Kein anderer Künstler hat Amerikas dramatische Landschaften jemals so majestätisch eingefangen wie Albert Bierstadt. In den Jahren nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg, als die amerikanische Wirtschaft einen enormen Aufschwung erlebte, wurde Bierstadts Werke äußerst populär. Während sich die amerikanische Landschaft allmählich zu verändern begann, warf Bierstadt einen romantischen Blick auf den Westen mit seiner rauen Bergwelt und von Pinien gesäumten Flussufern.

Albert Bierstadt kam 1830 im damals preussischen Solingen zur Welt. Als er zwei Jahre alt war, wanderten seine Eltern mit ihm und seinen beiden Brüdern nach Amerika aus und ließen sich in New Bedford, Massachusetts nieder, ein Städtchen, das vom Walfang lebte. Albert zog es jedoch nicht auf die See, sondern an deren Küste, die er schon früh in Zeichnungen festhielt. Im Alter von 23 Jahren ging Albert zurück nach Europa, wo er an der Düsseldorfer Akademie studierte und sich der Landschaftsmalerei mit detailreichen und weiten Landschaften zuwandte. Als er vier Jahre später nach Massachusetts zurückkehrte, konnte er sein Brot dort als freiberuflicher Maler und Zeichenlehrer verdienen.

Bierstadt schloss sich der Hudson River School an, einer Gruppe von Malern im New Yorker Hudson Valley, der die dortige idyllische Landschaft als Motiv diente. Da er dramatischere Motive malen wollte, zog es Bierstadt in den 1850/60er Jahren in den Westen. Seine Bilder waren es, die die dortige Weite den Amerikanern wirklich vor Augen führte.
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Seine Landschaftsgemälde brachten Albert Bierstadt viel Anerkennung ein. Außerdem wurde er an der National Academy of Design aufgenommen und in zahllosen Ausstellungen präsentiert. 1865 verkaufte er The Rocky Mountains, Lander's Peak für 25.000 US-Dollar (heutiger Wert: ca. 300.000 US-Dollar). Seine Bekanntheit erreichte auch bald schon Europa, wo er seine Werke in einer privaten Ausstellung in London Queen Victoria zeigen durfte.
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Bierstadts Werke regten die Menschen dazu an, in den Westen zu reisen und nicht selten erhielt der Maler Aufträge Bilder aus dem Yosemite-Tal oder dem Grand Canyon anzufertigen. Weitere Motive waren die Berge der Sierra Nevada, die Rocky Mountains, Lake Tahoe und New England. Bierstadts Ausstellungen in den 1860/70er Jahren waren stets gut besucht.

Als seine Frau Rosalie 1876 schwer erkrankte, zog Albert Bierstadt mit ihr auf die Bahamas, wo das Ehepaar die nächsten 20 Jahre verbringen sollte. Bierstadts Werke wurden nach wie vor ausgestellt, doch verloren sie allmählich an Popularität. Das, was früher so gut gefallen hatte – dramatische Landschaften sowie eindringliche Lichteffekte und Farben – wurde nun kritisiert. Albert Bierstadt starb 1902 und hinterließ ein beeindruckendes Œuvre mit hunderten von Gemälden.

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Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert erwachte das Interesse an Bierstadts Arbeiten erneut. Heute sind viele an berühmten Orten zu sehen, darunter das Weiße Haus, das Smithsonian Museum of American Art, das Metropolitan Museum of Art sowie die National Gallery in Washington D.C. Er wird gefeiert für seine grandiose Darstellung des amerikanischen Westens, die eine romantische Vision der ehemals unberührten Natur des Landes zeigt. Zu einer Zeit, als eine Reise in den Westen mit vielen Gefahren und Schwierigkeiten verbunden war, versorgten die Werke Albert Bierstadts die breite Öffentlichkeit an der Ostküste mit Eindrücken von der majestätischen Landschaft, die das Land zu bieten hatte.
Der noch immer gültige Auktionsrekord für Albert Bierstadt wurde 2008 bei Christie's in New York aufgestellt, als Indians Spear Fishing für 7.321.000 US-Dollar verkauft wurde.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 13. Januar 2022

