Der in Mähren geborene Adolf Hölzel studierte Malerei in Wien und München und widmete sich zunächst dem Impressionismus und der der Freiluftmalerei zu. Darauf aufbauend gründete er 1887 mit zwei Kollegen die Künstlerkolonie Dachau, wo er in seiner Malschule seine Theorien über Bildkomposition und Farben an seine Schüler weitergibt. Am Ende seiner Dachauer Zeit (1905) begann Hölzel, seine Theorien verstärkt in die Praxis umzusetzen, indem er große Farbflächen schuf, in dnen sich die Figuren zunehmend aufzulösen begannen.

Am 17. Oktober kommt in der Jubiläumsauktion des Nürnberger Auktionshauses Franke ein vermutlich dem Spätwerk (um 1930) angehörendes Pastellbild Adolf Hölzels zum Aufruf. Das Werk zeigt Jesu Einzug in Jerusalem und verdeutlicht Hölzels angestrebte Reduzierung des Gegenständlichen.
Natürlich hat die Jubiläumsauktion von Franke, mit der das Auktionshaus sein 10-jähriges Bestehen feiert, mehr als ein Highlight zu bieten. Wunderschön ist beispielsweise auch Boris Denevs mit pastosem Duktus aufgetragene Ansicht auf Weliko Tarnowo von 1922. Denev, der mit dem vorliegenden Werk seinen Geburtsort portraitierte, zählt zu Bulgariens bedeutendsten Malern in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen.

Mit dem höchsten Startpreis wird das Werk des niederländischen Malers Wilhelmus Schaeken aufgerufen werden, der ab dem späten 18. Jahrhundert Historienbilder im Stil des aufkeimenden Klassizismus malte. Im vorliegenden Werk hat Schaeken jene Episode der griechischen Mythologie als Motiv gewählt, in der der Kentaur Nessos Herakles' schöne Gemahlin Deianira entführen will.

Unter den Grafiken der Auktion ist besonders Andrea Andreanis Holzschnittreihe Der Triumphzug des Julius Caesar hervorzuheben. Die Drucke gehen auf jene neun Gemälde zurück, die der Renaissancemaler Andrea Mantegna im späten 15. Jahrhundert für den Palazzo Ducale der Familie Gonzaga in Mantua geschaffen hat.

In der Kategorie "Möbel" kommt mit einem Vitrinenaufsatzschrank ein interessanter Einrichtungsgegenstand aus der Zeit des Biedermeier zum Aufruf. Ausgeführt in dem damals so beliebten Kirschholz, sind sein Dreiecksgiebel und die ebonisierten Säulen Reminiszenzen an den vorangegangenen Klassizismus.

Auch auf eine hervorragende Imitation des Boulle-Stils darf in der Auktion mitgeboten werden. Die Prunkpendule mit passendem Konsoltisch aus dem 20. Jahrhundert imitiert das für jene Ausrichtung des französischen Barock so typische Schildpatt-Dekor unter Ergänzung von Messingappliken.
Auf einige außergewöhnliche Vasen darf man sich in den Kategorien "Glas" und Jugendstil/Art déco" freuen. Von Emile Gallé kommt eine Glasvase mit goldfarbener Metallmontierung von 1880-84 zum Aufruf. Gallé schuf das Stück im Geist des Historismus, bevor er zum Meister des Jugendstils wurde.

Zwischen Historismus und Jugendstil bewegte sich auch Joseph Chéret, der bei Franke mit einer massiven Bronzevase vertreten ist. Das Stück ist umlaufend mit einem Kinder und Frösche darstellenden Relief verziert, die naturalistisch gestalteten Henkel verweisen eindeutig auf den Jugendstil. Ebenfalls aus jener Epoche stammt eine polychrome Keramikvase mit Bronzemontierung des bedeutenden deutschen Jugendstilkünstlers Otto Eckmann.
Wie gut Gelbgold und ein kräftiges Blau zusammenpassen, wird in der Kategorie "Schmuck/Kleinuhren" veranschaulicht. Seit dem Alten Ägypten ein Klassiker ist die Kombination von Gelbgold und Lapislazuli. In der Auktion kommt sie bei einer Spangenuhr für die Dame von Chopard sowie bei einem Armreif im antiken Stil zum Einsatz.

Ägyptisch wirkt auch eine Gelbgold-Brosche in Form einer verschlungenen Schlange. Das tiefe Blau des Reptilienkopfes wurde jedoch in Emaille gefertigt.
Weitere Kategorien der Auktion sind u.a. Spielzeug, Porzellan, Design, Bücher und Vintage. Insgesamt kommen knapp 4000 Lose zum Aufruf. Die Auktion zum 10-jährigen Jubiläum des Auktionshauses Franke findet am 17. Oktober ab 14 Uhr in der Kalchreuther Straße 125 in Nürnberg statt. Vorbesichtigungen sind dort am 12. sowie vom 14.-16. Oktober möglich.



