Nehmen Sie sich in den kommenden Wochen lieber nicht zuviel vor. Schonen Sie Ihre Kräfte, um keine der hochinteressanten Auktionen im Kölner Auktionshaus Lempertz zu versäumen. Die Lose, die dort vom 16. Mai bis zum 8. Juni versteigert werden umfassen alte, moderne und zeitgenössische Kunst, Kunstgewerbe und Fotografie sowie Malerei, Skulpturen und Netsuke aus Asien.
Sehen Sie im Folgenden einen kleinen Überblick über die anstehenden Auktionen mit einigen der vielen Highlights.
16. Mai, 16 Uhr - Schmuck
Die Schmuckauktion, die die Auktionsreihe bei Lempertz eröffnet, umfasst nicht nur ausgewählte Pretiosen sondern auch Portraitminiaturen und Dosen. Ein besonderes Objekt unter den Letztgenannten ist eine Goldtabatière mit römischem Mikromosaik von 1800-1820. Hersteller war der Sankt Petersburger Juwelier Keibel, der seine hervorragenden Arbeiten auch an den Zarenhof lieferte.

17. Mai, 10:30 Uhr - Kunstgewerbe
Ein außergewöhnliches Los in der Kunstgewerbeauktion ist dieses silberne Schreibzeug, das um 1700 vom Augsburger Meister Samuel Frey für die Fürsten von Thurn und Taxis angefertigt worden war. Die aufwändig reliefierte Vorderseite verfügt über ein Calendarium Perpetuum, das u.a das Datum, den Monat mit seinen wichtigsten Heiligenfesten und das Sternzeichen anzeigt.

17. Mai, 17 Uhr - Mörser aus der Sammlung Schwarzach
In einer gesonderten Auktion kommen 115 historische Mörser aus der Sammlung Schwarzach zum Aufruf. Ein bedeutender, auf 1559 datierter Bronzemörser wird dem Münsteraner Gießer Bernd Schmedding zugeschrieben.

Die Inschrift gibt einen Johannes Althena als Auftraggeber an, der sich zudem mit dem ebenfalls eingravierten Bibelsvers Jesaja 40,8 vermutlich als Protestant zu erkennen gibt. Die Reformation wurde damals im katholischen Münster weitgehend unterdrückt, nachdem dort in den 1530er Jahren das Reich der Wiedertäufer errichtet worden war.
18. Mai, 11 Uhr - Alte Kunst
Unter den Gemälden Alter Meister befindet sich auch ein Hauptwerk des Malers Moyses van Uyttenbroeck (Wtenbrouck) aus Den Haag. Van Uyttenbroeck malte bevorzugt religiöse und mythologische Themen, die er in detailreichen Landschaften ansiedelte.

Das vorliegende Ölgemälde stellt eine Szene aus dem Mythos um den schönen Hermaphroditos und der Nymphe Salmakis dar, den Ovid in seinen Metamorphosen beschreibt. Das Werk monogrammieret und auf 1627 datierte Werk befand sich lange Zeit im Besitz des Mauritshuis in der Heimatstadt des Künstlers.
18. Mai, 14 Uhr - 19. Jahrhundert
Hochinteressantes gibt es auch unter den Gemälden des 19. Jahrhunderts zu entdecken. Das Bildnis der Auguste Strobl ist eines jener Portraits schöner Frauen, die der bayerische König Ludwig I. für seine berühmte Schönheitengalerie im Münchner Schloss Nymphenburg anfertigen ließ.

Die Tochter des königlichen Hauptbuchhalters Strobl, in die sich der König ein wenig "verguckt" hatte, war die erste junge Dame, die von Joseph Karl Stieler zu diesem Zweck portraitiert wurde. Eine erste Version fiel durch, die zweite, die dreimal ausgeführt wurde und hier vorliegt, fand Gnade vor dem königlichen Auge.
31. Mai, 14 Uhr - Photographie
Aus dem Nachlass des deutsch-österreichischen Fotografen Heinrich Kühn stammt eine 1907 von Kühn gemachte Aufnahme seines amerikanischen Kollegen Edward Steichen. Die Fotografie entstand im Juli 1907 als Steichen gemeinsam mit seinem Lehrer und Förderer Alfred Stieglitz, der 1924 die Künstlerin Georgia O'Keeffe heiratete, Kühns Atelier in Innsbruck besuchte.

31. Mai, 17 Uhr - Moderne Kunst
Zurück zur Malerei geht es mit der Versteigerung von moderner Kunst, deren Offerte von einem Werk Max Liebermanns angeführt wird. Mit seinem 1909 ausgeführten Gemälde gibt Liebermann Einblick in die geschlossene Welt der Judengasse in Amsterdam - eines seiner seltenen Werke von monumentalem Format (125 x 175 cm). Max Liebermann, der in Berlin lebte, unternahm jedes Jahr eine künstlerische Reise in die Niederlande.

Zu den kreativsten Künstlerköpfen Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg zählt definitiv Kurt Schwitters, der mit seinen konstruktivistischen, dadaistischen und bisweilen surrealistischen Arbeiten den in den späten 1950er Jahren aufkommenden Hard Edge-Stil teilweise vorwegnahm. Im Zentrum von Schwitters Œuvre steht das Un-Wort MERZ, auf das sich die 1923 in seinem Atelier in Hannover begonnene Installation Merzbau, die über die Jahre immer ausufernder wurde, bezog. Das vorliegende Gustav Finzlerbild greift vermutlich diese raumfüllende Assemblage auf.

1. Juni, 14 Uhr - Zeitgenössische Kunst
Der erste Tag des Monats Juni steht bei Lempertz ganz im Zeichen der zeitgenössischen Kunst und präsentiert Werke internationaler Künstler.
2005 gelang dem dänisch-norwegischen Künstler-Duo Elmgreen & Dragset der Durchbruch mit ihrer permanenten Installation Prada Marfa, dem Nachbau einer kleinen Prada-Boutique, am US-Highway 90 in Texas. Im Zuge dieser Installation wurden die mittlerweile ikonischen "Straßenschilder" mit individueller Entfernungsangabe geschaffen. Bei Lempertz liegt Aluminiumschild aus einer auf 10 Exemplare limitierten Auflage von 2005 vor.

Die Ölskizze von Gerhard Richter entstammt einer Schaffensphase des Künstlers, in der sich dieser eingehend mit der abstrakten Bildfindung auseinandersetzte. Er selbst gab an, dass der Aufbau dieser Werke stark vom Zufall abhänge, mit dem er Farbaufträge und Abkratzungen vornehme.

7. Juni, 14 Uhr - Asiatische Kunst (Netsuke, Inrō und Sagemono)
Mit einer zweitägigen Versteigerung von asiatischer Kunst verabschiedet sich Lempertz Schließich vorerst in die Sommerpause. Am ersten der beiden Auktionstage kommen mit Netsuke, Inrō und Sagemono japansiche Kleinstplastiken zum Aufruf, denen weitere Kunstwerke sowie Militaria aus dem "Land der aufgehenden Sonne".

8. Juni, 13 Uhr - Asiatische Kunst (China, Indien/Südostasien, Tibet/Nepal)
Der zweite Tag ist der Kunst Chinas, Südostasiens, Indiens sowie Tibets und Nepal gewidmet. Zu den besonders hervorzuhebenden Losen zählt hier ein auf Seide ausgeführtes Tuschebild des chinesischen Malers Zou Yigui. Zou Yigui war während der Qing-Dynastie aktiv und malte vor allem Landschaften, Tiere und Blumen für die kaiserliche Familie.

Die vorgestellten Auktionen finden im Auktionshaus Lempertz am Neumarkt 3 in Köln statt. Dort können auch die Austellungen zu den Auktionen ab dem 11. Mai (Auktionen 16.-18. Mai) bzw. ab dem 25. Mai (Auktionen 31. Mai - 1. Juni) sowie ab dem 1. Juni (Asiatika-Auktionen) besucht werden.
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