Am 6. und 7. Mai öffnet das Auktionshaus Stahl in Hamburg seine Tore und lädt Kunstfreunde und Sammler zur Teilnahme an zwei spannenden Auktionen ein. Während am ersten Auktionstag Uhren und Schmuck zum Aufruf kommen, darf am zweiten Tag auf Kunst, Antiquitäten und Fotografie mitgeboten werden.
Der Katalog des ersten Auktionstags umfasst insgesamt 359 Lose, von denen 56 auf moderne, antike und Vintage-Zeitanzeiger entfallen.

Angeführt wird diese Offerte von einer herrlichen Herrenuhr des Schweizer Unternehmens F. P. Journe, dass seit seiner Gründung im Jahr 1999 in Genf ansässig ist. Das Modell Octa Automatique Lune Havana verfügt über ein guillochiertes Zifferblatt mit elfenbeinfarbenen Stahl-Zentralzeigern sowie mehreren Hilfszifferblätter und Anzeigen für Sekunde, Datum, Mondphase und Reserve (Power-Reserve 120 Stunden). Eingebettet sind das Zifferblatt und das goldene Präzisionswerk in ein Gehäuse aus Platin. Neben einem Journe-Lederarmband mit Platin-Dornenschließe ist die 2017 bei William & Son in London erworbene Uhr mit einer Garantiekarte und einem User Manual-USB Stick sowie Box und Karton ausgestattet.
Aus den unterschiedlichsten Epochen stammen auch die traumhaft schönen Stücke der Schmuckofferte, die im Anschluss zum Aufruf kommt. Unter den Colliers, Ringen, Broschen, Armreifen und Ohrringen darf dieser hochkarätige Solitär-Ring keinesfalls unerwähnt bleiben.

Prunkstück und Eyecatcher ist bei dem Schmuckstück eindeutig der große Brillant von ca. 4,95 ct, der durch eine sechsfachen Krappenfassung mit der Ringschiene aus Gelb- und Weißgold verbunden ist. Auf deren Schultern befinden sich zusätzliche Brillanten von zusammen ca. 0,20 ct. Laut einer Expertise der Hanseatischen Schmuck- und Uhrenbörse Hamburg von 2008 beträgt der Wiederbeschaffungswert des getönten weißen Hauptsteins 64.120 Euro, was mehr als dem Doppelten des Aufrufpreises in der Auktion entspricht.
So abwechslungsreich wie die Uhren- und Schmuckauktion präsentiert sich auch der Katalog, dessen 588 Lose am 7. Mai versteigert werden. Vertreten sind hier Kategorien wie Alte und Neuere Meister, Kunst des 20. Jahrhunderts, Fotografie, Skulpturen, Möbel, Design, Porzellan und Silber.

Eines der Objekte, das jetzt zu den Highlights der Offerte zählt, war bereits ein Highlight auf Ausstellungen in den Jahren 1920 und 1928 in Berlin: Der Sonne entgegen von Hans Hubert Dietzsch-Sachsenhausen stellt einen weiblichen Akt mit erhobenen Armen in tänzerischer Pose dar. Die Begeisterung war bei den erwähnten Ausstellungen so groß, dass zahlreiche Exemplare in unterschiedlichen Größen hergestellt wurden. Bei dem vorliegenden monumentalen Exemplar, handelt es sich um einen patinierten Bronzeguss, der 1919 in der Berliner Gießerei Heinze-Barth ausgeführt wurde.

Ebenfalls hervorgehoben werden muss das Werk Rote Blume, des im vergangenen Jahr verstorbenen Wiener Künstlers Arik Brauer, der nicht nur als Maler und Grafiker in Erscheinung trat, sondern auch als Dichter, Sänger und Bühnenbildner. Brauer gründete 1951 mit Kollegen wie Ernst Fuchs und Rudolf Hausner die Wiener Schule des Phantastischen Realismus, zu deren Hauptvertretern er gehörte. Brauers Bilder zeichnen sich durch leuchtende Farben, surrealistische Settings und einen Detailreichtum aus, der an Alte Meister (z. B. Hieronymus Bosch) erinnert. Das vorliegende 22 x 41,5 cm messende Werk entstand im Jahr 1962, als Arik Brauer mit seiner Frau Naomi in Paris lebte und mit ihr gemeinsam als Gesangsduo auftrat, während sich der Phantastische Realismus durch eine weltweite Wanderausstellung bereits über eine große Popularität freuen konnte.

Von der Wiener Schule des Phantastischen Realismus zur Neuen Leipziger Schule gelangen wir nun mit unserem letzten Highlight der Auktion. Der große Architekt ist ein aktuelles Hauptwerk des deutsch-griechischen Malers Aris Kalaizis, der damit den Betrachter ein weiteres Mal herausfordert, Wahrheit und Täuschung zu erkennen. Hier stellt Kalaizis einer vom Menschen geschaffenen Industrieanlage, die bereits dem Verfall preisgegeben ist, die große Schöpfung der Natur gegenüber. Um die Inszenierung, die Differenzierung von Dichtung und Wahrheit, perfekt zu machen, hat Kalaizis eine Theaterbühne als Rahmen gewählt. Solch selbstkonstruierte Bühnenbilder sind die Basis seines Schaffens, das aufgrund dieses detaillierten Vorgehens nur recht langsam weiter wächst.
Die Versteigerungen finden am 6. und 7. Mai im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Auktionsbeginn ist an beiden Tagen im 11 Uhr. Vorbesichtigungen sind vom 2. bis 5. Mai im Auktionshaus möglich.



