Gaetano Pesce (*1939) soll mit einem Schwamm in der Hand unter der Dusche gestanden haben, als ihm die Erleuchtung kam, nämlich jene, dass das Lieblingsmaterial des Designers und Architekten, Polyurethan, die gleichen Eigenschaften besitzt, wie eben ein solcher Schwamm: es kann sich ausdehnen und wieder zusammenziehen. Im Jahr darauf wurde die Serie UP 2000 bei B&B Italia vorgestellt: Sieben Möbelstücke aus Polyurethan, die vakuumverpackt mit nur 10% ihres eigentlichen Volumens gelagert und verschickt werden konnten.
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An ihren Aufstellungsorten, bevorzugt Wohnzimmer und Salons, konnten die befreiten Möbel dann ihr volles Potenzial entfalten – im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders beliebt wurden UP5 und UP6, wobei das erstgenannte Modell aufgrund seiner spezifischen Form und Symbolik viele Spitznamen erhielt, allen voran Big Mama oder auch Donna.
Der Form nach eine riesige Frau – inspiriert von Fruchtbarkeitsgöttinnen – wurde der Sessel UP5 mit einer Schnur mit dem Hocker UP6 verbunden und wurde so zu einem Kommentar zum Zustand der Frau: „Frauen waren schon immer durch ihre Angst vor Männern und durch die Vorurteile der Männer gefangen. Mir gefiel die Idee, dem Sessel eine feminine Form und eine Kugel und eine Kette zu geben, was dem traditionellen Bild des Gefangenen entspricht." Später hieß es, dass die Kugel auch ein Kind symbolisieren könne.
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Der Name Gaetano Pesce ist noch immer relevant. Im Laufe seines Lebenswerks hat er Kunst und Innenarchitektur in mehreren Schritte einander angenähert. Mit seiner Kreativität war er überall unterwegs, entwarf bekannte Gebäude wie das Organic Building im japanischen Osaka und fertigte neben Möbeln beispielsweise auch die berühmten Spaghetti-Vasen.
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Doch vor allem sind es die zeitlosen UP5 und UP6, die seine Genialität am besten widerspiegeln, denn in diesen energiegeladenen Designkunstwerken treffen Kunst, technische Entwicklung und Benutzerfreundlichkeit aufeinander. Und die Tatsache, dass sie sich so unglaublich flach verpacken ließen, dass Ingvar Kamprad sicherlich nur noch gelb vor Neid werden konnte, war ein zusätzlicher Pluspunkt.
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Sollten Sie sich für noch weitere Kreationen des Designers interessieren, lohnt es sich, einen Blick auf das Sofa bzw. den Sessel Sit Down von 1975 zu werden, bei denen eine lose Form mit Polyurethanschaum gefüllt und über einen Sperrholzrahmen gesetzt wurde, wodurch alle Exemplare über kleine Variationen verfügen. Auch der Sessel Feltri aus Harzkunststoff von 1986 verdient es, beachtet zu werden. Die Entwürfe von Gaetano Pesce können unter anderem im MoMA in New York, im Vitra Museum in Weil am Rhein oder auch im Centre Pompidou in Paris bewundert werden.
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B&B Italia besitzt noch immer die Rechte an der Serie UP und stellt einige Modelle immer wieder neu her und hat seit einigen Jahren auch eine Kinderversion von Big Mama im Sortiment, die man, wenn man so möchte, Little Mama taufen könnte.




