Liebhaber von exquisiten Juwelen dürften sich über die Auktionen des renommierten Auktionshauses Stahl am 26. und 27. November in Hamburg ebenso freuen wie Sammler von hochwertigen Gemälden, Skulpturen und Antiquitäten.
Am 26. November wird die Auktion „Schmuck und Uhren“ aufgerufen und am 27. November die Auktion „Kunst und Antiquitäten“. Beide Versteigerungen beginnen jeweils um 11 Uhr.
Von den 680 Losen, die zum Aufruf kommen, möchten wir Ihnen nun zwölf Highlights vorstellen.

Unter den angebotenen Schmuckstücken sticht sicherlich eine vom griechischen Hofjuwelier Vourakis gefertigte Platinbrosche aus dem Jahr 1960 hervor. Sie bezaubert in Form einer filigranen Blüte und ist über und über mit Diamanten und Rubinen besetzt.

Nicht minder bezaubernd ist der Ring aus dem Hause Galeries du Diamant, Paris, den ein 3,08karätiger, hochfeiner Diamant im ovalen Variationsschliff sowie 34 kleine Brillanten an Umfassung und Reif zum Funkeln bringen.

Ein wahres Statement Piece ist der breite Ring aus Weißgold mit patinierter Bronze des Münchner Juweliers Hemmerle. Der große, ovale Siam-Rubin, den der Bandring umschließt, macht das Schmuckstück zu etwas ganz Besonderem.

In der umfangreichen Kunst und Antiquitäten Auktion am 27. November bietet Stahl ein abwechslungsreiche Offerte im Bereich Gemälde. So wird etwa das Landschaftsbild Weite Landschaft mit Flößern des Augsburger Malers Anton Mozart aufgerufen. Es entstand im frühen 17. Jahrhundert und besticht durch seine zahlreichen feinen Details. Seine Malweise erinnert an die des flämischen Malers Jan Brueghel des Jüngeren. Über das Leben des deutschen Landschafts- und Historienmalers Anton Mozart selbst ist leider nicht viel bekannt.

Von Mozarts weiter Landschaft mit Wäldern und Burgen geht es ins herrschaftliche Venedig des Malers Giovanni Grubacs. Dieser wurde 1829 in der Lagunenstadt geboren und kürte sie zu einem seiner Lieblingsmotive. Im Laufe seines Künstlerlebens entwickelte sich Grubacs zu einem gefeierten Maler venezianischer Ansichten. Er führte damit die Tradition venezianischer Vedutenmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts weiter und erinnert in seinem Stil an den berühmten Canaletto. Grubacs Sorgfalt und Genauigkeit für Details ist auch in dem angebotenen Gemälde mit dem schlichten Titel Venedig hervorzuheben.

Auch der deutsche Expressionist Erich Heckel entführt uns in seinem Aquarell Am Strand ans Meer. Hier jedoch steht nicht die Architektur einer Stadt im Vordergrund, sondern zwei nackte Frauen in perfekter Harmonie mit der sie umgebenden Landschaft. Die Linien ihrer Körper sind im Einklang mit der auffallend gekrümmten Linie des Horizonts, den vereinzelten Wolken am Himmel und den Dünen am Strand. Mit dem Thema Akte am Strand beschäftigte sich der Künstler bis in die 1930er Jahre ausgiebig. Der 1883 geborene Heckel gehört zu den bedeutendsten Vertretern des Expressionismus und war Mitbegründer der bekannten Künstlergemeinschaft „Die Brücke“.

Das Ölgemälde Sonnenbaden des amerikanischen Malers John Sloan widmet sich ebenfalls dem beschaulichen Freizeitvergnügen am Strand. In kleinen, wilden Pinselstrichen, die an die Malweise der Impressionisten denken lassen, entführt Sloan den Betrachter an einen Strand. Hier wimmelt es vor Menschen, im Hintergrund sind die Gebäude der Stadt zu erkennen. Unberührte Natur wie bei Heckel gibt es hier nicht mehr – genauso wenig wie unbeschwerte Nacktheit noch geduldet ist. John Sloan war Mitbegründer der Künstlergruppe „Ashcan School“ und Lehrer des berühmten Malers Edward Hopper.

Erstaunlich fröhlich geht es auf dem Gemälde Impftag in Neuessing bei Kelheim von Otto Heinrich Engel aus dem Jahr 1894 zu. Mütter und Kinder haben sich in einer Arztpraxis versammelt, doch wirkt es so als hätten sie sich zum Nachmittagstee mit Tanz verabredet. Die Sonne scheint auf die bunt gekleidete Truppe und lässt die lachenden Gesichter der Kinder erstrahlen. Die Impfungen gegen gefürchtete Krankheiten wie Cholera oder Pest galten damals als Durchbruch und wurden dementsprechend gefeiert.

Umso düsterer wirkt Edward Dwurniks Gemälde Workuta-Cmentarz IV von 1989. Kälte, Einsamkeit und Trauer strahlt dieses Werk des polnischen Künstlers aus, der an der Akademie in Warschau Malerei und Bildhauerei studierte. Als Betrachter verliert man sich in seiner Weite und Stille. Dwurniks Werke wurden bereits im MoMA in New York oder auch im Museum Ludwig in Köln gezeigt.

Aufwühlend erscheint dagegen das Ölgemälde Figuren von Ali Seyed Nassir. Der in Berlin lebende und arbeitende Künstler schuf es im Jahr 1986. Bereits 1974 war Nassir von Teheran nach Deutschland emigriert und studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Oft nutzt er starke Farben und ihre heftigen Kontraste um traumatische Erfahrungen von Gewalt und Schmerz zu thematisieren. Gelb, blau, grün, rot – die eigentlich fröhlichen, bunten Farben können auch brutal wirken und die Zerrissenheit der Figuren deutlich zum Ausdruck bringen.

Die leuchtenden Farben auf Eva Navarros Parenthood wirken dagegen sonnig und ausgelassen, als hätte sie das bunte Treiben in den Straßen ihrer Heimatstadt Madrid auf Leinwand gebannt. Von oben blicken wir auf vier Personen, beobachten wie sie ihres Weges gehen. Ihre langen Schatten begleiten sie. Diese Schatten finden sich auf zahlreichen Gemälden der 1967 geborenen Künstlerin und sind ein Symbol für die Vergänglichkeit der Zeit.

Ebenfalls zum Aufruf kommt eine etwa 55cm hohe und bunt bemalte Bronzeskulptur des Künstlers Stephan Balkenhol. Er schuf die Frau mit roter Hose im Jahr 2002. Der Bildhauer gehört zu den bekanntesten und bedeutendsten der Gegenwart. Er erschafft zumeist grob behauene Holz- oder Bronzeskulpturen und stellt den Mensch in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Seine Figuren, so auch diese blonde und leger gekleidete Frau, zeigen zumeist keine Emotionen. Der Blick geht ins Leere. Welches Rätsel verbirgt sie vor uns?
Teilnehmen können Sie an den Auktionen am 26. und 27. November vor Ort, telefonisch, mit schriftlichem Vorgebot oder live im Internet. Für die Teilnahme im Saal ist eine Voranmeldung notwendig, damit ein fester Sitzplatz zugeteilt werden kann. Die Anzahl der Sitzplätze ist beschränkt.
Entdecken Sie jetzt alle Lose der beiden Auktionen bei Barnebys.



