2020 war für den Kunstmarkt ein turbulentes Jahr. Doch nicht einmal eine Pandemie konnte Kunstfreunde davon abhalten, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Laut dem Report der Art Basel, "The Art Market 2021", gab ein Großteil der Kunstsammler an, dass die COVID-19-Pandemie ihr Interesse am Sammeln von Kunst noch gesteigert habe. Kunst spendet Trost und daher verwundert es nicht, dass Käufer danach streben, ihre Sammlungen in schwierigen und emotionalen Zeiten zu erweitern.

Während viele Events wie Kunstmessen und Galerieeröffnungen abgesagt werden mussten, entwickelten sich Onlineauktionen für Sammler zur angenehmsten Art und Weise des Einkaufens. Auch wenn alle anderen Kunstverkäufe im letzten Jahr Einbußen verzeichnen mussten, fuhren Onlineverkäufe von Kunst und Antiquitäten die Rekordsumme von 12,4 Milliarden USD (10,4 Milliarden Euro) ein, was einer Verdopplung im Vergleich zu 2019 gleichkam. Barnebys' Daten spiegelten dieses gestiegene Interesse am Surfen von zu Hause aus mit einem Anstieg der Klicks um 12% von 2019 bis 2020 wider.
Kunden, die Kunst online Kaufen, sind in der Regel Neulinge auf dem Gebiet des Sammelns. Die Hälfte von ihnen sammelt erst seit weniger als zehn Jahren, 18% sogar erst seit zwei Jahre oder weniger. Dies liegt teilweise daran, dass Onlinekäufer generell eher jünger sind – fast ein Drittel aller Onlinekäufer sind unter 35. Junge Sammler sind ein demographischer Schlüssel für Auktionshäuser und Galerie, da sich mit ihnen eine wichtige und vor allem lange Beziehung knüpfen lässt. Einer der besten Wege, diese jungen Käufer zu erreichen, ist das internet. Daher sollte für Händler eine starke Onlinepräsenz obligatorisch sein.

Ist es dann soweit, sind es persönliche Gründe, die ein Kunstwerk für einen Käufer attraktiv erscheinen lassen. Diese können sehr unterschiedlich sein, die meisten Sammler, unabhängig von Alter und Geschlecht, geben an, dass Ästhetik ihre Hauptmotivation sei. Männliche Millennials und Mitglieder der Generation Z denken beim Kunstkauf am ehesten an die Investition, doch selbst für sie spielt die Ästhetik in der Regel die Hauptrolle beim Kauf eines bestimmten Werks.
Erschwinglichkeit ist ein weiteres wichtiges Kriterium, wenn man nicht über ein großes Privatvermögen oder ein höheres Einkommen verfügt. Der am schnellsten wachsende Sektor auf dem Auktionsmarkt umfasst Objekte des mitteilen Preissegments. Der Durchschnittspreis für ein im Jahr 2020 versteigertes Kunstwerk lag, gemäß des kürzlich erschienen "Intelligence Report" von Artnet, bei bescheidenen 35.698 USD (ca. 30.000 Euro).
Interessanterweise kaufen Mitglieder der Generation Z (Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden) eher Kunst, um einen mit ihnen befreundeten Künstler zu unterstützen, als andere Generationen. Dies steht im Einklang mit jenen Erkenntnissen, dass sie mehr daran interessiert sind, wie sich die Dinge auf sich selbst oder auf ihre eigene Identität beziehen, als an Status oder Massenattraktivität. Neben der Ästhetik legt diese Gruppe bei der Auswahl eines Werks mehr Wert auf den Hintergrund des Künstlers und betrachtet die Geschichte des Künstlers als Ganzes und nicht nur ein einzelnes Kunstwerk für sich.

Vermögende Millennials sind laut der Ausgabe 2020 des „Art Basel and UBS Global Art Market Report“ die am schnellsten wachsende Sammlergruppe. Millennials kaufen insgesamt auch mehr Kunst und geben mehr dafür aus als jede andere Altersgruppe. Ihre durchschnittlichen Ausgaben für Kunst im Jahr 2020 betrugen 228.000 USD (ca. 192.000 Euro), was die Ausgaben der Babyboomer mehr als verdoppelte.
Der Großteil der Sammler plant, laut des "The Art Basel Art Report 2021", in diesem Jahr mehr Kunst zu kaufen. Auch wenn Saalauktionen wieder vermehr möglich sein werden, müssen Verkäufer über eine starke Onlinepräsenz verfügen und über eine für die meisten Käufer, vor allem junge, leicht erreichbare Website.

Im Vergleich zu älteren Sammlern haben jüngere Käufer mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit einen organisierten und strategischen Plan, wenn es um den Kauf von Kunst geht. Sie sind auch optimistischer. Mit Blick auf das kommende Jahrzehnt sind junge und wohlhabende Sammler besonders zuversichtlich über den Zustand des globalen Kunstmarktes. Von investitionsorientierten Millennials bis hin zu sozialbewussten Käufern der Generation Z sind diese neuen Kenner die Zukunft des Sammelns. Sie sind mit dem Online-Kauf und der Online-Anzeige vertraut und haben damit die gesamte Kunstwelt stets zur Hand.



