Was passt besser zu einer Sommerauktion, als Kunst und Kunsthandwerk mit floraler Thematik? Dies hat sich auch das Münchener Auktionshaus Rütten überlegt und eine bezaubernde Offerte mit mehr als 300 Losen zusammengestellt, deren Highlights mit zarten Blüten, Knospen und Blättern begeistern.

Blütenmuster sind zweifelsohne ein Dauerbrenner unter den Porzellandekoren. Mit 74 Losen stellt das "weiße Gold" die umfangreichste Kategorie der Auktion dar und an Blüten mangelt es ihr wahrlich nicht. Auch eines der exklusivsten Service überhaupt zieren Pflanzen aller Art: Flora Danica der Manufaktur Royal Copenhagen, das im späten 18. Jahrhundert vom dänischen Kronprinzen in Auftrag gegeben worden war und bis heute hergestellt wird. Als Vorlage dienten die Abbildungen im Tafelwerk Flora Danica des Botanikers Georg Christian Oeder. Bei Rütten kommen insgesamt sieben Lose mit Flora Danica-Serviceteilen zum Aufruf.

Ein Streublumenmuster und eine alles bekrönende vollplastische Rosenblüte ergänzen die Jagdszenen, mit denen eine Meissner Trembleuse aus dem 18. Jahrhundert verziert wurde. Die Tassenform mit zwei Henkeln war eigens für den Genuss der damals äußerst teuren Schokolade erfunden worden, um zu verhindern, dass selbst mit zitternden (frz. trembler) Händen auch nur ein Tropfen des kostbaren Getränks verschüttet wurde.

Aus der Nymphenburger Manufaktur haben ein Speise- und ein Kaffeeservice den Weg in die Auktion gefunden, deren polygonale Form mit Perlrand von Dominik Auliczek erdacht worden war. Das Kaffeeservice weist mit einem Akanthusrelief einen floralen Bezug auf.

Den Inbegriff des friederizianischen Rokokos haben wir mit dem Dekor Neuzierat vor uns – in der Auktion in Gestalt von neun Teegedecken. Entworfen wurde es in den 1760er Jahren von der KPM Berlin für Friedrich den Großen. Ergänzt wurde das Dekor 1784 durch die Lieblingsfarbe des Königs, Bleu mourant (frz. für "sterbendes Blau"), dessen Rezeptur bis heute ein Geheimnis der Berliner Manufaktur ist.

Passende Ergänzungen zu den Servicen der Porzellanofferte sind in der Kategorie "Silber, Versilbertes" zu finden. So besticht ein in Deutschland gefertigtes Kaffee- und Teeservice mit Rechaud durch sein reiches Floral- und Rocaillendekor sowie die Mohnblüten-Knospen, die sich auf allen Deckeln finden.

Weitere Highlights der Silberofferte sind zwei große englische Tabletts. Eines von 1909, dessen Handhaben Tierkopf-Maskaron zieren und dessen Spiegel floral bekrönt ist, ein weiteres, ovales von 1817, das stolze 3,5 kg wiegt und dessen Rand umlaufend mit Blattornamentik gerahmt ist.

In mehreren Losen kommen Kristallgläser für Wein, Champagner und Süßwein sowie eine Karaffe der Serie Thistle Gold von Verreries & Cristalleries de Saint Louis zum Aufruf. Die goldene Rankenornamentik an Rand und Fuß der mundgeblasenen und handgeschliffenen Gläser wurde mit einem Pinsel aufgetragen.

Einen Abstecher von der Flora zur Fauna unternehmen wir mit dem Top-Los der Schmuckofferte, das ein gelbgoldenes Schlangencollier mit passenden Ohrsteckern umfasst. Die drei Schmuckstücke werden jeweils von einem mit weißen Diamanten und schwarzem Emaille verzierten Panther bevölkert.

Tierisch geht es auch in der Uhrenofferte zu, wo eine hochinteressante Wiener Tischuhr aus dem späten 19. Jahrhundert zum Aufruf kommt, deren Balusterschaft aus den Körpern von zwei miteinander verdrehten Fischen besteht.

Mit den unter Bäumen tändelnden Liebespaaren im Watteau-Stil, die die Uhr zieren, kehren wir nun jedoch zur floralen Thematik zurück und finden sie bei einem weiteren Highlight der Kategorie wieder, einer Spindel-Uhr, die sich im Knauf eines Spazierstocks befindet. Während das Zifferblatt mit einer Landschaft mit Wassermühle farbig bemalt wurde, ziert den aufklappbaren Uhrendeckel eine Ranke mit rosa Blüten und Knospen aus Cloisonné-Emaille.

Ein über und über mit floralen Intarsien und Putten verzierter Damen-Schreibsekretär mit passendem Stuhl kommt in der Kategorie "Möbel, Einrichtungsgegenstände" zum Aufruf. Das Ensemble wurde im 20. Jahrhundert aus tropischem Holz in Bologna hergestellt.

Zum Schluss sei noch auf ein altmeisterlich anmutendes, jedoch zeitgenössisches Blumenstillleben der 1950 in Essen geborenen Malerin Hildegard Schwammberger hingewiesen, das mit viel Liebe zum Detail – man beachte bitte die Spiegelung auf der Glasvase – in altmeisterlicher Manier ausgeführt wurde.
Die Sommerauktion von Rütten findet am 1. August um 13 Uhr in der Nymphenburger Straße 133 in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 27.-30. Juli möglich.
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