Andenken an Helmut Schmidt im Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Diesen Auktionstermin müssen sie sich rot im Kalender markieren. Die 169. Kunst- und Antiquitätenauktion im niedersächsischen Schloss Ahlden besticht erneut mit einer breitgefächerten Offerte. Als Highlights mit dabei: Andenken an Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Andenken an Helmut Schmidt im Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

Ein passenderes Geschenk hätte Bundespräsident Walter Scheel (1919-2016) dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (1918-2015) wohl kaum machen können: Eine goldene Zigarettenschatulle mit gravierter Widmung. Helmut Schmidt und seine Ehefrau Loki (1919-2010) waren die wohl berühmtesten Kettenraucher Deutschlands. Ausgeführt wurde die Arbeit 1978 vom Obermeister der Gold- und Silberschmiedeinnung in Düsseldorf Paul Günter Hartkopf, die Gravur stammt von Prof. Rudolf Niedballa, der als "der beste Graveur der Welt" bezeichnet wird.

Zwei Jahre bevor er die Zigarettenschatulle bekam, besuchte Helmut Schmidt den österreichern Maler Oskar Kokoschka in dessen Wohnsitz in Villeneuve am Genfer See. Schmidt war ein bekennender Fan der Arbeiten Kokoschkas gewesen. Während des Aufenthalts fertigte der 90-jährige Künstler die vorliegende Zeichnung vom deutschen Bundeskanzler an.

Beide Objekte stammen aus dem Nachlass der im Februar diesen Jahres verstorbenen Frau Ruth Loah, die seit 2012 die Lebensgefährtin des Altbundeskanzlers Schmidt gewesen war.

HANS MAKART (1840 Salzburg - 1884 Wien) - Junge Dame mit Kakadus, Öl/Lwd., signiert
HANS MAKART (1840 Salzburg - 1884 Wien) - Junge Dame mit Kakadus, Öl/Lwd., signiert

Die Gemäldeofferte der Auktion reicht von Arbeiten Alter Meister bis zur Zeitgenössischen Kunst. Aus dem 19. Jahrhundert stammt das Bildnis einer jungen Dame mit Kakadu des für seine Opulenz bekannten österreichischen Maler Hans Makart. Makarts Arbeiten waren stilbildend für den Wiener Historismus jener Epoche.

Die vorliegende Wirtshausszene gehört zu jenen Arbeiten, die den Spätimpressionisten Otto Pippel bekannt machten. Der in Lodz geborene Maler lebte ab 1909 in Bayern. Mit Vorliebe malte er Szenen aus der bayerischen Landeshauptstadt München.

OTTO PIPPEL (1878 Lodz - 1960 Planegg bei München) - "Münchner Wirtsgarten", Öl/Lwd., signiert
OTTO PIPPEL (1878 Lodz - 1960 Planegg bei München) - "Münchner Wirtsgarten", Öl/Lwd., signiert
MAX SLEVOGT (1868 Landshut - 1932 Neukastel) - "Buwi Griesinger mit Ausblick über Neukastel", Öl/Karton/Lwd., signiert und datiert, 1897
MAX SLEVOGT (1868 Landshut - 1932 Neukastel) - "Buwi Griesinger mit Ausblick über Neukastel", Öl/Karton/Lwd., signiert und datiert, 1897

In diesem Gemälde vereint Otto Pippels Zeitgenosse Max Slevogt das Portrait einer Landschaft mit dem einer Person. Bei dem dargestellten jungen Mann handelt es sich um den Neffen von Slevogts späterer Frau Antonie Finkler. Der Hintergrund zeigt die pfälzische Landschaft um die Burg Neukastel, wo die Familie Finkler ansässig war.

Zu den jüngeren Werken der Auktion gehört "Black Vagabond" von Otto Piene. Es handelt sich dabei um eines seiner "Rauchbilder", die ab 1959 zu seinem Oeuvre gehörten.

OTTO PIENE (1928 Laasphe - 2014 Berlin) - "Black Vagabond", Mischtechnik/Lwd., signiert, betitelt und datiert, 1981
OTTO PIENE (1928 Laasphe - 2014 Berlin) - "Black Vagabond", Mischtechnik/Lwd., signiert, betitelt und datiert, 1981
Kaminuhren in Schloss Ahlden
Kaminuhren in Schloss Ahlden

Mit knapp 100 Losen ist die Kategorie "Uhren" in der Auktion vertreten. Angeboten werden prachtvolle Kaminuhren sowie Armbanduhren von bekannten Marken wie Audemars Piguet, Rolex, Patek Philippe und Chopard für Damen und Herren.

Interessant für Sammler dürfte das Porzellanangebot sein, das u.a. figürliche Arbeiten vom 18. Jahrhundert bis zum Jugendstil umfasst. Highlights stellen "Hofnarr Fröhlich und Schmiedel" und Harlekin mit Komödiantin dar, die J.J. Kaendler Mitte des 18. Jahrhunderts für die Manufaktur in Meißen entwarf.

Porzellan des 18. Jahrhunderts
Porzellan des 18. Jahrhunderts
Seltener Barockspiegel mit Chinoisieren, Holz, gefasst, vergoldet, Schweden, Stockholm um 1720-30
Seltener Barockspiegel mit Chinoisieren, Holz, gefasst, vergoldet, Schweden, Stockholm um 1720-30

Ein äußerst seltenes Stück erfreut uns in der Kategorie "Möbel": Der mit Chinoiserien verzierte barocke Spiegel, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Stockholm angefertigt wurde. Herstellungsort war vermutlich die Werkstatt der Brüder Christian und Gustaf Precht.

Ursprünglich aus China hat dieser halbmondförmige Kendi seinen Weg nach Ahlden gefunden. Kendis sind in Süd- und Ostasien seit Jahrhunderten weit verbreitet. Die Gefäße werden vielseitig verwendet und kommen sowohl im Alltag als auch im sakralen Bereich zum Einsatz.

Kendi in Schiffchenform mit Lotusdekor, Eisenrot und Gold staffiert, China. Späte Qing-Zeit. 19. Jh.
Kendi in Schiffchenform mit Lotusdekor, Eisenrot und Gold staffiert, China. Späte Qing-Zeit. 19. Jh.

Zum Schluss darf auch die Schmuckofferte der Auktion nicht unerwähnt bleiben, die Armbänder, Ringe, Colliers, Broschen und Ohrringe in 159 Losen umfasst.

Aus der Schmuckofferte der Auktion
Aus der Schmuckofferte der Auktion

Die 169. Kunst- und Antiquitätenauktion im Schloss Ahlden findet am 2., 3. und 9. September jeweils ab 11 Uhr statt. Die mehr als 2300 Lose der Auktion können noch bis zum 31. August im Auktionshaus vorbesichtigt werden.

Entdecken Sie das aktuelle Angebot des Kunstauktionshauses Schloss Ahlden hier bei Barnebys.