Als ein britischer Chirurg aus den Midlands um 1990 eine 60 cm hohe chinesische Vase erwarb, hatte er keine Ahnung, was für einen einmaligen Schatz er da vor sich hatte. Auch der Verkäufer muss vollkommen ahnungslos gewesen sein, denn er verlangte nur wenige Hundert Pfund dafür.
Die Vase fand einen Platz als dekoratives Element im Haus des Chirurgen, der es schließlich an seinen nicht minder ahnungslosen Sohn vererbte, der sie in seiner Küche platzierte. Dort fiel die Vase schließlich Mark Newstead, seines Zeichens Experte für asiatische Keramik und Kunstwerke, ins Auge, der ihrem wahren Wert in den auf die Spur kam.
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Das wahre Alter der Vase enthüllte sich durch einen Blick auf den Boden, wo deutlich sichtbar die sechsteilige Marke der Qianlong-Periode (1736-1795) zu sehen ist. Doch handelt es sich bei der Vase um kein typisches Stück ihrer Zeit, sondern um ein Meisterwerk, von dem kein weiteres Exemplar bekannt ist und deren außergewöhnliche Qualität dafür spricht, dass es sich um ein Objekt für den kaiserlichen Palast handelt.

Ihre Form, die auf der chinesischen Ikonographie, in der der Himmel eine Kugel ist, basiert, heißt tianqiuping („himmlische Kugelvase“). Das Motiv mit Kranichen und Fledermäusen sollen dem Besitzer der Vase ein langes Leben und Wohlstand bescheren. Das satte Kobaltblau ist besonders von Gefäßen, die bei Opfergaben am kaiserlichen Himmelsaltar verwendet wurde, bekannt. Auch die darauf ausgeführten Emaillemalereien in Gold und Silber haben absoluten Seltenheitswert. Vor allem Silberemaille ist aufgrund seiner komplizierten Handhabung kaum anzutreffen.
Miteinander kombiniert sind Farbe, Muster und Emailletechniken von keinem weiteren Stück bekannt.
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Am 18. Mai wird die Vase im Auktionshaus Dreweatts in Newbury, Berkshire, versteigert.
„Wir freuen uns, diese bedeutende Vase auf dem Markt anbieten zu können, die, seit ich sie in den 1990er Jahren zum ersten Mal gesehen habe, zwei Generationen derselben Familie durchlaufen hat“, sagt Mark Newstead, der als Fachberater für chinesische Keramik und Kunstwerke bei Dreweatts tätig ist.
Der Schätzpreis für die Vase, die vor rund 30 Jahren für ein paar Hundert Pfund den Besitzer wechselte, liegt bei 100.000-150.000 GBP.
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