Bei Bukowskis stehen die Zeichen am 24. November auf Modern Art + Design. Eine Auktion die viele Klassiker von Hans J. Wegner, Finn Juhl, Bruno Mathsson und Josef Frank umfasst. Ebenfalls mit dabei sind Gunnar Asplunds einzigartige Sessel für das Skandia Theater und eine fantastische Wandskulptur von Rut Bryk aus den 1970er Jahren.

Ein weiteres Los erzählt von der ehrenvollen Aufgabe, die dem damals erst 25-jährigen schwedischen Architekten und Möbeldesigner Carl Bergsten (1879-1935) 1906 anvertraut worden war: Er wurde zum Chefarchitekten der Industrieausstellung in Norrköping ernannt, die zu einer der bedeutendsten Veranstaltungen ihrer Art in Schweden werden sollte. Als Inspirationsquelle für seine wichtige Aufgabe dienten Bergsten seine Erinnerungen an eine Reise nach Wien, die er einige Jahre zuvor unternommen hatte. Während seines dortigen Aufenthaltes hatte er den Architekten und Mitgründer der Wiener Werkstätte, Josef Hoffmann, kennengelernt, der ihn auch mit der Verwendung von Bugholz vertraut machte.

Für die Ausstellung in Norrköping entwarf Bergsten unter anderem einen Stuhl und einen Sessel für das Strömsholmens Café und Restaurant. Die Möbel zeichneten sich durch strenge geometrische Formen aus, die mit technischen Innovationen hergestellt wurden. Bergsten experimentierte zusammen mit der Gemla Leksaksfabrik in Diö mit Materialien und Techniken, um dann die ersten Bugholzmöbel Schwedens herzustellen – allerdings in einer nur geringen Auflage. Zudem wurde der Großteil dieser Sitzmöbel in den 1930er Jahren bei einem Brand vermutlich zerstört, was sie äußerst selten macht. Wahrscheinlich handelt es sich bei einem der beiden Sessel, die bei Bukowskis angeboten werden, um Bergstens erstes Exemplar, da sich beide Sessel im Design unterscheiden. 1906 überreichte Bergsten den Sessel seinem Freund und Kollegen, Baumeister Ernst Lundberg, als Hochzeitsgeschenk. Seitdem befindet er sich im Besitz der Familie.

Der beliebte schwedische Designer Axel Einar Hjorth (1888-1959) ist mit etwa 30 Stücken aus seinen Möbelserien Sport, Lovö, Tösse, Utö und Sandhamn in der Auktion vertreten. Zu Beginn seiner Karriere entwarf Hjorth Luxusmöbel für die Nordiska Kompaniet in Stockholm, die auf viel Kritik stießen. Daraufhin begann er einfachere Möbel zu entwerfen, die tauglich für die Massenproduktion waren. Der vorliegende Sandhamn-Tisch aus gebeizter Kiefer mit Granitplatte war für eine Wohnung am Norr Mälarstrand in Stockholm erworben worden. In einem Nachlassregister von 1956 wurde er als "Blumentisch mit Steinplatte" beschrieben und mit 30 SEK (ca. 3 Euro) bewertet.

Seit mehr als einem Jahrhundert steht der Name Märta Måås-Fjetterström (1873-1941) für außergewöhnliche Handwerkskunst und sensationelle Kunstfertigkeit. Mit 46 Jahren eröffnete se in Båstad ein eigenes Atelier mit Webwerkstatt. Für ihre Muster ließ sich Märta Måås-Fjetterström von der Natur inspirieren, aber auch von älteren skandinavischen Textilien und den Orientteppichen, die sie 1897 auf einer Ausstellung in Stockholm sah. Dank ihrer Aquarellskizzen, die sie zur Vorbereitung anfertigte, haben mehr als 700 ihrer Muster die 79 Jahre seit ihrem Tod überlebt. Den vorliegenden Teppich hatte sie 1923 für eine Ausstellung in Göteborg entworfen. Zu seiner Ausführung kam es jedoch erst nach ihrem Tod im Jahr 1941.

Diese vierseitige Vase mit einem Muster aus gelbem, schwarzem, grünem und klarem Glas ist charakteristisch für die Glaskunst des italienischen Multitaskers Fulvio Bianconi. Seine Vasen, Schalen und Krüge zeugen von seinem Interesse an Comicfigurn, sind aber auch von der nicht figurativen und Farbfeldmalerei beeinflusst. Als junger Mann hatte sich Bianconi für Karikaturen interessiert und studierte am Istituto Statale d'Arte Carmini. Anschließnd setzte er seine Ausbildung an der Accademia de Belle Arte in Venedig fort, während er zeitgleich eine Ausbildung in Murano absolvierte. Während seiner Karriere betätigte sich Bianconi als Grafikdesigner auf dem Gebiet der Glaskunst, was es ihm erlaubte, seine farbenfrohen und humorvollen Werke zu schaffen.

Am 25. November steht die Moderne Kunst auf dem Programm. Hier haben Sie die Möglichkeit, auf Ölgemälde, Skulpturen oder Farblithografien von Künstlern wie Lucio Fontana, Hans Hartung, Gerard Sekoto, Max Ernst, Lynn Chadwick, Einar Jolin, Ragnar Sandberg und Sigrid Hjertén mitzubieten.

Das Werk Far och Son ("Vater und Sohn") wurde vom schwedischen Expressionisten Isaac Grünwald (1889-1946) in einer seiner produktivsten Perioden geschaffen. Das Gemälde, in diesen Vordergrund der Künstler sich selbst mit Pfeife und Buch dargestellt hat, während sein Sohn Ivan im Hinterrund Pirouetten dreht, unterschiedet sich sehr von dem zweiten Selbstporträt des Künstlers, das ihn allein zeigt. Diese Arbeit hingegen lässt in den Alltag der Familie blicken, zu der auch Grünewalds Frau und Kollegin Sigrid Hjertén gehörte.

Die 1950er Jahre waren das wichtigste Jahrzehnt für den schwedischen Künstler Olle Baertling (1911-1981). Damals nahm er immer längeren Urlaub von seiner Arbeit als Bankangestellter in Stockholm, um nach Paris zu reisen. Dort traf er Künstler wie André Lhote, Fernand Léger, Victor Vasarely und Auguste Herbin. Letzterer brachte ihm die entscheidende Unterstützung, da er für Baertling den Kontakt zu der Galeristin Denise René herstellte, die ihn unter ihre Fittiche nahm. Baertling begann einzigartige Werke zu schaffen, bei denen die Leinwände durch Diagonalen in Dreiecke aufgeteilt waren. Mit Hilfe der geometrischen Grundelemente schuf er mit Proportionen und synthetischen Farben eine völlig neue Art von Bildern. Damals wurde die "offene Form" geboren, ein Konzept, das Raum und Bewegung durch geometrische Formen darstellte, die sich außerhalb der Bildoberfläche fortsetzten. Baertling setzte dies in seinen Triangles asymétriques um. Die Titel der einzelnen Bilder dieser Serie hatte er aus der griechischen und der indischen Mythologie übernommen. Das monumentale Gemälde Mithra, eines der bedeutendsten der Serie, wurde nach dem Gott der Sonne und des Lichts benannt.

Der niederländische Künstler Karel Appel (1921-2006) ließ sich zunächst von Pablo Picasso, Henri Matisse und Jean Dubuffet inspirieren. 1948 fand Appel andere Einflüsse, als er zusammen mit Asger Jorn, Pierre Alechinsky und Constant die Gruppe CoBrA gründete, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben der jeweiligen Heimatstädte der Gründungsmitglieder (Kopenhagen, Amsterdam und Brüssel) zusammensetzt. Die Gruppe arbeitete an der Theorie, dass Kunst in direktem Zusammenhang mit der menschlichen Psyche und der Stimmung des Künstlers steht. Sie wurden von Paul Klee und Joan Miro sowie Volkskunst und Kinderzeichnungen inspiriert. „Ich habe immer von revolutionären Formen und Ausdrucksformen geträumt, die das Leben selbst und die Gesellschaft, die Natur und die Stadt widerspiegeln sollten. Ich habe immer davon geträumt, die geheime Bewegung der Existenz auf spontanste, flexibelste und transparenteste Weise festzuhalten", sagte Karel Appel. 1949 schuf er ein naives Fresko für das Rathaus in Amsterdam, das jedoch die nächsten zehn Jahre lang abgedeckt war. Der beleidigte Künstler zog daher 1950 nach Paris und feierte in den folgenden Jahren seinen internationalen Durchbruch, als er durch Europa, Südamerika und die USA reiste. In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete Karel Appel mit Skulptur und Malerei. In der farbenfrohen Arbeit Two People hat Appel dreidimensionale Formen mit der traditionellen Leinwand kombiniert, wodurch eine Komposition entstand, die sowohl mutig als auch verspielt ist.

Drei Jahre nach der Russischen Revolution von 1917 verließ Serge Poliakoff (1900-1969) Moskau und gab damit sein Studium an der dortigen Akademie der Bildenden Künste auf. Einige Jahre reiste Poliakoff durch Osteuropa und schlug sich als Musiker in Kabaretts durch. Schließlich gelangte er nach Paris, wo er an der Académie Frochot und der Académie de la Grande Chaumière studierte. Ein Studienaufenthalt an der Londoner Slade School of Fine Art im Jahr 1935 rundete seine Ausbildung ab. Zurück in Paris machte er die Bekanntschaft mit Künstlern wie Wassily Kandinsky, Sonia und Robert Delaunay, Otto Freundlich und Victor Vasarely. Damals schloss er sich den nicht-figurativen Strömungen der damaligen Kunstszene an. Poliakoff begann mit den dunklen Tönen einer gedeckten Farbpalette zu malen, um zu vermeiden, dass das Dekorative seine abstrahierten Formen dominieren könnte, was ab Mitte der 1960er Jahre schließlich doch der Fall war. Dabei legte Poliakoff großen Wert auf die Wahl des richtigen Materials. Um die gewünschten Farbtöne zu erhalten, mischte er sie selbst zusammen, was zu dem visuellen Gleichgewicht führte, das er in seinen Kompositionen zu erreichten versuchte. Das vorliegende Composition abstraite von 1967 stammt aus dieser entscheidenden Phase des Künstlers.
Entdecken Sie alle aktuellen Lose von Bukowskis gleich hier.



