Soeben erst konnten wir die frohe Botschaft verkünden, dass Sotheby’s am 24. Juni die bislang höchste Summe an einem einzigen Abend in der europäischen Auktionsgeschichte erzielen konnte, wobei moderne Kunst im Mittelpunkt stand.
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Nun ist der Fokus in London auf Alte Meister und klassische Kunst gerichtet und sowohl Sotheby’s als auch Christie’s haben für ihre jeweiligen Auktionsreihen Spitzenkunst vergangener Epochen zusammengetragen, um sie bestmöglich zu verkaufen.
Christie’s fasst seine Auktionen unter dem Titel Classic Week zusammen und präsentiert die entsprechenden Versteigerungen noch bis zum 8. Juli. Die beiden Hauptauktionen fanden mit dem „Old Masters Evening Sale“ und „The Exceptional Sale: Masterworks Across Cultures“ am Abend des 30. Juni statt und erzielten zusammen 50,7 Millionen GBP. Davon entfielen 38,9 Millionen GBP auf den „Old Masters Evening Sale“, dessen Lose zu 90% verkauft wurden. Neue Auktionsrekorde für sechs Künstler gab es obendrein.

Zuerst ist hier Thomas Lawrence’ bedeutendes Porträt von Arthur Wellesley, Herzog von Wellington (1821) zu nennen, das mit 9,7 Millionen GBP zudem den höchsten Preis des Abends erzielte. Die zwei wunderschönen Blumenstillleben von Jan van Huysum konnten beide den bisherigen Rekord des niederländischen Malers übertreffen, als sie für 6,5 Millionen GBP und 5,5 Millionen GBP versteigert wurden. Weitere Rekorde gab es für van Huysums Landsmann Jan van Mieris, den Venezianer Girolamo da Santacroce, den Präraffaeliten John Melhuish Strudwick sowie die französische Porträtmalerin Adélaïde Labille-Guiard, deren Bildnis der Marquise Marie-Thérèse-Odile de la Valette aus den 1780er Jahren 1,1 Millionen GBP erzielte.
Dazu Maja Markovic, Head of Old Masters Evening Sale, London: „Die Ergebnisse des heutigen Abends zeugen von der anhaltenden Stärke des Marktes für Alte Meister; die Auktion verzeichnete die bislang höchste Verkaufsquote nach Losen. Das hervorragend erhaltene Porträt des Herzogs von Wellington von Sir Thomas Lawrence […] konnte den bisherigen Rekord für den Künstler (der vor fast zwei Jahrzehnten eben mit diesem Gemälde aufgestellt worden war) mehr als vervierfachen und erzielte einen neuen Auktionsweltrekord, was seine bedeutende Provenienz und historische Relevanz unterstreicht. Die technische Brillanz von Jan van Huysum, der schon zu Lebzeiten als ‚Phönix der Blumenmalerei‘ gefeiert wurde, spiegelte sich in den Rekordpreisen für seine beiden erstklassigen Stillleben wider; diese knüpften an die bemerkenswerten Ergebnisse an, die sie bei ihrem letzten Angebot vor mehr als 20 Jahren erzielt hatten.“
Auch „The Exceptional Sale: Masterworks Across Cultures“, der insgesamt 11,8 Millionen GBP einbrachte, konnte drei Auktionsweltrekorde verzeichnen. Diese entfielen allesamt auf ein einziges Los, eine Erstausgabe von Emily Brontës Wuthering Heights (zusammen mit Agnes Grey) von 1847, denn die erzielten 1,2 Millionen GBP bedeuteten nicht nur einen neuen Rekord für die Autorin, sondern auch für Literatur des 19. Jahrhunderts sowie für ein gedrucktes Werk einer Schriftstellerin.
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Die wichtigsten Auktionen der Woche bei Sotheby’s fanden am Abend des 1. Juli statt und erzielten insgesamt 51,3 Millionen GBP.

Zum Auftakt kam ein ganz besonderes Los in einer ihm allein gewidmeten Auktion zum Aufruf: der Hamilton Laocoön, eine Bronzekopie der bedeutenden antiken Laokoon-Gruppe, deren Wiederentdeckung im Jahr 1506 die Kunstwelt auf den Kopf gestellt hatte. Nur vier in Originalgröße angefertigte Kopien der Gruppe sind bekannt, eine davon ist der Hamilton Laocoön, der 1817 vom französischen Bildhauer Auguste-Jean Marie Carbonneaux ausgeführt wurde. Die nach 15 Minuten intensiven Bietens erzielten 13,6 Millionen GBP bedeuteten nicht nur einen neuen Rekord für den Künstler, sondern auch für eine Skulptur aus der Epoche des Klassizismus. Auch ist es die zweithöchste Summe, die bislang für eine vormoderne Skulptur (ausgenommen antike Stücke) bei einer Auktion gezahlt wurde.
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Die im direkten Anschluss durchgeführte „Old Master & 19th Century Paintings and Sculpture Evening Auction“ steuerte 37,7 Millionen GBP zum Gesamtergebnis des Abends bei, was eine Verbesserung von 160% zur entsprechenden Auktion im Vorjahr bedeutete.
Beinahe ein Viertel der angebotenen 45 Lose wurde für eine Rekordsumme verkauft, darunter Die Jungfrau Maria beim Stillen des Christuskindes von Hans Memling (3,5 Millionen GBP) und Edwin Landseers Scene in Braemar – Highland Deer (5,9 Millionen GBP), die Sie beide im Titelbild finden.
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Hinzu kommen Werke vom Meister des verlorenen Sohns, von Bernard van Orley, Cosimo Rosselli, Jacopo Negretti, genannt Palma il Vecchio, Foggini und Giovanni Antonio Guardi. Zudem konnten Michiel van Musscher und Gillis Mostaert der Ältere neue Spitzenpreise in Pfund Sterling erzielen.
Hervorzuheben ist auch Rembrandts spannendes Frühwerk Lasset die Kinder zu mir kommen, das mit 8 Millionen GBP den zweithöchsten Preis des Abends erzielen konnte.

Auch bei Sotheby’s zeigt man sich zufrieden mit dem Resultat der Auktionen: „Die heutigen Ergebnisse sind ein eindrucksvoller Beleg für die Kraft der Alten Meister, Sammler über Generationen, Geschmäcker und geografische Grenzen hinweg zu begeistern. Vom monumentalen Hamilton Laocoön über Landseers großartige Scene in Braemar bis hin zu [...] Guardis leuchtenden ‚Turquerien‘ – der heutige Abend hat die Vitalität, das Selbstvertrauen und die internationale Reichweite dieses Marktes unter Beweis gestellt. Besonders bemerkenswert war die breite Beteiligung während der gesamten Auktion; es herrschte ein lebhafter Wettbewerb über verschiedene Kategorien, Epochen und Preisklassen hinweg, der in einer außergewöhnlichen Anzahl von Auktionsrekorden gipfelte. Diese Ergebnisse zeugen nicht nur von der Stärke des Marktes, sondern auch von dem tief empfundenen Wunsch der Sammler, sich mit Werken auseinanderzusetzen, die uns mit Jahrhunderten künstlerischen Schaffens und menschlicher Kreativität verbinden. Es ist überaus erfreulich, eine solche Begeisterung in London erlebt zu haben“, sagt Elisabeth Lobkowicz, Head of Department, Old Masters Paintings, Europe.
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