Am 14. September bittet das Auktionshaus Stahl zur Auktion in Hamburg. Als Teil der abwechslungsreichen und mehr als 700 Lose umfassenden Offerte kommen auch zwei Werke einer Tochter der Hansestadt zum Aufruf.
Die 1885 als Tochter jüdischer Kaufleute in Hamburg geborene Anita Rée ließ sich dort fünf Jahre lang vom Impressionisten Arthur Siebelist ausbilden. Anschließend erweiterte sie ihr Können im Kreis um Fernand Léger in Paris. Zurück in Hamburg wurde sie Gründungsmitglied der Hamburgischen Sezession und war als Portraitmalerin erfolgreich. Während eines mehrjährigen Aufenthalts in Italien wandte sie sich der neuen Sachlichkeit zu, die sie später auch in öffentlichen Auftragsarbeiten anwandte. Noch vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde sie als Jüdin verfehmt. Anita Rée zog daraufhin nach Sylt, wo sie sich am 12. Dezember 1933 das Leben nahm.

In der Auktion ist sie vertreten mit Geneigter Kopf, für das ihr das Hamburger Dienstmädchen Bertha Ende der 1920er Jahre Modell saß, sowie Tiroler Bäuerin von 1921, das eine gläubige Alpenbewohnerin im Zwiespalt zwischen Glauben und Sünde zeigt, wobei letzteres durch die Darstellung einer Katze vor dem Alkoven verdeutlicht wird.

Weitere Highlights stammen von den Malern der Künstlerkolonie Worpswede. Otto Modersohn, einer der Gründer der Kolonie, steuert Frühjahrsmorgen zur Offerte bei. Das Bild entstand 1929, also dreißig Jahre nachdem Modersohn die Kolonie wieder verlassen hatte und neue Motive in Fischerhude und im Allgäu gefunden hatte.

Das Aquarell einer Bucht malte Erich Heckel 1920 und stellt vermutlich die Flensburger Förde dar. Viele frühe Werke Henkels wurden im Vorfeld und während des Zweiten Weltkriegs zerstört.

In der Tradition venezianischer Veduten führte der in Glasgow geborene William Leighton Leitch 1860 eine Ansicht von Venedig mit Santa Maria della Salute aus. Leitch war vor allem als Aquarellmaler und Illustrator bekannt und hatte 22 Jahre lang die Position des Zeichenlehrers der englischen Königsfamilie inne.

Unter den altmeisterlichen Gemälden ist Dame bei der Toilette hervorzuheben, das im späten 17. Jahrhundert im Umkreis des niederländischen Genremalers Frans van Mieris entstanden war. Mieris war ein Hauptvertreter der Leidener Feinmalerei jener Epoche.
Eine große Vielfalt erwartet uns auch bei den Skulpturen der Auktion, die mit Stücken vom Mittelalter bis heute aufwartet. Ein interessantes Stück ist ein lebensgroßer weiblicher Akt, den Josef Thorak um 1934/35 ausführte. Vorlage war Anny Ondra, Filmschauspielerin und Ehefrau von Max Schmeling, die später betonte, dass sie nicht gänzlich unbekleidet sondern im Badeanzug dafür posiert hatte.

Rares gibt es auch in der Kategorie Porzellan zu entdecken, denn die "Urbino-Vase" gehört zu den selten ausgeführten Typen der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Das Modell zeichnet sich durch die auffälligen Schlangenhenkel aus, die hier mit einer Ansicht des Alten Palais in Berlin kombiniert wurden.

Wie die KPM-Vase wurde auch die große Meissner Figurengruppe Opfer am Freundschaftsaltar im 19. Jahrhundert ausgeführt. Als Vorlage diente jedoch ein Modell Christian Gottfried Jüchtzers von 1784, das den klassizistischen Geist jener Epoche widerspiegelt.
Auf traumhafte Ringe dürfen in der Schmuckofferte Gebote abgegeben werden. Dazu zählen ein feiner Weißgoldring mit natürlichem Ceylon-Saphir von 7,86 ct und reichem Diamantbesatz sowie ein beeindruckender Solitärring mit einem Diamant im Smaragdschliff von 5 ct.

Die Uhrenofferte wird von einem Prachtstück von Rolex angeführt: Das Herrenchronometer Daytona mit Weißgoldgehäuse ist mit vielen Komplikationen und einem Meteorit-Zifferblatt ausgestattet. Letzteres kommt nicht von ungefähr. Tatsächlich griff Rolex für das Zifferblatt auf Material des Gibeon-Meteoriten zurück, der 1838 in der namibischen Wüste entdeckt wurde.
Die Auktion findet am 14. September um 11 Uhr im Auktionshaus Stahl im Graumannsweg 54 in Hamburg statt. Die Ausstellung zur Auktion ist dort vom 7.-13. September zugänglich.
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