200 Euro lautete am 2. April der Startpreis für eine russische Ikone aus dem späten 19. Jahrhundert im Stuttgarter Auktionshaus Eppli. Gezahlt wurden schließlich 14.500 Euro.

Die in Öl auf Holz gemalte Ikone zeigt den in Russland sehr verehrten Heiligen Sergej von Radonesch, der im 14. Jahrhundert lebte und das Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad gründete. Seine Segnungen sollen zur Vertreibung der Tataren aus dem damals im Entstehen begriffenen Russland beigetragen haben. Bereits ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des Heiligen Sergej gab es die ersten Wallfahrten zu seiner Begräbnisstätte, wo Heilungswunder aufgetreten sein sollen.

Eine auf der Rückseite der Holztafel applizierte Plakette gibt Sergio Dimitrievich Bogdanovy als ausführenden Maler und den 5. Juli 1893 als Entstehungsdatum an. Das mit Cloisonné-Emaille verzierte Silberoklad wurde, laut kyrillischer Meistermarke, von einem D. Smirnov ausgeführt.
Neben Kunst und Kunstgewerbe lag das Hauptaugenmerk der Auktion auf Schmuck und Uhren. Hier zeugte eine Herrenuhr Sea-Dweller 4000 von der anhaltenden Begeisterung für Zeitanzeiger der Marke Rolex. Aufgerufen für 7.000 Euro, fand die Uhr aus Edelstahl schließlich für 10.500 Euro einen neuen Besitzer.

Eine hervorragende Preissteigerung konnte auch für ein Gelbgoldcollier erzielt werden das für 3.800 Euro aufgerufen und für 6.300 Euro verkauft wurde. Das schöne Schmuckstück wurde aus 46 Ajourelementen zusammengefügt, die mit jeweils zehn Brillanten besetzt sind. Das Gesamtgewicht der weißen Edelsteine beläuft sich auf ca. 9 ct.

Wer sich mit Handarbeiten auskennt, dem dürfte das Ajourmuster vom Stricken her geläufig sein. Charakteristisch sind hier komplexe Muster, die an feine Spitze erinnern.
In der Auktion mit Mode und Accessoires am 9. April bei Eppli im Königsbau konnte eine gut erhaltene Evelyne-Tasche aus petrolfarbenem Clémence-Leder von Hermès überzeugen, die für 2.600 Euro versteigert wurde (Startpreis 1.900 Euro). Die Preissteigerung widerspiegelt die zunehmende Popularität, die das Taschenmodell der begehrten französischen Marke in den letzten Jahren verzeichnen kann.

Eingeführt wurde die bequem zu tragende Tasche im Jahr 1978. Jedoch war sie zunächst für den Transport von Pferdebürsten und Striegeln gedacht und nur in der Reitsportabteilung von Hermès zu finden, nach deren damaliger Leiterin, Évelyne Bertrand, sie benannt wurde. In den 2000er Jahren wurden Fashionistas, die mit schlichter Eleganz statt auffälligem Schnickschnack brillieren möchten, auf die Evelyne aufmerksam, die sich seitdem zu einem der beliebtesten Modelle von Hermès entwickelt hat.
Am 23. April fand in der Eppli-Auktionshalle in Leinfelden-Echterdingen eine hauptsächlich der Kunst und dem Kunstgewerbe gewidmete Auktion statt. Hier konnte das auf Karton ausgeführte Ölgemälde Mühle am Kanal von Heinrich Eberhard seinen Startpreis von 850 Euro auf beachtliche 2.600 Euro steigern.

Heinrich Eberhard studierte von 1908 bis 1914 in der Meisterklasse von Adolf Hölzel an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart und wird, wie u.a. auch Oskar Schlemmer und Willi Baumeister dem „Hölzelkreis“ zugerechnet. Wie bei seinem Lehrer spielen auch in Eberhards Œuvre Expressionismus, Kubismus und Abstraktion eine bedeutenden Rolle. Die Mischung aus diesen zeichnet sein Werk aus.
Weitere Höhepunkte der Auktion waren die Versteigerung eines Stilllebens von Richard Müller für 13.000 Euro (Startpreis 2.200 Euro), eines Loses mit 11 Serviceteilen aus der Flora Danica-Serie von Royal Copenhagen für 8.500 Euro (Startpreis 700 Euro) oder auch die Versteigerung eines Sets mit drei chinesischen Seidenstickereibildern für 6.500 Euro (Startpreis 100 Euro).
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