Der Visionär César Ritz veränderte die Hotelindustrie für immer. Aufgewachsen im kleinen Örtchen Niederwald in der Schweiz, ignorierte er die Erwartungen seiner Familie und verließ seine Heimat in Richtung Paris, wo er anfing, als Kellner zu arbeiten. Doch war César Ritz mehr als ein gewöhnlicher Kellner, er war ein fähiger Verkäufer. Bekannterweise überzeugte er die Gäste, dass das Pariser Wasser ungesund sei und sie stattdessen lieber Wein trinken sollten – selbstverständlich den teuersten Wein. Schließlich wechselte er ins Hotelbusiness, wo sein Talent weiter reifte. Ritz verstand, dass ein Hotel nicht nur ein Platz zum Schlafen sein konnte; es musste eine Erfahrung sein. Er organisierte großartige Bälle, besondere Veranstaltungen und Feuerwerke, wodurch den Gästen ihr Aufenthalt auch lange nach ihrer Abreise im Gedächtnis bleiben würde. Diese Reputation des Prestiges begleitete ihn überall hin.
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Ritz hatte schon immer davon geträumt, ein eigenes Hotel zu eröffnen, und als die perfekte Gelegenheit schließlich kam – Hausnummer 15 an der Place Vendôme stand zum Verkauf – wusste er, dass das seine Chance war. Seine Vision war simpel: er wollte das luxuriöseste Hotel der Welt erschaffen. Die Eröffnung im Jahr 1898 war ein großer Erfolg und wurde von der Pariser Highsociety besucht, darunter Sarah Bernhardt, Cornelius Vanderbilt (der extra aus Manhattan angereist war), Zar Nikolaus II. von Russland und Marcel Proust, der schließlich im Hotel einziehen sollte. Vom Tag der Eröffnung bis zur Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren war das Ritz stets ausgebucht und wurde schnell zum ultimativen Luxussymbol.
Hier sind 10 Dinge, die man über das Ritz wissen sollte:

1. Das Ritz revolutionierte die Hotelindustrie
Das Ritz war das erste Hotel, in dem jedes Zimmer über ein eigenes Badezimmer verfügte – zu einer Zeit, in der geteilte Badezimmer die Norm waren. Von Hygiene besessen, glaubte Ritz, dass jeder Gast Privatsphäre verdiente. Auch sonst war das Ritz seiner Zeit stets voraus und verfügte über die neuesten Technologien, um den Komfort der Gäste zu erhöhen. Elektrizität, Aufzüge, Telefone – um nur einige zu nennen. Das Ritz entwickelte sich kontinuierlich weiter und setzte neue Standards in Sachen Luxus und Annehmlichkeit.
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2. Frauen im Fokus
Das Ritz wurde speziell für Frauen entworfen, brach mit gesellschaftlichen Konventionen und definierte Gastfreundschaft neu. Mithilfe seiner Frau Marie-Louise schuf César Ritz durchdachte Veränderungen, um sicherzugehen, dass Frauen es bequem hatten und sich willkommen fühlten. Er ließ die Treppen verbreitern, damit Frauen in breiten Kleidern sie nicht seitwärts hinab- oder hinaufgehen mussten, und Haken an jedem Stuhl montieren, an die die Damen ihre Handtaschen hängen konnten – kleine, aber revolutionäre Details. Noch bedeutender war, dass das Ritz einer der ersten Orte in Paris war, an dem sich Frauen alleine treffen konnten und nicht von ihren Ehemännern begleitet werden mussten, was damals beides absolut kontrovers und bahnbrechend war. Marie-Louise unternahm große Anstrengungen, damit sich Frauen rundum wohlfühlten, und wählte sogar pfirsichfarbene Handtücher aus, die dem Teint schmeichelten. Im Ritz konnten Frauen sich frei und unabhängig fühlen, wodurch es zu einem Stammlokal für Persönlichkeiten wie Sarah Bernhardt und Colette wurde.
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3. Die Goldene Regel
Die Goldene Regel des Ritz Paris war einfach: was ein Gast auch immer begehrte, sie würden es liefern. Das Personal war darauf trainiert, jeden Wunsch zu erfüllen, wie ungewöhnlich er auch sein mochte. Als beispielsweise Cole Porter mitten in der Nacht von der Muse geküsst wurde und ein Klavier benötigte, wurde ihm unverzüglich eins zur Verfügung gestellt. Und auch als Elsa Maxwell César Ritz erklärte, sie wolle in wenigen Stunden ein Dinner für 200 Personen veranstalten, wurde das ohne Zögern ermöglicht. Im Ritz gab es keinen Wunsch, der zu extravagant war, um erfüllt zu werden.
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4. Die berühmten Ritz-Partys
Die berühmten Partys, die im Ritz stattfanden, zogen mehr als nur die geladenen Gäste an: die Säle und Zimmer des Hotels beherbergten eine Menagerie exotischer Kreaturen, die ihre Besitzer begleiteten – Papageien, Affen und sogar Panther. Woolworth Donahue spazierte gelegentlich mit einem Puma an der Leine an die Bar, was nicht als ungewöhnlich betrachtet wurde. Die für ihre außergewöhnliche Garderobe bekannte Luisa Casati hielt zwei Geparden in ihrem Zimmer und trug auf einer der legendären Partys eine sedierte und goldbemalte Schlange um ihre Schultern (selbstverständlich war es die Aufgabe des Ritz-Personals, diese Schlange zu füttern). Die Speisen waren nicht minder außergewöhnlich; es wurde sogar Elefantenfleisch serviert, das vom Pariser Zoo bezogen worden war. Jeder noch so spezielle Wunsch musste einem Gast eben erfüllt werden. Sogar während des Zweiten Weltkriegs wurden im Ritz Partys gegeben. Das Hotel wurde zu einem Symbol des Widerstands, in dem sich Pariser Intellektuelle trafen, um Pläne für ein Ende des Krieges zu schmieden.

5. Die Königin des Ritz
Coco Chanel besuchte das Ritz zunächst, um sich inspirieren zu lassen und die sich stets im Wandel befindliche Welt der Mode zu beobachten. 1934 bezog sie eine eigene Suite im Hotel (in der man heute für 32.000 Euro pro Nacht übernachten kann). Das Sitz wurde für sie mehr als ein Zuhause und kreativer Rückzugsort, vielmehr diente es ihr als Geschäftssitz. Hier entwarf Chanel atemberaubende Outfits für Gäste, die zu den pompösen Partys von Elsa Maxwell eingeladen waren (auch für die männlichen Gäste, denn damals kreierte Coco Chanel auch Herrenmode). Während der 1940er Jahre, als Frankreich von den Deutschen besetzt war, wurde ein Teil des Hotels von deutschen Offizieren requiriert und Chanels Suite von Hermann Göring beansprucht, woraufhin Chanel ins oberste Stockwerk ziehen musste – ihre dortigen Zimmer behielt sie bis zum Ende ihres Lebens. Während der Besatzung hatte Chanel eine geheime Affäre mit dem deutschen Offizier Hans von Dincklage, eine Beziehung, die sie eisern verheimlichte. Dennoch gab es Gerüchte, Chanel hätte als Spionin gearbeitet, die den Deutschen Informationen zukommen ließ.
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6. Ein Modehotspot
Nicht nur Coco Chanel präsentierte ihre brillanten Designs im Ritz, auch Elsa Schiaparelli zeigte dort ihre allererste Kollektion, die die Modewelt mit ihren vom Surrealismus inspirierten Kreationen für immer veränderte.
7. Die Hemingway Bar
Ernest Hemingway fühlte eine tiefe Verbundenheit mit dem Ritz, einem Ort, an den er sich häufig zurückzog, um seine Geschichten zu schreiben und gemeinsam mit F. Scott und Zelda Fitzgerald bei einem Glas Martini zu philosophieren. Er plante sogar, ein Buch über die legendären Partys im Ritz zu schreiben, doch bedauerlicherweise kam es nie zustande. Berühmt ist die Episode, in der er das Ritz am Ende des Zweiten Weltkriegs "befreite", indem er mit einer Gruppe Militärs in einem Jeep vorfuhr und das Hotel für frei erklärte. Anschließend beauftragte er das Personal, jede Flasche Alkohol im Keller zu öffnen, und bestand darauf, dass jedem Gast eine Flasche Champagner serviert werden müsse. Hemingway alleine hat an dem Tag 51 Gläser Dry Martini geleert. Wenn man heute in der direkt über der ikonischen Hemingway Bar gelegenen Hemingway Suite des Ritz übernachtet, bekommt man jeden Tag um 18 Uhr einen Dry Martini serviert. "Wenn ich vom Leben nach dem Tod im Himmel träume, findet das immer im Paris Ritz statt", schrieb Hemingway einmal.
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8. Die Entdeckung eines Meisterwerks
Bei Renovierungsarbeiten im Ritz Paris, wurde in Coco Chanels Suite ein Meisterwerk des französischen Künstlers Charles Le Brun, Das Opfer der Polyxena (1647), entdeckt. Das Gemälde wurde später bei Christie's für 1,44 Millionen Euro versteigert und befindet sich heute im Metropolitan Museum of Art in New York.
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9. Eine Suite, inspiriert vom Schlafzimmer Marie Antoinettes
Die teuerste Suite des Ritz Paris, die Suite Impérial, wurde nach dem Vorbild des Schlafzimmers Marie Antoinettes in Versailles kreiert. Ausgestattet mit antiken Designelementen, zeichnet sich die Suite durch goldene Akzente und ein reiches Dekor aus Samt und Seide aus, das ein fantastisches Beispiel für das klassische französische Design darstellt. Dadurch ist die Suite zu einer Quelle der Inspiration für jeden geworden, der sein Zuhause in diesem Stil dekorieren möchte. Darüberhinaus bildete die Suite den Rahmen für Karl Lagerfelds ikonische Chanel-Modenschau, mit der der 25. Todestag Coco Chanels begangen wurde.
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10. Eine Inspirationsquelle für berühmte Schriftsteller
Inspiriert von den extravaganten Gästen des Ritz, ließ Marcel Proust die Atmosphäre des Hotels in seinen Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit einfließen. Als Hommage an den Schriftsteller hat das Ritz Paris ein Teezimmer im französischen Stil in seinem Namen eingerichtet, in dem die Gäste die gleiche Inspiration erleben können, die Proust in seinen Mauern fand. Sowohl F. Scott Fitzgeralds Zärtlich ist die Nacht als auch Ernest Hemingways Fiesta beinhalten Szenen, die in dem Hotel spielen, wodurch die Rolle des Ritz als Muse einiger der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts weiter zementiert wurde. Um diese literarischen Giganten zu ehren, verfügt das Hotel über exklusive Suiten, die nach ihnen benannt wurden, und die Gästen die Möglichkeit bieten, in der selben luxuriösen Umgebung zu verweilen, die deren Romane inspirierten. Wer in einer dieser Suiten übernachtet, kann für ein oder zwei Nächte in die Welt seines Lieblingsautors eintauchen.
Bis heute ist das Ritz Paris ein Symbol für Luxus und Eleganz – eine globale Ikone, die für ihre reiche Geschichte bekannt ist.



