Bronzino gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Manierismus. Und er war der Prototyp eines Hofmalers schlechthin: Nicht nur hoch talentiert, sondern auch mit dem unbezahlbaren Talent gesegnet, den Mächtigen zu gefallen.
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Der 1503 in Florenz als Agnolo di Cosimo geborene Künstler machte schnell durch sein Malertalent auf sich aufmerksam. Im Alter von 14 Jahren trat er in das Atelier von Jacopo da Pontormo ein, dem größten Florentiner Künstler seiner Zeit. Die beiden Künstler begannen bald in zahlreichen Projekten zusammenzuarbeiten.
Bronzinos frühes Wirken ist auch in der Dekoration der Capponi-Kapelle (Santa Felicita, Florenz) anzutreffen. Da sein Stil dem von Pontormo sehr nahe kam, ist es jedoch schwierig, abschließende Zuschreibungen zu machen. Tatsächlich waren beide Künstler herausragende Vertreter des Manierismus, der zu dieser Zeit in Italien im Trend war. Ein Stil, der auch von Vasari, Parmigianino und Rosso Fiorentino übernommen wurde. Was diese Maler gemeinsam hatten, war ihre Referenz an Michelangelo. Sie waren der Ansicht, dass dessen Terribilità der Sixtinischen Kapelle - oder die Fähigkeit, Ehrfurcht zu erregen - ein Manifest der moderne Malerei sei, das sie alsbald für prächtige Zwecke angepassten.
Bronzinos Sternstunde nahte in den 1530er Jahren, als Cosimo I. de' Medici, Florenz' mächtiger Herrscher seit 1537, seine Dienste anforderte.
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Eines der ersten Projekte, das dem Künstler anvertraut wurde, war die Verzierung der Kapelle der Eleonora von Toledo, der Frau von Cosimo I. im Palazzo Vecchio. An einer der Wände befindet sich die Kreuzabnahme Christi, die von Pontormos Werk in Santa Felicita inspiriert war. Weiter Bilder erzählen die Geschichte von Moses, ein Zyklus, der wiederum an Michelangelo erinnerte. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Ausschmückung der Kapelle, eine Demonstration der Macht der Medici war. Dies trifft auch auf die 1543 von Cosimo I. veranlasste Gründung der Florentiner Gobelinmanufaktur zu, für die Bronzino viele Vorlagen anfertigte.
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Am deutlichsten tritt Bronzinos Talent jedoch im Genre der Porträtmalerei zutage. Vor allem die Bildnisse, die er von den Mitgliedern der Medici-Familie malte, sind wahre Juwelen des Manierismus und zeugen von seinem beispiellosen Einfallsreichtum.

Das außergewöhnliche Porträt der Eleonora von Toledo von 1545, das sich in der Galleria degli Uffizi in Florenz befindet, ist ein Musterbeispiel für den Stil, den Bronzino in seinen Werken verwendete: ein eisiger Gesamtton, der durch den Kontrast von hellen und dunkeln Farben sowie die Starrheit der Gesichter hervorgerufen wird. Das Ergebnis ist ein großes Schweigen, eine Art Meditation, die eine stark anziehende Wirkung hervorruft.

Der einzigartige Stil von Bronzinos Arbeiten offenbart durch sein akribisches Studium von Körper - wir können davon ausgehen, dass der Künstler an einigen Autopsien teilnahm. Er zeigt aber auch ein Interesse an der Psychologie seiner Modelle. Seine Arbeiten weisen auf die enge Verbindung zwischen innerer Seele und äußerer Hülle hin und werden zu einem Memento mori, das die Sterblichen zum Nachdenken anregen soll.
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Bronzinos Porträts feierten auch das Ansehen der in Florenz herrschenden höfischen Etikette. Nach dem Buch von Balthazar Castiglione aus dem Jahr 1528 musste der ideale Hofmann Tugend und Gelehrsamkeit zeigen. Bronzino war keine Ausnahme von der Regel. Er schrieb Gedichte und nahm aktiv am höfischen Leben teil. 1563 half er beim Aufbau der Accademia delle Arti del Disegno, einer von Cosimo I. gegründeten Zeichenakademie. Seine zahlreichen Porträts wurden auf Wunsch des Fürsten kopiert und als diplomatische Geschenke verwendet.

Neben Porträts nahm Bronzino auch Aufträge für Bilder mit mythologischem Inhalt an, wie das um 1545 entstandene Allegorie des Triumphs der Liebe (auch Venus, Cupido, Wahnsinn und Zeit genannt), das sich heute in der National Gallery in London befindet. Auch diese Arbeit sollte als diplomatisches Geschenk auf Reisen gehen, genauer gesagt nach Frankreich, wo es König Franz I. erfreuen sollte. Die Liebesgöttin Venus ist in diesem Werk als Figura serpentinata dargestellt, eine schlangenartig gewundene Erscheinung, die auch in den Werken Michelangelos zu finden ist.
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Zur gleichen Zeit führte Bronzino weitere Porträts von Mitgliedern des Florentiner Hofes aus, darunter von Ugolino Martelli, Laura Battiferri und dem Ehepaar Panciatichi.
Bronzinos Œuvre geriet lange Zeit in Vergessenheit. Erst mit der Wiederentdeckung seiner Darstellung von Christus am Kreuz wurde auch er wiederentdeckt und zudem als Maler religiöser Bildthemen wahrgenommen.

Bronzino starb 1572 im Alter von 69 Jahren in Florenz. Seine Kunst hat ihn jedoch überlebt und wirkt auch auf den heutigen Betrachter irgendwie modern und zeitlos. Regelmäßig sind Bronzinos Arbeiten in Ausstellungen rund um den Globus zu sehen, wie zum Beispiel 2010 in seiner Heimatstadt Florenz.
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