Australische Spinne nach Karl Lagerfeld benannt

Forscher der Universität Hamburg und deren australische Kollegen haben Karl Lagerfeld posthum eine Ehre zuteil werden lassen, mit der auch der kreative Modeschöpfer wohl niemals gerechnet hätte.

Australische Spinne nach Karl Lagerfeld benannt

Der rote Kontinent Australien ist bekannt für seine einzigartige Fauna, deren Toxizität allerdings geradezu berüchtigt ist. Auch einige der dort heimischen Spinnenarten sind ziemlich giftig und lassen den einen oder anderen Australienurlauber sicherlich mit gemischten Gefühlen seine Reise antreten. Nun haben Forscher des Centrums für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg gemeinsam mit Kollegen aus Brisbane und Melbourne jedoch eine Spinnenart beschrieben, die einem einfach nur das Herz aufgehen lässt, vor allem was die Namensgebung betrifft.

Jotus karllagerfeldi | Foto: Mark Newton via uni-hamburg.de
Jotus karllagerfeldi | Foto: Mark Newton via uni-hamburg.de

In der aktuellen Ausgabe des Fachblattes Evolutionary Systematics beschreiben Dr. Danilo Harms, Leiter der Abteilung für Arachnologie am CeNak, Dr. Barbara Baehr vom Queensland Museum und Joseph Schubert von der Monash University eine erst kürzlich entdeckte Springspinnenart, die an der australischen Ostküste heimisch ist. Und wer es zuerst beschreibt, darf dem Kind auch einen Namen geben. Dr. Harms überlegte nicht lange beim Anblick der großen schwarzen Augen und dem in strengem Schwarzweiß gehaltenen "Outfit" samt "Kentkragen" und benannte die Art der Gattung Jotus nach dem im Februar verstorbenen Modeschöpfer und "Hamburger Jung" Karl Lagerfeld Jotus karllagerfeldi.

Karl Lagerfeld | Foto via Elle Italia
Karl Lagerfeld | Foto via Elle Italia

„Das Tier erinnerte uns von den Farben her an den reduzierten Stil Karl Lagerfelds. Die schwarzen Beinglieder assoziierten wir zum Beispiel mit den Handschuhen, die er immer trug, und die riesigen schwarzen Augen mit seiner Brille", beschreibt Danilo Harms in einem Interview auf der Website der Uni Hamburg die Gründe für die Namensgebung. Bislang konnten nur männliche Exemplare der vier bis fünf Millimeter kleinen Springspinne, die sich von Insekten ernährt, beschrieben werden, an denen Dr. Harms allerdings noch ein weiteres prägnantes Merkmal entdecken konnte: "Männchen dieser Art tragen zudem am ersten Beinpaar einen 'Fächer' von langen schwarzen Haaren. Der Fächer war ja auch eines der Markenzeichen von Lagerfeld in den 1990er-Jahren."

Von den etwa 3500 Spinnenarten, die in Australien heimisch sind, sind nach aktuellem Stand 70 Prozent noch gänzlich unerforscht und somit auch noch unbenannt. Man darf also gespannt sein, was auf Jotus karllagerfeldi noch so alles folgen wird...

Lassen Sie das Leben und die Karriere des großen Karl Lagerfeld hier noch einmal Revue passieren.

Titelbild: Jotus karllagerfeldi | Foto: Mark Newton via uni-hamburg.de