Gegen halb zwei in der Nacht zum 23. November haben sich Unbekannte Zutritt zum Kelten-Römer-Museum in Manching bei Ingolstadt verschafft und gezielt zugeschlagen: 483 Goldmünzen und ein dazugehörender Gusskuchen sowie drei weitere Münzen wurden entwendet und aus dem Museum entfernt. Bei der Hauptbeute handelt es sich um den Kelten-Goldschatz von Manching, ein archäologischer Fund von höchstem kulturellen und wissenschaftlichen Wert und der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts. Der Diebstahl wurde am Vormittag des 23. November von Museumsmitarbeitern entdeckt und sofort der Polizei gemeldet.
Wie vorgesehen hatte die Sicherheitsvitrine, in der der Schatz ausgestellt war, einen Alarm ausgelöst, der die damit verbundene Wachfirma auf Grund eines Ausfalls der Telefon- und Internetverbindungen jedoch nicht erreichte. Der Ausfall scheint mit der Diebstahl in Verbindung zu stehen, kam es doch kurz vor dem Einbruch zu einer „Sachbeschädigung an einer Glasfaser-Verteilerstelle der Deutschen Telekom in Manching“, wie das Bayerische Landeskriminalamt, das eine Sonderkommission für die Untersuchung des Falls zusammengestellt hat, in einer Pressekonferenz und -mitteilung erklärte.
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Manching war in frühgeschichtlicher Zeit eine der wenigen stadtähnlichen Siedlungen der Kelten – ein bedeutender Handelsposten, in dem zu Zeiten seiner größten Ausdehnung in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. bis zu 10.000 Menschen lebten. Bei dem Goldschatz von Manching handelt es sich um einen sogenannten Depot- oder Hortfund, der von seinem Besitzer im Zusammenhang mit einer kriegerischen Auseinandersetzung oder anderen Krise versteckt worden war, dann aber nicht wieder geborgen werden konnte.
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Interessanterweise besteht der Goldschatz nicht aus Münzen, die vor Ort geprägt wurden, sondern aus Stateren der Boier aus dem Gebiet des heutigen Böhmens, was auf weitreichende Handelsbeziehungen der Bewohner von Manching in dieses Gebiet schließen lässt. Insgesamt bringt es der Goldschatz auf ein Gewicht von 3,7 Kilogramm, was einem Materialwert in Höhe von einer Viertelmillion Euro entspricht. Der Verkaufswert wäre sogar sechsmal so hoch.
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Zu befürchten ist, dass die Täter es ausschließlich auf den Materialwert abgesehen haben und die Goldmünzen einschmelzen, was einen unwiederbringlichen Verlust für die Wissenschaft und unser kulturelles Erbe darstellen würde.
Erst im Mai dieses Jahres war es auf einer archäologischen Grabungsfläche in Manching zu einer Straftat gekommen, als illegale Sondengänger mehrere keltische Metallobjekte entwendeten. Und auch der Goldschatz selbst war kurz nach seiner Entdeckung im August 1999 zum Opfer einer Raubgrabung geworden, als Sondengänger 31 noch im Boden verbliebene Münzen stahlen, die jedoch später beim Versuch sie zu verkaufen sichergestellt werden konnten.
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