Als Madonna zum vergangenen Weihnachtsfest ein Foto von sich selbst auf ihrem Instagram-Account postete, war im Hintergrund ein Gemälde zu erkennen, bei dem es sich offenbar um das 1822 von Jérôme-Martin Langlois gemalte Werk Diana und Endymion handelt. Bis 1918 hing jenes Gemälde im Musée de Picardie in Amiens. Als die Stadt im Zuge des Ersten Weltkriegs bombardiert wurde, wurden die Gemälde des Museums in Sicherheit gebracht, 15 werden jedoch immer noch vermisst, darunter das Meisterwerk von Langlois.
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In den 1970er begann ein junger Kunsthistoriker namens Jacques Foucard, der heute als Kurator im Louvre tätig ist, Nachforschungen über die vermissten Werke anzustellen. Sein besonderes Interesse galt einer Szene aus Ovids Metamorphosen, die 1817 als königlicher Auftrag einen Raum im Schloss von Versailles zieren sollte. Bei diesem Gemälde handelte es sich um Diana und Endymion von Jerôme-Martin Langlois. Das Werk verblieb in der königlichen Sammlung und ging 1873 in Staatsbesitz über, um schließlich im Musée de Picardie ausgestellt zu werden. 1918 verschwand das Werk jedoch von den Inventarlisten des Museums. Wurde es vergessen oder gar zerstört? Foucards Nachforschungen tendierten eher zu der zweiten These.

Man mag sich die Überraschung ausmalen, als ein Diana und Endymion-Gemälde 1989 bei einer Auktion von Sotheby's auftauchte und wie das vermisste Leinwandwerk aussah. Fragen kamen auf, ob es sich tatsächlich um das Gemälde aus Amiens handelte, da einige Details Zweifel hervorriefen, darunter die Maße (das Werk bei Sotheby's war 3 Zentimeter kleiner in der Höhe) sowie das Fehlen von Signatur und Datierung und Stempeln auf der Rückseite. Man nahm schließlich an, dass es sich um eine Kopie handeln müsse und Madonna konnte es schließlich für 1,3 Millionen US-Dollar ersteigern.
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Der Fall geriet in Vergessenheit, bis Paris Match 2015 im Zuge einer Reportage ein Foto von der Queen of Pop in ihrem Treppenaufgang vor dem besagten Gemälde veröffentlichte. Das Musée de Picardie reichte sofort eine Klage gegen Unbekannt wegen des Raubes der 1918 verschwundenen Gemälde ein, darunter Diana und Endymion. Die Anklage wurde wohl nicht weiter verfolgt (es ist unklar, ob sie überhaupt das Office central de lutte contre le trafic de biens culturels [Zentralstelle zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern] erreichte) und vermutlich erfuhr Madonna sogar nie etwas davon. Mit der erneuten Veröffentlichung eines Fotos mit dem Gemälde im Hintergrund durch Madonna selbst, ist der Fall jedoch nun erneut in den Fokus geraten. Am 9. Januar veröffentlichte die französische Zeitung Le Figaro eine Untersuchung, um Amiens Bürgermeisterin Brigitte Fouré zu alamieren.
Via Facebook-Video wandte sich Fouré an Madonna, in dem sie diese darum bat, das Langlois-Gemälde dem Museum zu Ausstellungszwecken auszuleihen, selbst wenn es sich nur um eine Kopie handeln sollte, da dies Amiens' Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt 2028 unterstützen würde.
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Die Untersuchung könnte durchaus im Jahr 2023 fortgesetzt werden und würde eine zusätzliche Analyse des Gemäldes erfordern. Eine ungelöste Spur deutet auf die Möglichkeit hin, dass das Werk beschädigt wurde, um das Datum, die Signatur und den Stempel auf der Rückseite des Gemäldes zu zerstören. Auf die Leihanfrage der Stadt Amiens hatte Madonna bislang noch nicht reagiert.




