1837 war Carl Gustav Carus (1789-1869) bei der Dresdner Akademie-Ausstellung mit dem im selben Jahr fertiggestellten Gemälde Abenddämmerung. Zu Goethes Faust vertreten. Anschließend verlor sich jedoch die Spur der in Öl auf Leinwand ausgeführten Arbeit, sodass sie auch in dem in den 1960er Jahren veröffentlichten Werksverzeichnis des Künstlers lediglich schriftlich erwähnt werden konnte.
Der in Leipzig geborene Carl Gustav Carus machte sich schon früh durch vielseitige Talente auf sich aufmerksam und hatte im Alter von nur 22 Jahren bereits in Philosophie und Medizin promoviert. Als bedeutender Vertreter der Romantischen Medizin setzte er sich für ganzheitliche Behandlungen ein, praktizierte auf breitem Feld und verfasste zahlreiche Schriften. Auch war er Leibarzt mehrerer sächsischer Könige und beschäftigte sich nebenbei mit der Malerei. Hier hatte Caspar David Friedrich, den er 1817 kennenlernte, einen großen Einfluss auf ihn.
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Ein weiterer bedeutender Einfluss in Carus’ künstlerischem Schaffen war Johann Wolfgang von Goethe, mit dem er befreundet war. Stark beschäftigte sich Carus mit dessen 1808 veröffentlichten Meisterwerk Faust, sowohl literarisch, als auch künstlerisch. So entstand unter anderem 1821 ein Gemälde, das jene Szene aus der Tragödie zum Thema hat, die allgemein als Osterspaziergang bezeichnet wird: Doktor Faust und sein Assistent Wagner machen einen Spaziergang vor den Toren der Stadt, bei denen ihnen ein schwarzer Pudel begegnet, den Faust schließlich zu sich nimmt. Dort enthüllt der Hund mit Mephisto schließlich sein wahres Ich („Das also war des Pudels Kern!“). Dieses Werk verkaufte Carus 1831 an die Königinwitwe Karoline von Bayern, heute ist es Teil der Sammlung des Museum Folkwang in Essen.
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Nur wenige Jahre nach diesem Verkauf griff Carus das Motiv nochmals auf und schuf jenes Gemälde, das 1837 in Dresden ausgestellt wurde und danach verschwand.
Doch dann kam Abenddämmerung. Zu Goethes Faust 2021 in Thüringischem Privatbesitz wieder zum Vorschein und am 2. März 2024 als eines der Highlights der Auktion „Bildende Kunst des 16.-21. Jahrhunderts“ bei Schmidt Kunstauktionen Dresden mit einem Schätzpreis in Höhe von 100.000-140.000 Euro zum Aufruf. Die Gebotsabgabe fing bei 80.000 Euro an, die jedoch schnell überboten wurden. Der Zuschlag erfolgte schließlich bei 280.000 Euro, was einem neuen Auktionsrekord für Carl Gustav Carus entspricht. Der bisherige Rekord des Künstlers war 2015 bei Grisebach in Berlin aufgestellt worden, als Phantasie aus der Alpenwelt (1822) für 225.000 Euro einen neuen Besitzer fand.
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