Fast 3.000 Lose kommen zum Aufruf, wenn das Auktionshaus Schuler in Zürich zu seiner ersten Auktion des Jahres 2023 einlädt. Nachdem am 20. März eine breitgefächerte Offerte in einer reinen Onlineauktion („Blaue Auktion“) versteigert wird, kommt vom 22. bis 24. März eine ebenfalls vielfältige Auswahl an Kunst, Schmuck und Antiquitäten in drei Saalveranstaltungen zum Aufruf.
So wie sich die Fischer in unserem von François Bocion gemalten Titelbild Préparatifs à la pêche à Grande-Rive auf ihren nächsten Fang vorbereiten, sollten auch Sie sich für diese schöne Auktion rüsten, damit Ihnen Ihr Traumlos nicht durch die Maschen rutscht. Einige der „dicksten Fische“ der Offerte, möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen.
Wenn man am Frühlingsanfang eine Auktion abhält, dürfen Objekte, die die Jahreszeit des Erwachens der Natur widerspiegeln natürlich nicht fehlen. Ein klassisches Trägermaterial für frühlingshafte Motive ist Porzellan, welches in der ersten Kategorie des 22. März, „Tischkultur“, zum Aufruf kommt.

Ein schönes Beispiel dafür ist das um 1900 ausgeführte 47-teilige KPM-Tafelservice der Form Neuosier, deren Reliefrand an einen geflochtenen Weidenkorb erinnert. Neben einer ornamentalen Goldbordüre sind die Teile mit einem polychromen Blumenmuster verziert, deren Quelle sozusagen auf der Deckelterrine ermittelt werden kann: Der Knauf des Deckels zeigt in vollplastischer Ausführung einen Putto, aus dessen Füllhorn sich Blüten über das weiße Porzellan ergießen.
Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) wurde 1763 vom preußischen König Friedrich II. gegründet. Und Apropos Friedrich II.: Dieser ist der Star eines spannenden Loses, das am selben Auktionstag in der Kategorie „Miniaturen, Objets de Vertu“ zum Aufruf kommt.

Die silberne Schraubmedaille wurde 1759 vom Berner Medailleur Johann Melchior Mörikofer geschaffen. Während außen neben der lesenden Klio (die Muse der Geschichtsschreibung und Heldendichtung) auch ein Brustbild Friedrichs II. zu sehen ist, verbirgt sich im Inneren ein Zyklus mit Kupferstichen, die die Vita des Königs, dessen Schlachten in den Schlesischen Kriegen sowie diverse Städteansichten umfassen.

Nachdem am zweiten Auktionstag (23. März) zunächst in den Kategorien „Asiatica" und „Antiken“ chinesische Kunstobjekte aus einer interessanten Sammlung sowie ägyptische Schätze aus altem Schweizer Privatbesitz zum Aufruf kommen, darf anschließend auf die knapp einhundert Lose der Sparte „Schmuck“ mitgeboten werden.

Hier gehören zwei Stücke zu den Highlights, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Zum einen ein Memento mori-Ring von ca. 1810, der an die eigene Sterblichkeit erinnern soll, zum anderen eine pure Lebensfreude ausstrahlende Tutti-Frutti-Clip-Brosche von Bulgari, die mit Smaragd-, Rubin- und Saphir-Cabochons besetzt ist. Auf auffällige Farbsteine – jedoch nur aus Strass – setzte man in den 1950er Jahren bei Schiaparelli bei der Kreation eines Modeschmucksets, das später am Tag in der Kategorie „Accessoires de mode“ zum Aufruf kommt.
Der Vormittag des 24. März ist schließlich den Schöpfungen Schweizer und internationaler Künstler gewidmet. Hier sei neben dem oben bereits erwähnten Gemälde von François Bocion auch auf das Gemälde Die drei Radfahrer des deutschen Malers Helmut Kolle hingewiesen, der sein Werk nicht nur datierte, sondern auch mit dem Monogramm seines Pseudonyms „Helmut von Hügel“ signierte.

Kolle, der kein Kunststudium absolvierte, sondern lediglich Malunterricht erhalten hatte, zog 1924 mit seinem Lebensgefährten Wilhelm Uhde nach Paris. Uhde hatte bereits vor dem Ersten Weltkrieg als Kunsthändler in der französischen Hauptstadt gelebt und die Künstler der Avantgarde, darunter Picasso und Braque, aber auch Henri Rousseau, gefördert. Nun unterstützte er auch seinen Partner Helmut Kolle, der sehr erfolgreich wurde, dessen vielversprechende Karriere jedoch durch seinen frühen Tod im Alter von nur 32 Jahren ein jähes Ende fand.
Ein weiteres frühlingshaftes Objekt wird in der anschließend zum Aufruf kommenden Kategorie „Vintage, Design und Klassiker“ angeboten: Eine dem italienischen Künstler Vittorio Zecchin zugeschriebene Garderobe von ca. 1923. Zwar ist diese aus ebonisiertem und daher dunklem Holz gemacht, doch verfügt sie über ein bezauberndes vergoldetes Ritzdekor, das stilisierte Blüten und Vögel darstellt.

Den Abschluss der Auktionsreihe bilden Großuhren – eine kleine, aber feine Offerte, die von dieser seltenen Karossenuhr des Neuenburger Herstellers Meuron & Compagnie angeführt wird. Die um 1820 angefertigte Uhr verfügt über ein fein graviertes Silbergehäuse sowie ein Übergehäuse aus Schildpatt, das mit silbernen Ziernägeln beschlagen ist. Beide Gehäuse sind zudem mit Schalllöchern ausgestattet.
Die Saalauktionen finden vom 22.-24. März bei Schuler Auktionen, Seestraße 341, in Zürich statt. Die Ausstellung ist dort vom 11.-17. März geöffnet.
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