Zwischen Greifswald und Kopenhagen
Caspar David Friedrich kam am 5. September 1774 in Greifswald in Pommern zur Welt, das damals zu Schweden gehörte. Sein Vater war der aus Neubrandenburg stammende Seifensieder und -gießer Adolph Gottlieb Friedrich, der mit seiner Ehefrau Sophie Dorothea insgesamt zehn Kinder in die Welt setzte. Der spätere Maler war das sechste Kind.
Über Caspar David Friedrichs Kindheit ist nicht viel bekannt. Vor allem weiß man, dass sie von zwei Todesfällen bestimmt war, die vielleicht den Grundstein für die späteren depressiven Phasen des Künstlers bildeten. Zum einen starb seine Mutter, als er erst sechs Jahre alt war, zum anderen ertrank sein jüngerer Bruder Christoffer 1787 in Anwesenheit von Caspar David, der vergeblich versuchte ihn zu retten, unter nie völlig geklärten Umständen.

Friedrichs erster Zeichenlehrer war der Universitätsbaumeister Johann Gottfried Quistorp, der ihn die Natur und die Architektur in Greifswald und Umgebung zeichnen ließ. Von 1794 bis 1798 studierte Friedrich Zeichnen an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen.
Depressive Phasen und erste Erfolge
Während und nach seines Studiums führte Friedrich hauptsächlich Tusche- und Sepiazeichnungen sowie Aquarelle aus, die landschaftliche Motive oder seine Familienmitglieder und Freunde darstellten. Er ließ sich in Dresden nieder, wo er seine Studien fortsetzte. Bereits 1800 lebte er dort als freischaffender Künstler, der Aufträge vor allem aus dem Bürgertum erhielt. Trotz dieser erfreulichen Entwicklungen, litt Friedrich vermutlich unter depressiven Verstimmungen und zeichnete seine eigenen Beerdigung.
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Nach dieser bedrückenden Phase nahm Friedrich seine künstlerische Tätigkeit schließlich wieder auf und fertigte Skizzen und Zeichnungen auf seinen Wanderungen durch Sachsen, auf Rügen und im Harz. Und er hatte einen Freundeskreis, der ihm zur Seite stand und dem viele andere Maler angehörten, darunter Gerhard von Kügelgen, Georg Friedrich Kersting und Caroline Bardua.
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Nachdem er sich nun auch der Ölmalerei zugewandt hatte, konnte er bereits mit dem 1807 ausgeführten Altarbild Kreuz im Gebirge einen großen Erfolg feiern. Das Werk brach mit den üblichen Landschaftsdarstellungen und weist den damals 33-jährigen Maler bereits als bedeutenden Vertreter der Romantik mit ihren naturmystischen Tendenzen aus.

Mit dem Tod seines Vaters und seiner Schwester Dorothea hielt zudem die Melancholie Einzug. Vor diesem Hintergrund entstanden 1809 die Gemälde Abtei im Eichwald und Der Mönch am Meer, die beide 1810 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III., der damals selbst den Tod seiner Frau Luise verkraften musste, gekauft wurden. Es folgte die Aufnahme Caspar David Friedrichs in die Berliner Akademie.
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Späte Ehe und Krankheiten
Interessanterweise war Caspar David Friedrich nach der heutigen Auffassung von Romantik überhaupt nicht romantisch. Im Gegenteil: Durch das geregelte Einkommen, dass er ab Dezember 1816 als Mitglied der Dresdner Akademie bezog, hielt er es für seine Pflicht – er war bereits 42 Jahre alt – nun eine Familie zu gründen. Enge Freunde von ihm bezweifelten allerdings, dass er tatsächlich für die Ehe geeignet war.

Diese Sorgen erwiesen sich als berechtigt. Im Januar 1818 heiratete Friedrich die um 19 Jahre jüngere Caroline Bommer. Im Sommer ging es auf Hochzeitsreise nach Rügen, wo der Maler mit der Arbeit an dem berühmten Bild mit den Kreidefelsen begann. Zurück in Dresden erfüllte Caroline ihre Pflichten als Hausfrau und Mutter und brachte in den folgenden fünf Jahren vier Kinder zur Welt. Sie akzeptierte die Eigenheiten ihres Mannes, der durch in seinen depressiven Phasen immer häufiger die Einsamkeit suchte und ertrug auch seinen zunehmenden Verfolgungswahn ob ihrer angeblichen Untreue, der bisweilen gewalttätige Züge annahm.

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Beruflich konnte Friedrich weiterhin Erfolge verzeichnen. 1824 wurde er außerordentlicher Professor an der der Dresdner Akademie, durch Vermittlung des russischen Dichter Wassili Andrejewitsch Schukowski verkaufte er seine Bilder bis an den Zarenhof.

Doch erschwerten immer wieder auftretende Krankheiten, die Kuraufenthalte auf Rügen und in Böhmen notwendig machten, seine Arbeit zunehmend. Nach einem Schlaganfall 1835 entstand nur noch ein Ölgemälde, es dominierten nun wieder Aquarelle und Sepiazeichnungen. Am 7. Mai 1840 starb Caspar David Friedrich im Alter von 65 Jahren in seiner Wahlheimat Dresden.

Caspar David Friedrich malte über 300 Gemälde, von denen die meisten über die Jahre jedoch verloren gegangen sind. Er verarbeitete in ihnen die großen Themen der Romantik, wie Sehnsucht, Melancholie, Naturmystik oder das Unbewusste. Gerade Letzteres führt dazu, dass Friedrichs Bilder zu einer Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten einladen. Der melancholische Gesamteindruck ist jedoch im Charakter des Künstlers selbst begründet.
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Friedrichs oftmals revolutionäre Bildkonzepte beeinflussten spätere Künstlergenerationen, wie die Symbolisten Edvard Munch und Arnold Böcklin oder die Surrealisten René Magritte und Max Ernst. Und so mag es verwundern, dass inmitten der Epoche des Biedermeier der Grundstein zur modernen Malerei gelegt wurde.
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Wo Sie aktuell noch Jubiläumsausstellungen anlässlich des 250. Geburtstags von Caspar David Friedrich besuchen können, können Sie hier nachlesen!




