Mit einer Offerte, die von Gemälden über dekoratives Kunsthandwerk bis hin zu Schmuck alles umfasst, das Sammler und Liebhaber dieser Sparten glücklich macht, trifft das Auktionshaus Morphy am 12. Dezember genau den Nerv der Vorweihnachtszeit.
Eines der Top-Lose der Auktion ist eine Stadtansicht von Georges Rouault, der während der Belagerung von Paris im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 im Keller der Rue de la Vilette Nr. 51 das Licht der Welt erblickt hatte. Von seinem Großvater in die Malerei eingeführt, wurde Rouault 1891 an der École des Beaux-Arts aufgenommen und von Jules-Elie Delaunay und später von Gustave Moreau unterrichtet. An der Kunstschule lernte er die Fauvisten Matisse, Marquet, Manguin und Huyot kennen, mit denke er gemeinsam im Salon d'Automne von 1905 ausstellte.

In einen Arbeiten beschäftige sich Georges Rouault häufig mit gesellschaftskritischen Themen und stellte Arme, Arbeitslose, Flüchtlinge und das Elend seiner Epoche in den Fokus seines Schaffens. Um 1910 war ihm damit schließlich Erfolg beschieden, als Kaufleute und Sammler auf seine Werke aufmerksam wurden. Das Interesse war sogar so groß, das Kunsthändler Ambroise Vollard 1917 alle Werke Rouaults (insgesamt 770) aufkaufte. Darunter waren auch unvollendete Arbeiten, für deren Fertigstellung Vollard Rouault völlige Freiheit einräumte. Um diese Arbeiten entbrannte nach dem Unfalltod Vollards im Jahr 1939 ein Gerichtsstreit zwischen Rouault und den Erben des Kunsthändlers, der zugunsten des Künstlers endete.
1948 verbrannte Georges Rouault einen Teil seines Œuvres in Gegenwart eines Gerichtsvollziehers. Die vorliegende Ansicht einer Stadt in Israel, die auf den Januar jenes Jahres datiert ist, gehörte jedoch nicht dazu und kann somit bei Morphy Auctions angeboten werden.

Der vielseitige Künstler Seund Ja Rhee trat 1953 der Académie de la Grande Chaumière bei, zwei Jahre nach seiner Ankunft in der französischen Hauptstadt, und wurde der einzige koreanische Künstler der École de Paris. Er studierte bei Yves Brayer und Henri Goetz und stellte 1959 im Salon surindépendants aus. Es folgten 84 Einzel- und fast 300 Gruppenausstellungen, auf denen Seund Ja Rhee einige seiner mehr als 1.000 Gemälde, 700 Stiche und 250 Keramiken präsentierte. Die vorliegende Arbeit stammt aus dem Jahr 1961 und demonstriert den Einfluss der lyrischen Abstraktion auf Seund Ja Rhees Œuvre.

Zu den weiteren Highlights gehört eine Vase von Daum Nancy mit emailliertem Weizenhalm-Dekor, in dem man die eines oder andere Libelle entdecken kann. Der marmoriert gestaltete Korpus wechselt vom Weiß des Randes zu einem tiefen Violett am Fuß, den ein goldenes Dekor ziert. Die 27 cm hohe Vase ist ein weiterer Beweis für die hohe Qualität, die bei Daum in Nancy hergestellt wurde.

Mit 102 Losen sind die Tiffany Studios sehr gut in der Auktion vertreten. Natürlich dürfen da auch die berühmten Tischlampen (einige davon aus den 1910er Jahren) nicht fehlen. Die bunten Glasschirme zeigen ikonische Motive wie Libellen, Mohnblumen oder Tulpen, die die Kreationen des Herstellers unverwechselbar machen.

In der Schmuck-Offerte stößt man hingegen auf Tiffany & Co., beispielsweise mit einem beeindruckenden Ring mit Saphir-Cabochon von ca. 10,60 ct. Umgeben ist der blaue Stein von sechs Diamanten von zusammen 0,30 ct.

Auch einige Uhren von Rolex sind Teil des Auktionskatalogs, einschließlich dieser Rolex Daytona Ref. 116520 für den Herren. Die Uhr aus dem Jahr 2010 ist noch gänzlich ungetragen und wird mit ihrer Originalverpackung und in vorbildlichem Zustand geliefert.
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