Am 20. Juli fand sie statt, die feierliche Eröffnung des Humboldt Forums auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte. Anwesend waren neben dem Generalintendanten des neuen Universalmuseums, Hartmut Dorgerloh, auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.
Die Eröffnungsfeier bedeutete den Abschluss einer langjährigen und langwierigen Planungs- und Bauzeit, die 2002 ihren Anfang genommen hatte. Das Gebäude wurde an der Stelle errichtet, an der bis 1950 das Berliner Schloss gestanden hatte (ab 1945 größtenteils als Ruine). Von 1973 bis 2008 nahm der Palast der Republik einen Teil des Areals ein. Nach dessen Abriss erfolgte 2013 die Grundsteinlegung des Humboldt Forums, für das ein Großteil der barocken Fassade des Berliner Schlosses rekonstruiert wurde. Die modernen Gebäudeteile im Innern sowie die Ostfassade am Spreeufer sind Entwürfe des italienischen Architekten Franco Stella.

Das Humboldt Forum ist die neue Heimat der Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin und umfasst Ausstellungsflächen, die zum einen der Stadtgeschichte Berlins gewidmet sind und zum anderen der Humboldt-Universität zur Verfügung stehen. Hinzu kommen Wechselausstellungen und Veranstaltungen, die den kulturübergreifenden Charakter des neuen Universalmuseums unterstreichen sollen.
Diesem Anspruch verdankt das Humboldt Forum auch seinen Namen, der an die Brüder Wilhelm (1767-1835) und Alexander von Humboldt (1769-1859) erinnert. Während Wilhelm als Schriftsteller und Staatsmann das Bildungswesen im Sinne des Neuhumanismus formte und kulturwissenschaftliche Analysen vornahm, zog es Alexander als Forschungsreisenden in die Welt hinaus. Vor allem mit seinen in Lateinamerika und Zentralasien durchgeführten Studien leistete er in zahlreichen naturwissenschaftlichen Disziplinen Pionierarbeit und gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit.

Der Bau des Humboldt Forums löste jedoch nicht nur ungeteilte Freude aus. Kritisch betrachtet werden die hohen Kosten von rund 640 Millionen Euro (von denen 105 Millionen Euro durch Spenden für die Rekonstruktion der Schlossfassade zustande kamen) sowie die Gestaltung mit der barocken Fassade, die auch die Platzierung eines christlichen Kreuzes auf der Kuppel mit einschloss. Die Provenienzforschung bezüglich der ethnologischen Objekte aus der Kolonialzeit, die nun ein neues Zuhause im Humboldt Forum haben, wird von einigen Ethnologen und Historikern als unzureichend angesehen.
Mit sechs Ausstellungen lockt das neue Museum nun Besucher in seine nagelneuen Räumlichkeiten. Bereits jetzt zu sehen sind schrecklich schön – Elefant. Mensch. Elfenbein, Nimm Platz! Eine Ausstellung für Kinder sowie Nach der Natur und BERLIN GLOBAL. Am 22. September 2021 folgen Ausstellungen mit Objekten aus den Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst.
In den ersten 100 Tagen (bis einschließlich 12. November 2021) ist der Besuch des Humboldt Forums mit einem vorab gebuchten Zeitfenster-Ticket kostenlos. Alle Informationen finden Sie hier.
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