenin als auch Trotzki traf, änderte dies jedoch und er beendete seine dreijährige Mitgliedschaft in der KPD.
Georg Grosz lebte ab 1920 im Berliner Stadtteil Wilmersdorf, nachdem er im Mai des Jahres Eva Louise Peter geheiratet hatte, mit der er zwei Söhne bekam. Nachdem er sich lange Zeit mit Karikaturen und Illustrationen beschäftigt hatte, wandte er sich 1925 wieder der Ölmalerei zu und schuf mit Stützen der Gesellschaft ein weiteres Hauptwerk, das bereits erste Züge der Neuen Sachlichkeit erkennen ließ.
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Für Grosz begann eine erfolgreiche Phase mit dem Galeristen Alfred Flechtheim an seiner Seite. Er erhielt mehrere Auszeichnungen und wurde 1929 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.
Doch kam es auch zu Reibereien mit der Obrigkeit, die Grosz' Arbeiten, die der Gesellschaft der Weimarer Republik so schonungslos sozialkritisch den Spiegel vorhielten, nicht unbedingt mit Wohlwollen betrachtete. Sein 1923 erschienenes Mappenwerk Ecce Homo brachte den Künstler und seine Verleger sogar vor Gericht, da die darin enthaltenen, zwischen 1915 und 1922 entstandenen Arbeiten "das Schamgefühl des normal empfindenden Menschen" verletzen würden. Die Bilder zeigten nämlich ungeschönt das lüsterne Treiben in den Bars und anderen Etablissements, gemischt mit Darstellungen heimgekehrter verstümmelter Soldaten.
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1931 verschlechterte sich Grosz' finanzielle Situation, nachdem ihm sein Galerist Alfred Flechtheim aufgrund eigener wirtschaftlicher Not den Vertrag aufgekündigt hatte. Nachdem sich Grosz 1932 für einen Lehrauftrag an der New Yorker Art Students League bereits einige Monate in den USA aufgehalten hatte, emigrierte er mit seiner Familie im Januar 1933 dorthin. Und zwar nicht einen Moment zu früh: In Berlin wurde sein Atelier von den neuen Machthabern gestürmt, seine Kunst als "entartet" eingestuft und der Künstler selbst schließlich ausgebürgert.
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Angesichts des Spanischen Bürgerkriegs und der erschreckenden Entwicklungen in Deutschland, nahm George Grosz die Ausführung von apokalyptischen Gemälden wieder auf. Nach Kriegsende wurden seine Arbeiten ruhiger und unpolitischer. Er ging wieder seiner Lehrtätigkeit an der Art Students League nach und war auch als Künstler erfolgreich, wenn auch nicht so sehr wie vor 1933 in Deutschland.
1946 veröffentlichte er seine Autobiografie und litt in seinen späteren Jahren häufig unter Depressionen, die er mit dem Griff zur Flasche zu bekämpfen versuchte. 1959 kehrte er in seine Geburtsstadt Berlin zurück, wo er zum Mitglied der Akademie der Künste ernannt worden war. Er starb dort am 6. Juli an den Folgen eines Treppensturzes.







