Der böswillige Einfluss, der die Besitzer des berühmten Hope-Diamanten seit Jahrhunderten mit Zwietracht und Katastrophen verfolgt, ist zurückgekehrt.
Die fantastische Geschichte des Hope-Diamanten begann vor über einer Milliarde Jahren, als er durch die intensive Verbindung von Kohlenstoffatomen und dem Einschluss von Boratomen entstand, durch die er seine seltene tiefblau-violette Farbe erhielt.
Wo genau er entdeckt und abgebaut wurde, ist unklar. Erstmals genannt wird er 1666, als er sich im Besitz des Pariser Edelsteinhändlers Jean-Baptiste Tavernier befand. Tavernier behauptete, dass der "Tavernier Bleu", ein noch ungeschliffener 112-Karat-Diamant, aus der Kollur-Mine in Indien stamme, der viele der wertvollsten Diamanten der Welt entnommen wurden. Wie genau Tavernier in den Besitz des späteren Hope-Diamanten gelangt ist, ist unklar. Ein gängiger Mythos besagt jedoch, dass der Stein aus dem Tempel einer hinduistischen Göttin gestohlen wurde, die ihn daraufhin mit einem Fluch belegte.

Zwei Jahre nach seiner ersten Erwähnung, 1668, wurde der Tavernier Bleu zusammen mit 25 weiteren Diamanten an König Ludwig XIV. verkauft, der ihn von seinem Hofjuwelier zu einem 67-Karat-Stein schleifen ließ und ihn in "Le bleu de France" umbenannte. In Gold gefasst wurde der Diamant vom Sonnenkönig bei offiziellen Zeremonien an einem Band um den Hals getragen.

1749 ließ der Urgroßenkel des Sonnenkönigs, Ludwig XV., den Stein in seinen prachtvollen Orden vom Goldenen Vlies einarbeiten. Das extravagante Stück zierten weitere Diamanten sowie ein roter Spinell in Form eines Drachens sowie das Widderfell unterhalb des blauen Steins.

Der Bleu de France verblieb bis kurz vor der Französischen Revolution im Orden. Als die königliche Familie um Ludwig XVI. und Marie Antoinette am 11. September 1792 inhaftiert wurde, wurde der Kronschatz geplündert, was das Verschwinden sämtlicher Kronjuwelen zur Folge hatte. Im Jahr darauf starben König und Königin unter der Guillotine.
Der Bleu de France tauchte 1812 in London wieder auf, durch einen weiteren Schliff verkleinert auf 45 Karat und im Besitz des Diamantenhändlers Thomas Eliason. Einige vermuten, dass der Diamant dan an George IV., jenem extravaganten König, der mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen, astronomischen Schulden und einem merkwürdigen Eheleben von sich reden machte. Nach dem Tod des Herrschers im Jahr 1830 wurde der Diamant auf privatem Wege weiterverkauft.
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Wenige Jahre später kam der Diamant in den Besitz des bekannten britischen Bankiers Thomas Hope und 1839 ist er als Eigentum von dessen Bruder Henry Philip Hope gelistet. Diese beiden Besitzer verdankt der Diamant den Namen, unter dem er auch heute noch bekannt ist. Thomas Hopes Sohn Henry Thomas Hope erbte den Diamanten nach dem Tod seines Onkels und verlieh ihn in den 1850er Jahren an Ausstellungen in London und Paris. Nach Henry Thomas' Tod erbte ihn dessen Witwe Adele und später sein Enkel Henry Francis Pelham-Clinton-Hope, Herzog von Newcastle.

1894 traf Henry Francis die Frau, die sein Untergang werden sollte: die amerikanische Konzertsängerin May Yohé. Noch im selben Jahr heiratete er sie und verwöhnte sie maßlos, was hohe Schulden zur Folge hatte. 1901 verfügte ein Gericht den Verkauf des Hope-Diamanten. Die Ehe war am Ende und May verließ Henry Francis für einen anderen Mann.
Der Hope-Diamant wurde für 29.000 GBP (heute ca. 2,5 Millionen Euro) an einen Londoner Juwelier, der ihn wiederum an den Juwelier Simon Frankel für 250.000 USD (heute ca. 6 Millionen Euro) weiterverkaufte. Frankel brachte den Stein 1902 nach New York. Durch die Depression von 1907 in finanzielle Schwierigkeiten geraten, veräußerte Frankel den Diamanten an den vermögenden Türken Sem Habib, der möglicherweise ein Mittelsmann für den türkischen Sultan Abdul Hamid II. war.

Die Manie rund um den Diamant begann 1908, als die Washington Post den Artikel "Hope Diamond Has Brought Trouble To All Who Have Owned It" ("Hope Diamond brachte alle, die ihn besaßen, in Schwierigkeiten") veröffentlichte, obwohl viele der darin beschriebene Morde, Selbstmorde, Gefängnisaufenthalte und finanzielle Desaster lediglich anekdotisch waren. Sultan Abdul Hamid II. wurde jedenfalls im Jahr darauf abgesetzt und der Hope-Diamant von Sem Habib in Paris zum Verkauf angeboten.
Dort wurde er 1910 von Pierre Cartier erworben, der den geschichtsträchtigen Stein der reichen Erbin Evalyn Walsh McLean aus Washington präsentierte. Evalyn und ihr Ehemann Ned kauften den in ein Collier gefassten Diamanten für 300.000 USD (heute ca. 7 Millionen Euro), obwohl Evalyns wegen des angeblichen Fluchs dagegen war.
1911 veröffentlichte die New York Times eine Gegendarstellung zum Artikel der Washington Post, in dem sie aufdeckte, dass die meisten beschriebenen Anekdoten reine Erfindung seien, um die Bekanntheit des Hope-Diamanten und dessen Preis zu steigern.

Cartier hatte den Stein mittlerweile in ein Diadem eingearbeitet, doch Evalyn bevorzugte später ein klassisches Collier, bei dem der Hope-Diamant von 16 weißen Diamanten umgeben und von 45 weiteren weißen Diamanten auf der Kette begleitet wurde. Sie sollte das Collier häufig bei Festlichkeiten in ihrem Haus in Washington, D. C. getragen und es angeblich auch ihrem Hund umgehängt haben. Das Collier wurde stets von drei Sicherheitskräften bewacht und jede Nacht in einem Safe eingeschlossen.
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Doch das Unglück hielt auch im Hause McLean Einzug. 1919 starb ihr kleiner Sohn bei einem Autounfall, 1932 ließen sich Evalyn und Ned scheiden. Ned, der der Herausgeben der Washington Post war, begann an einer psychischen Erkrankung zu leiden und starb 1942. Evalyn starb fünf Jahre später an einer Lungenentzündung. Der Hope-Diamant wurde 1949 an Harry Winston verkauft, zusammen mit weiteren Diamanten aus Evalyns Besitz, darunter der "Star of the East", der "Star of the South" und der McLean-Diamant. Winston schickte den Hope-Diamanten auf Tournee durch die Vereinigten Staaten, bevor er sich 1958 dazu entschloss, ihn dem Smithsonian Museum of Natural History in Washington, D. C. zu stiften.

Der Diamant wurde vom Hauptsitz Harry Winstons in New York in einem schlichten braunen Umschlag an das Museum verschickt – versichert mit 1 Million USD. Der Hope-Diamant entwickelte sich zu einer der Hauptattraktionen des Museums, das er in den vergangenen 62 Jahren nur viermal kurz verlassen hat. Ausgestellt wird der Hope-Diamant in jenes Cartier-Collier gefasst, das Evalyn Walsh getragen hat.

Heute wird der Wert des Diamanten auf 250-350 Millionen USD (ca. 211-300 Millionen Euro) geschätzt, wobei die vielen Mythen, die sich um ihn ranken, eine Rolle spielen – auch wenn sie größtenteils nur erfunden sind. Das Publikum ist jedenfalls fasziniert, was von einem Kurator des Smithsonian bestätigt wurde, der sagte, dass der Hope-Diamant zu Besucherrekorden geführt hat. Der Auch, sollte er jemals existiert haben, schient also gebrochen.
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