Ein Blick in die aktuellen Kataloge des Auktionshauses Quittenbaum wird Freunde und Sammler von Design und außergewöhnlichem Schmuck glauben lassen, dass Weihnachten in diesem Jahr bereits Anfang Dezember in München stattfindet. Vom 3. bis 5. Dezember präsentiert Quittenbaum seine letzten Auktionen des Jahres 2024 und hat aus diesem Anlass vier hervorragend bestückte Kataloge zusammengestellt, die mit großen Namen und deren Kreationen gut gefüllt sind.
Los geht es am 3. Dezember um 16 Uhr mit Design und Kunst aus der Sammlung Schellmann. Jörg Schellmann eröffnete 1969 seine erste Galerie in München und konnte sich mit der Zusammenarbeit mit Künstlern wie Joseph Beuys, Donald Judd, Andy Warhol und Thomas Ruff, deren Werke er in limitierten Auflagen veröffentlichte, einen Namen machen. 2009 begann er, Möbelentwürfe von Künstlern zu produzieren, um sich schließlich selbst auf dieses Gebiet vorzuwagen.

Bei Quittenbaum kommen nun 57 Arbeiten aus der Sammlung Schellmann zum Aufruf, bei denen es sich unter anderem um von Jörg Schellmann selbst entworfene Prototypen sowie limitierte Grafiken international gefragter Künstler handelt.
In der anschließenden Auktion „Schools of Design“ erkundet Quittenbaum ein weiteres Mal die Gesichte des Möbeldesigns des 20. Jahrhunderts.

Hier darf das Bauhaus natürlich nicht fehlen und ist mit einem ganz besonderen Objekt vertreten, das eines der erfolgreichsten Produkte der Weimarer Designschmiede war: Josef Hartwigs Bauhaus-Schachspiel XVI, das vor 100 Jahren vorgestellt wurde. Hartwigs Design beruhte auf Würfeln und Kugeln, wobei die Form und die Größe der verschiedenen Figuren auf deren Bedeutung und Bewegungsspektrum im Spiel hindeuteten.

Gerrit Rietveld zählt zu den bekanntesten Mitgliedern der niederländischen Künstlergruppe De Stijl, der 1919 seinen bekanntesten Entwurf, den Rot-blauen Stuhl, als Fotografie erstmals öffentlich präsentierte. Aus demselben Jahr stammt auch der Hoge Stoel, der die „Schools of Design“-Auktion eröffnet und in seiner Konstruktion einige Gemeinsamkeiten mit seinem rot-blauen „Bruder“ aufweist.
Weitere spannende Lose der Offerte stammen aus einer Sammlung mit anthroposophischem Design, aus der privaten Sammlung der Design-Experten und Kunstvermittler Mieke und Jan Teunen sowie aus einer rheinischen Privatsammlung, die mit drei Janák-Stühlen von Alessandro Mendini an den Start geht.
Am zweiten Auktionsrag dreht sich um 16 Uhr alles um die Offerte „Jugendstil – Art déco“, die so einige seltene Schätze umfasst, darunter das Aquarell Der reiche Mann und der arme Lazarus von Carl Strathmann, einen Konsoltisch von Carlo Bugatti in dessen typischen maurischen Stil sowie eine tropfenförmige Vase mit Schneeglöckchendekor von Émile Gallé.

Allgemein kann Quittenbaum erneut mit einer wunderschönen Auswahl an gläsernen Schätzen punkten, die neben Gallé von weiteren bedeutenden Herstellern wie Daum frères, Gabriel Argy-Rousseau, René Lalique und Verreries Schneider stammen.

Erstmals auf dem Kunstmarkt zu haben ist das Porträt Eugenie Perrot von Rudolf Schlichter, das dieser 1934 ausführte und das ihn als Vertreter der Neuen Sachlichkeit zu erkennen gibt. Einen interessanten Kontrast zu der nüchternen Darstellungsweise bildet der Schmuck der Dame. Vor allem die Halskette mit ihren großen, leuchtendblauen Lapislazuliperlen erinnert noch an das Ägypten-Revival, das Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts in seinem Bann zog.
Den Abschluss der Auktionsreihe bildet am 5. Dezember um 16 Uhr vielfältiger und kreativer Autoren- und Juwelenschmuck.

Das Highlight dieser Offerte stammt aus dem Jahr 1969, als Yves Saint Laurent seine gute Freundin Claude Lalanne bat, etwas zu seiner neuen Haute-Couture-Kollektion beizusteuern. Lalanne erschuf daraufhin zwei Büsten aus galvanisiertem und vergoldetem Kupfer, die sie direkt vom Körper eines Models abnahm. Ebenso entstand ein fünfteiliges Set aus Fingerkuppenschmuck, den sie mit vegetativen Ornamenten verzierte. Die bei Quittenbaum vorliegenden Güsse befanden sich spätestens ab 1970 in einer deutschen Privatsammlung. Claude Lalanne ist des Weiteren mit einem Collier und einem dazu passenden Armband in der Auktion vertreten.
Unbedingt erwähnt werden müssen auch die beiden Jünger-Boxen des Münchener Schmuckkünstlers Hermann Jünger, mit denen man selbst zum Schmuckdesigner werden kann. Die beiden Boxen aus dem Jahr 1990 beinhalten jeweils 12 Anhänger, die man je nach Lust und Laune auf die beigegebene Goldschnur auffädeln kann. Bereits in seiner endgültigen Form befindet hingegen ein außergewöhnliches Charming-Armband, das insgesamt 33 Anhänger mit natürlichen vielfarbigen Fancy-Diamanten ziert.
Die Versteigerungen finden vom 3. bis 5. Dezember bei Quittenbaum Kunstauktionen, Theresienstraße 60, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 28. November bis 2. Dezember möglich.
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