Am 7. Juni präsentiert das Auktionshaus Neumeister in München eine knapp 200 Lose umfassende Offerte mit Werken der Klassischen Moderne, des Post War und der Contemporary Art. Einige der vielen Highlights finden Sie im Folgenden.
Zu diesen zählen eindeutig zwei Arbeiten von Leo Putz, dessen Werk zwischen Jugendstil, Impressionismus und einem frühen Expressionismus anzusiedeln sind. Sie gehören zu einer wichtigen Schaffenszeit des Künstlers, die ihm neue Impulse gab.

Der in Südtirol geborene Leo Putz verbrachte einen großen Teil seines Lebens und seiner Karriere in München, wo er ab 1909 eine Professorenstelle an der Kunstakademie bekleidete. Die folgenden fünf Sommer verbrachte er auf Schloss Hartmannsberg im Chiemgau, wo er sich der Plein-air-Malerei widmete. In dieser Zeit war der amerikanische Maler Edward Cucuel, der ebenfalls mit zwei Werken in der Auktion vertreten ist, sein Schüler.

1929 ging Leo Putz nach Südamerika, wo ihn Landschaft, Licht und Farben begeisterten und in seine Arbeiten einflossen, die einen Höhepunkt seines Œuvres bilden. 1933 kehrt er nach München zurück und präsentiert seine brasilianischen Werke zwei Jahre später auf einer Ausstellung. Die neuen Machthaber können sich jedoch weder für Leo Putz' Malweise noch für seine Motive begeistern. Putz zeigte sich unbeeindruckt und führte seine Arbeit fort. Nachdem ihm 1937 ein Berufsverbot auferlegt worden war, verließ er mit seiner Familie Deutschland und ging zurück in seine Heimat Südtirol, wo er 1940 im Alter von 71 Jahren starb.

Ein weiterer in der Auktion vertreten Künstler, der vor den Nationalsozialisten fliehen musste, ist Hans Purrmann: 1937 von Deutschland nach Italien, 1943 von Italien in die Schweiz. Dort fand er Zuflucht in der Casa Camuzzi im Tessin. Sein Blick in den Garten des Anwesens kann am 7. Juni ersteigert werden.

Zu den frühen Arbeiten in der Offerte von Neumeister gehören mehrere Werke von Heinrich Zille, der für seine sozialkritischen, mit liebevollem Spott versehenen Darstellungen des Alltags der Berliner Unterschicht vor allem während der Weimarer Republik bekannt ist. Das vorliegende Kartoffelstehen entstand bereits 1916 inmitten des Ersten Weltkriegs.

Mit Ernst Wilhelm Nay ist einer der bedeutendsten deutschen Maler der Nachkriegszeit in der Auktion vertreten. Nay begeisterte sich vor allem für die Form der Scheibe, die die Grundlage seiner "Scheibenbilder" bildete, denen er sich ab Mitte der 1950er Jahre bis etwa 1962 widmete und die zu seinen wichtigsten Arbeiten zählen.

Die wichtigsten Arbeiten von Maler Herbert Zangs sind seine Verweißungen, mit denen er sich ab 1952, kurz nach seinem Studium an der Düsseldorfer Akademie, zu beschäftigen begann. Das Prinzip der mit weißer Farbe übermalten Strukturen und Alltagsgegenstände war einfach, die Wirkung umso intensiver. Eine Vielzahl dieser Arbeiten ging über die Jahre verloren.

Eine weitere schöne Arbeit ist Marc Chagalls Farblithographie, deren Vorlage er 1966 als Plakat für die Inszenierung der Oper Carmen im Metropolitan Opera House in New York geschaffen hatte. Die Lithographie stammt aus einer 200 Exemplare umfassenden Künstleredition von 1967.

1962 machte Pop Art-Künstler Andy Warhol die Suppendosen von Campbell's zum Kunstwerk. Sieben Jahre später machte Campbell's Warhols Kunstwerk zur Werbekampagne in eigener Sache, die Kundinnen zum Kauf der Suppendosen animieren sollte. ALs Lockmittel dienten im Stil Warhols kreierte Kleider, die eigentlich nach einmaligem Tragen weggeworfen werden sollten - was glücklicherweise von nicht allen Käuferinnen praktiziert wurde.

Verspielt und kriegerisch zugleich wirken die bronzenen Guerriers de la nuit, die "Krieger der Nacht" von Daniel Spoerri aus dem Jahr 1982. Eine weitere Version dieser Skulpturengruppe, die wie eine Versammlung von Standarten einer römischen Legion wirkt, ist in Spoerris Skulpturengarten Il Giordano bei Siena zu sehen, den der Künstler Anfang der 1990er angelegt hat.

Kosmos und irdische Landschaft, Abstraktion und Romantik widerspiegeln sich gleichermaßen in den Arbeiten Bernd Zimmers, dessen von kräftigen Farben bestimmte "heftige Malerei" ihn in den 1980er Jahren zum Vertreter der Neuen Wilden werden ließ. Auch heute setzt sich Zimmer mit diesen spirituell anmutenden Motiven in seinen Reflexionen auseinander.

2003/04 setzte Hubertus Hamm, der vor allem als Werbefotograf Bekanntheit erlangt hat, in seiner Serie Non Horizon Bäume und Landschaften in Szene, indem er ihnen mit ungewöhnlichen Perspektiven und einem eigensinnigen Bildformat ein neues Erscheinungsbild verpasste. Der hier vorliegende Pigmentdruck Mandelblüte stammt aus einer Edition von nur vier Exemplaren.

Eine hochaktuelle Arbeit liegt schließlich noch von Benjamin Bergmann vor. Stern All in One von 2018 zeugt von Bergmanns Begeisterung für das Material Holz. Dabei greift er häufig auf "gebrauchtes" Holz zurück, dem er dann mithilfe neuer Materialien, in diesem Fall Aluminium, ein neues, permanentes Leben einhaucht.
Die Auktion mit Moderne, Post War und Contemporary Art findet am 7. Juni um 15 Uhr im Auktionshaus Neumeister in der Barer Straße 37 in München statt. Dort kann auch vom 2.-5. Juni die Ausstellung zur Auktion besucht werden.
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