Am 4. März startet das Auktionshaus im Kinsky in die Auktionssaison 2020 und präsentiert zu diesem Anlass zwei Kataloge mit Künstlern der Moderne und der Gegenwart.

Chronologisch korrekt geht es um 14 Uhr los mit der Klassischen Moderne. Angeführt wird die Offerte von einem späten Werk des zurückgezogen auf seinem Bergbauernhof in Kärnten lebenden Werner Berg. Kegler, Sommerabend entstand 1979, als sich Berg bereits seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema beschäftigte, für das er reale Vorbilder an Kirch- und Festtagen in der Umgebung fand. Nachdem diese Bilder zunächst noch direkten Bezug auf das eigentliche Kegelspiel nahmen, wurden sie mit der Zeit symbolhafter und widerspiegelten die zunehmende Vereinsamung im Allgemeinen sowie die des Künstlers im Besonderen.

Bei dem Schnitter von Albin Egger-Lienz von 1920/22 handelt es um eine Variante des 1907 entstandenen Bergmäher, das im Leopold Museum in Wien ausgestellt wird. Egger-Lienz griff das Thema wiederholt auf, wobei das vorliegende Werk eine besonders ausgewogene Komposition darstellt.

Koloman Moser nimmt uns ein weiteres Mal mit auf den Balkon des Hauses seiner Schwiegermutter im niederösterreichischen Semmering, von dem aus er die Rax mehrfach und zu unterschiedlichen Tageszeiten malte. Erst im Dezember war eine solche Arbeit Mosers im Auktionshaus im Kinsky für 192.00 Euro (inkl. Aufgeld) versteigert worden.

Mit dem Namen Alfons Walde verbindet man in der Regel schneebedeckte Almen unter strahlend blauem Himmel. Andreaskirche, Kitzbühel, das um 1924 entstand, ist anders, beinhaltet aber mit dem von der Sonne angestrahlten Berggipfeln im Hintergrund einen interessanten Umgang mit dem natürlichen Licht.

Von Gustav Klimt ergänzen zwei Aktzeichnungen die Offerte: Aufgestützt kniender Akt nach links und Vorgebeugt stehender Akt, die der Meister jeweils 1904 mit Bleistift bzw. schwarzer Kreide auf Papier ausführte.

Von Georges Braque kommt die Lithografiensammlung Lettera amorosa zum Aufruf, die 1963 in einer Auflage von 75 Stück herausgegeben worden war. Die Reihe umfasst 22 auf Velin gedruckte Farblithografien, deren Vorlagen Braque zwischen 1958 und 1962 ausführte.

Um 17 Uhr folgt schließlich die Versteigerung von Zeitgenössischer Kunst. Auch hier geben Künstler aus Österreich den Ton an. Zu den Highlights zählt hier eindeutig Rudolf Polanszkys Reconstructions aus dem Jahr 2005. Für diese Bilder, mit denen er sich seit den 1990er Jahren beschäftigt kombiniert er unterschiedliche Materialien auf zufällige Weise, die er so jedem Zweck entfremdet. Der Zufall steht darin über dem Gewollten, die Sponanität über der Nützlichkeit - Polanszky selbst bezeichnet dies als "Ad-hoc-Synthese".

Bruno Gironcoli tat sich vor allem als Bildhauer hervor, beweist aber in der vorliegenden, eigentlich titellosen Arbeit von 1987, die er dennoch auch als "Ankerbrot-Bild" bezeichnete (nach dem gleichnamigen Backwarenunternehmen, mit dessen Geschäftsführer er befreundet war), dass er auch auf zweidimensionaler Ebene punkten konnte. Mit Metallpulver, Tusche und Mischtechnik hat er hier aus einem Ährenkranz ein kraftvolles Symbol des Kreislaufs aus Leben und Vergehen geschaffen.

Was würde wohl passieren, wenn eine so bedeutende Kunstinstitution wie das Guggenheim Museum einfach schmelzen würde? Erwin Wurm wirft dieses Frage auf, indem er das Museum tatsächlich schmelzen lässt. Der politische Anklang in Wurms Werk wird hier wie gewohnt mit einer Prise Humor gewürzt.

Neben weiteren großen Namen wie Hans Bischoffshausen, Hermann Nitsch, Yves Klein oder Max Weiler, umfasst die Offerte auch geballte Frauenpower. Von Xenia Hausner kommt Wonderhouse zum Aufruf, ein Doppelportrait, das den Künstler André Heller mit seinem Sohn zeigt. Wie in all ihren Portraits hat Hausner auch hier trotz der kräftigen Farben eine subtile psychische Studie geschaffen, die den Betrachter in ihren Bann zu ziehen vermag.

Martha Jungwirth malt stets an der Grenze zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei, wobei das Abstrakte durch den von Zufällen geprägten Schaffensprozess entsteht. Jungwirth lässt sich, das Konzept des Bildes bereits vor ihrem inneren Auge, für dessen Umsetzung von einem emotionalen Automatismus leiten, der eine zwei Realitätsebene zu schaffen scheint.

Auch Pop Art-Künstlerin Kiki Kogelnik kommt in der Auktion zum Aufruf. Kogelnik befasste sich im Laufe ihrer Karriere mit Malerei und Grafik genauso wie mit Skulpturen und Installationen. Sehr spät beginnt sie sich au0erdem mit dem Material Glas (Muranoglas) zu beschäftigen und die prägnanten Glasskulpturenserien Venetian Heads (1994) und Balloon Heads (1996) entstehen.
Die Versteigerungen finden am 4. März im Auktionshaus im Kinsky, Freyung 4 in Wien statt. Die Ausstellung zur Auktion ist dort ab dem 28. Februar geöffnet.
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