Der Anfang des 20. Jahrhunderts war geprägt vom Glauben an Modernität, Fortschritt und Innovation, was auch in der Kunstwelt zu Veränderungen führte. Auch der Hamburger Bankier Alfred Nehemias und der Berliner Ingenieur August Eberstein wurden von dieser Aufbruchstimmung ergriffen, die sie in der Produktion von Füllfederhaltern umsetzen wollten: Die Geschichte von Montblanc begann als "Hersteller hochwertiger Goldfüllfederhalter".
1906 wurde das Unternehmen als Simplo Filler Pen Co. in Hamburg gegründet - ein "einfacher" Name, der das Design der Stifte mit eingebautem Tintentank widerspiegelte. Mit dem Geschäftsmann Claus Johannes Voss und dem Bankier Max Koch, bei aus Hamburg, stießen noch zwei weitere Geschäftspartner hinzu.
Bevor das Unternehmen zum Erfolg werden sollte, waren seine ersten Jahre von Turbulenzen geprägt. Die ursprüngliche Vereinbarung sah Voss und Koch als Investoren vor, während sich die beiden ursprünglichen Gründer mit der Produktion, Patenten und dem ganzen Know-how beschäftigen sollten. Koch führte jedoch einen aufwändigen Lebensstil und wollte die versprochene Finanzierung nicht mehr zur Verfügung stellen. Mit Christian Lausen fand Voss jedoch schließlich einen neuen Investor.

1909 setzten sich die Turbulenzen fort: Eberstein setzte sich in die USA ab, nachdem er dem Unternehmen Geld gestohlen hatte. Doch der Erfolg stand bereits auf der Türschwelle, als zur gleichen Zeit der aus rotem und schwarzem Ebonit gefertigte Stift Rouge e Noir auf den Markt kam. Noch im selben Jahr kam es zur Umbenennung der Firma in "Montblanc". Der Legende nach geschah dies nach einem Kartenspiel, während dem ein Verwandter eines der Partner, das neue Highlight unter den Schreibgeräten mit dem Mont Blanc, dem majestätischen höchsten Gipfel der Alpen, verglichen hatte. Das berühmte Logo, der abgerundete Stern, das den Gipfel des Mont Blanc darstellt, kam 1913 hinzu. Es symbolisiert das Engagement der Marke für hohe Qualität und ihren Wunsch, den Gipfel europäischer Handwerkskunst zu erreichen.

Neben dem Rouge et Noir begann Montblanc mit der Produktion des Simple, eines Stifts mit Tropffüllung, und des Diplomatum, eines Modells mit kurzer Kappe.
Inzwischen war einer der Gründer, Alfred Nehemias, unerwartet verstorben. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wurde ein neues Management eingesetzt, was zu Komplikationen in der Produktion führte. Nach Kriegsende konnten die Geschäfte dank kommerzieller Strategien und der Werbeanzeigen der Bauhaus-Designerin Grete Gross, mit voller Geschwindigkeit wieder aufgenommen werden.
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1924 stellte ein Schlüsseljahr für Montblanc dar, als mit der Kollektion Meisterstück eines der bekanntesten Schreibgeräte der Welt vorgestellt wurde. Die neuen Stifte gab es in den drei Versionen 25, 35 und 45 (was sich auf ihren Preis bezog) mit lebenslanger Garantie und der Gravur 4810, der Höhe des Namenspatrons in Metern. In den späten 1920er Jahren hatte sich die Marke in über 60 Ländern etabliert und erweiterte seine Produktpalette um Federmäppchen, Stifthalter und Notizblockhalter durch den Erwerb einer Lederwarenherstellung in Offenbach.
Der Zweite Weltkrieg verlangsamte die Produktion erneut und das Unternehmen produzierte zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich für die Regierung. 1944 wurde die Montblanc-Fabrik während eines Bombenangriffs vollständig zerstört. Nach dem schnellen Wiederaufbau wurde die Produktion bereits 1946 wieder aufgenommen. In den 1950er Jahren kam schließlich das legendäre Meisterstück 149 auf den Markt, das später durch Präsident John F. Kennedy berühmt wurde, als dieser sein Exemplar 1963 Bundeskanzler Konrad Adenauer auslieh, der bei einem öffentlichen Termin während des Besuchs des US-Präsidenten keinen Stift zum Unterzeichnen dabei hatte.
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Montblanc konnte auch bei der Einführung des Kugelschreibers ganz oben mitspielen, setzte dabei jedoch zunächst auf ein externes Unternehmen. Es war ein bedeutendes Jahrzehnt für die Marke, als mit der 60 Line die erste große neue Linie nach der Meisterstück-Kollektion eingeführt wurde.
In den 1980er Jahren wurde der berühmte Slogan „Montblanc - Die Kunst des Schreibens“ gelauncht, der für viele andere Luxusmarken zum Bezugspunkt wurde: Der Füllfederhalter von Montblanc war nun endgültig zum Statussymbol geworden. 1992 wird zu Ehren berühmter Kunstmäzene die Montblanc de la Culture Arts Patronage Edition eingeführt, deren erste limitierte Edition, Lorenzo di Medici, ein großer Erfolg wurde. Auch die ebenfalls limitierte Writers Edition konnte daran anknüpfen. Ihr erstes, und bei Sammlern sehr beliebtes, Modell hieß Hemingway.
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In den letzten Jahren hat sich Montblanc auch anderen Luxusprodukten wie High-End-Uhren, Schmuck und Parfums verschrieben und ist mittlerweile Teil der Richemont-Gruppe. Die wertvollen Sammlerstifte und eleganten Uhren stehen bei Liebhabern hoch im Kurs und können bisweilen sehr teuer sein. Die teuersten Füllfederhalter aus dem Hause Montblanc sind jene aus der 2019 vorgestellten Taj Mahal High Artistry Edition, die 2 Millionen Dollar kosten.
Aktualisierte Version eines Artikels vom 9. März 2020










