Der Schweizer Gérald Genta (1931-2011) machte zunächst eine Lehre im Schmuck-Design, bevor er sich Armbanduhren zuwandte – eine Karriere, die ihn mit den namhaftesten Marken zusammen- und einige der begehrtesten Uhren hervorgebracht hat.
Entdecken Sie im Folgenden 8 ikonische Zeitanzeiger des „ersten Uhren-Designers der Welt“.
Universal Genève Polerouter

Nach seiner Ausbildung war die erste Station von Gérald Genta der renommierte Uhrenhersteller Universal Genève. Dort entwarf er 1954 das Design für eine Armbanduhr, die gegenüber Magnetfeldern, extremen Temperaturen und Höhenschwankungen unempfindlich war. Die Inspiration dazu war der erste Flug via Nordpol, den SAS im November 1954 von Kopenhagen nach Los Angeles durchführte, was zum Namen Polarouter für die Automatikuhr führte. Der Name wurde im Jahr darauf in Polerouter geändert und es wurden verschiedenen Versionen produziert, bis die Herstellung 1969 eingestellt wurde.
Omega Constellation

1952 brachte Omega eine Armbanduhr auf den Markt, die auf einem limitierten Modell namens The Centenary beruhte, mit dem das Unternehmen 1948 seinen 100. Geburtstag gefeiert hatte. Die neue Uhr wurde Constellation getauft und entwickelte sich zu einem der bekanntesten und langlebigsten Uhrenmodelle überhaupt – die Constellation wird bis heute produziert. Zum sofortigen Erfolg der klassischen Uhr hatte das ikonische „Pie Pan“-Zifferblatt beigetragen, doch wollte man sich darauf bei Omega nicht ausruhen. In den 1960ern strebte der Hersteller nach neuen Looks für die Constellation und holte Gérald Genta ins Boot, der das C-Shape-Modell mit Tonneau-förmigem Gehäuse und schlichterem Zifferblatt entwarf, das von 1964 bis 1978 produziert wurde.
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Rolex King Midas

1964 war auch das Jahr, in dem Rolex die wohl ungewöhnlichste Armbanduhr seiner Geschichte vorstellte: die King Midas, eine massive Golduhr mit asymmetrischem Design, die in limitierter Auflage produziert wurde. Als Namenspate diente der antike König Midas, der sich, der griechischen Mythologie zufolge, wünschte, das sich alles, was er berührte, in Gold verwandeln möge. Auch für das Design ließ sich Gérald Genta von einem griechischen Vorbild inspirieren, dem Parthenon auf der Akropolis in Athen mit seinen Säulen und dem spitzen Giebel. Die King Midas war die bis dato schwerste und teuerste Golduhr, die auf dem Markt zu finden war und wurde u.a. von Elvis Presley getragen. Das Design der Uhr wurde später für Modelle der Cellini-Linie übernommen.
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Audemars Piguet Royal Oak

1970 war der Name Gérald Genta bei Audemars Piguet schon gut bekannt, sodass er kontaktiert wurde, als es darum ging, eine Armbanduhr zu entwerfen, die robust genug für den Sport und elegant genug für gehobene Anlässe war, obendrein wasserdicht, mit integriertem Armband und gerne aus Edelstahl. Nach diesen Wünschen entwarf Genta in nur einer Nacht die Uhr, die später Royal Oak genannt wurde. Als Inspiration für die ikonische achteckige Lünette mit den acht Schrauben hatte ihm der Helm eines Tauchers gedient, den er in seiner Kindheit aus dem Genfer See hatte steigen sehen. Hatte man bei ihrem Launch im Jahr 1972 noch Sorge, dass der hohe Preis für eine Stahluhr zu teuer sein könnte, entwickelte sich die Royal Oak recht schnell zum Verkaufsschlager und zählt heute zu den gefragtesten Uhren auf dem Sammlermarkt.
Patek Philippe Nautilus

Mit dem Entwurf der Royal Oak hatte Gérald Genta mit dem Thema „elegante Sportuhr“ aber noch lange nicht abgeschlossen. 1974 präsentierte er der Geschäftsleitung von Patek Philippe – er hatte schon früher mit der Marke zusammengearbeitet – spontan eine Skizze jener Uhr, die zwei Jahre später unter dem Namen Nautilus lanciert werden sollte. Das Design der Nautilus erscheint wie eine Weiterentwicklung der Royal Oak mit seinen weicheren und reduzierten Linien. Als Inspirationsquelle hatten in diesem Fall die Bullaugen von Kreuzfahrtschiffen gedient. Auch die Nautilus hatte es am Anfang schwer, ihren hohen Preis als reine Edelstahluhr zu rechtfertigen. Doch nachdem sich die Kundschaft erstmals an die Vorstellung einer luxuriösen Sportuhr gewöhnt hatte, war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten – mit der Nautilus als ultimativem und zeitlosem Statussymbol.
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IWC Ingenieur

1955 nahm IWC Schaffhausen das Modell Ingenieur in sein Sortiment auf – eine Uhr, die wasserdicht, antimagnetisch und quasi unerschütterlich war. Zwanzig Jahre nach dem Launch benötigte der Klassiker jedoch ein Update. Gérald Genta wurde hinzugezogen und mit seinem neuen Design inklusive integriertem Armband reihte sich die neue Ingenieur SL in die Reihe der modernen, luxuriösen Sportuhren ein, an deren Aufkommen Genta, wie wir bereits gesehen haben, maßgeblich beteiligt war. Vom ersten Ingenieur-Entwurf Gentas von 1976 wurden lediglich 1.000 Stück produziert, weshalb diese Uhren auf dem heutigen Sammlermarkt heiß begehrt sind.
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Bulgari Bulgari

1977 entwarf Gérald Genta für die traditionsreiche römische Juweliermarke Bulgari eine Armbanduhr, die mit ihrem schlichten und genialen Design zu einem zeitlosen Klassiker wurde: die Bulgari Roma. Als Inspiration hatten ihm hier die Münzen des antiken Roms gedient, deren umlaufende Inschriften er für die Lünette übernahm. Ursprünglich war die Uhr ausschließlich für den Verkauf in Rom gedacht, doch zeichnete sich schon bald ein so großer Erfolg ab, dass die Uhr auch andernorts angeboten und der Name in Bulgari Bulgari umgeändert wurde, mit dem ikonischen doppelten Schriftzug auf der Lünette.
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Cartier Pasha

1985 holte Cartier Gérald Genta ins Boot, als es darum ging, eine sportlich-elegante Uhr zu kreieren: die Cartier Pasha. Als Vorlage diente eine Armbanduhr von 1943 mit markantem Schutzgitter über dem Glas, die angeblich auf einer Bestellung des damaligen Pashas von Marrakesh basierte, der sich von der bei Royals beliebten Maison eine Uhr gewünscht hatte, die er sowohl beim täglichen Schwimmen, als auch bei offiziellen Anlässen tragen konnte. Ob diese Geschichte so wirklich stimmt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, doch das von Genta überarbeitete Design eroberte nicht nur die Herzen der Kunden, für die das Modell ursprünglich gedacht gewesen war, sondern auch die der Kundinnen. Die Cartier Pasha wurde und wird in verschiedenen Ausführungen angeboten, darunter auch mit dem Gitter von 1943.
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Neben seiner Arbeit für verschiedene Uhrenhersteller stellte Gérald Genta ab 1969 Armbanduhren unter eigenen Namen her. Interessanterweise widerstrebte es ihm jedoch, selbst eine Armbanduhr zu tragen, da sie für ihn „der Gegensatz von Freiheit“ darstellen würde. Doch trotz dieser persönlichen Abneigung hat Gérald Genta das Uhrendesign des 20. Jahrhunderts geprägt wie kaum ein anderer, mit Entwürfen, die heute zu den begehrtesten Modellen auf dem Auktionsmarkt zählen.









