„King of the colored gems“ („König der Farbedelsteine“), so bezeichnete die New York Times einst Hans Stern (1922-2007), der 1945 in Rio de Janeiro ein Unternehmen gründete, das zum drittgrößten Schmuckkonzern der Welt werden sollte.

1939 wanderte die jüdische Familie Stern aus Essen nach Brasilien aus, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Der 17-jährige Sohn Hans fand in Rio de Janeiro eine Anstellung bei einem Unternehmen, das Edelsteine und Mineralien exportierte – der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft. 1945 gründete Hans seine eigene Firma, HStern, die sich zunächst auf die Edelsteine an sich konzentrierte, bevor eigene Schmuckkreationen ins Spiel kamen.

1949 wurde das erste Ladenlokal in Rio de Janeiro, wo sich auch heute noch der Firmensitz befindet, eröffnet. Seitdem hat sich HStern, nach Tiffany und Cartier, zum drittgrößten Schmuckkonzern der Welt entwickelt mit 150 Geschäften in Lateinamerika, den USA, Europa und Asien. In den 1980er Jahren brachte HStern eine gemeinsam mit Schauspielerin Catherine Deneuve kreierte Schmuckkollektion heraus, der viele weitere Kooperation dieser Art folgen sollten. Auch auf den roten Teppichen sind die Preziosen von HStern häufig zu Gast, getragen von Stars wie Catherine Zeta-Jones, Jennifer Lopez und Sharon Stone.

In seiner Sommerauktion, die vom 18.-20. Juli stattfindet, präsentiert das Nürnberger Auktionshaus Franke gleich mehrere Lose mit Vintage-Kreationen von HStern aus den 1970er Jahren, die mit ihren Citrinen, Amethysten und Aquamarinen verdeutlichen, weshalb Hans Stern als „König der Farbedelsteine“ bezeichnet wurde.

Highlights sind jedoch nicht nur in der Schmuckofferte, die die Auktion am 18. Juli um 13 Uhr eröffnet, zu finden. Am zweiten Auktionstag darf beispielsweise auf ein Buch mitgeboten werden, das drei Bände mit Stichen des berühmten italienischen Kupferstechers und Architekten Giovanni Battista Piranesi umfasst: Lapides Capitolini Sive Fasti Consulares Triumphalesque Romanorum Ab Urbe Condita Usque Ad Tiberium Caesarem (Rom 1762), Del Castello Dell'Acqua Giulia (Rom 1761) sowie Delle Antichita Di Cora (Rom 1764). Piranesi wurde durch seine Kupferstiche mit Motiven aus Rom und Umgebung berühmt. Zuvor hatte er mit seinen Carceri, kulissengleichen Architekturfantasien, ein weiteres einflussreiches Werk geschaffen.
Die Kunstofferte der Auktion zeigt sich äußerst vielfältig und umfasst Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts genauso wie Werke moderner und zeitgenössischer Künstler.

Zu den letzteren gehört Jürgen Durner, dessen Werk Amazonen zu den Top-Losen der Auktion gehört. Durner studierte in seiner Heimatstadt Nürnberg und in Paris und machte 1992 als Meisterschüler von Prof. Christine Colditz seinen Abschluss. Im selben Jahr begann er, seine „Fensterbilder“ zu schaffen, zu denen auch das vorliegende Werk gehört. In ihnen spielt Durner mit mehreren Bildebenen, die eine Art Gleichzeitigkeit inmitten des modernen Großstadtlebens erzeugen. Als Hilfsmittel dazu dient ihm gerne die Schaufensterscheibe, so auch im Fall von Amazonen. Der mehrfach ausgezeichnete Jürgen Durner lebt und arbeitet in Berlin.

Am letzten Auktionstag steht vielfältiges Kunsthandwerk auf dem Programm, darunter eine umfangreiche Porzellanofferte. Hier sei auf ein Kaffeeservice 1. Wahl der Manufaktur Meissen hingewiesen. Wellenspiel kam 1996 in zwei Formvarianten auf den Markt und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. Bei Franke darf zum einen auf ein Kaffeeservice für 6 Personen mitgeboten werden, dessen Stücke in der glatten Version Wellenspiel Pur geformt, jedoch zusätzlich mit dem festlichen Dekor Stechpalme verziert wurden. Zum anderen ist auch ein Service der Variante Wellenspiel Relief im Angebot, das ganz in Weiß mit seiner reliefierten Form punkten kann.
Die Sommerauktion von Franke findet vom 18.-20. Juli im Auktionshaus in der Kalchreuther Straße 125 in Nürnberg statt. Vorbesichtigungen sind dort nach telefonischer Absprache am 16. und 17. Juli möglich.




